Fragen über die Zukunft beantwortenUnter dem Titel Zukunftsmusik ging es hier schon mehrmals um die Frage, wie Menschen über das Morgen nachdenken.

Erst kürzlich machte ich in einem Workshop die Erfahrung, dass sich die Workshop Teilnehmer mit Antworten im Kreis drehten. Warum? Immer wieder tappten sie in die gleichen Fallen: Denkblockaden, Kritik, in Folge schlechte Stimmung, Ansätze von Resignation. Das änderte sich erst, als Entscheidungsträger und Teilnehmer bereit waren, 5 wichtige Regeln einzuhalten.

5 Tipps um über das Morgen nachzudenken:

1. Sich ernsthaft Zeit nehmen
Es geht nicht nebenbei! Scharren Sie ein bunt gemischtes Team um sich. Nicht immer nur die Menschen mit denen Sie sich ohnehin täglich in Besprechungen treffen. Genehmigen Sie sich einen Tapetenwechsel und arbeiten Sie ernsthaft und entschlossen an den Antworten.

Die Osborn Checkliste kann eine Möglichkeit sein, um Denkblockaden zu entfliehen. Passen Sie die Liste Ihren Anforderungen an, adaptieren Sie, fügen Sie neue Fragen hinzu. Es gibt keine Standardrezepte zum Erfolg, auch wenn Ihnen Berater das verkaufen wollen!

2. Kreatives Spinnen erlauben
Verlassen Sie Ihre Box! Denken Sie kreuz und quer! Suchen Sie nach Beispielen aus total anderen Geschäftsbereichen. Die schönesten Momente in Workshops sind die, in denen es den Köpfen gelingt loszulassen. Viel zu oft stehen wir uns selbst im Weg. Schalten Sie die (graue) Realität aus – sie kehren früh genug in sie zurück.

Robert Basics Idee, auf verrückte Art um 1 Milliarde Dollar zu zocken polarisiert, regt zu weiteren Spinnereien an und erzeugt jede Menge Aufmerksamkeit – eine wichtige Basis für späteren Erfolg.

3. Ideen nicht bewerten
Trennen Sie den Prozess der Ideenfindung von der Bewertung. Wenn möglich auch zeitlich – und räumlich. Die besten Ideen werden Sie ohnehin erst auf den 2. oder 3. Blick erkennen … wenn überhaupt. Ideen, die Sie schon auf den ersten Blick als gut einstufen, sind selten revolutionär. Sie sind bequem, weil sie dem ähneln, was Sie bereits kennen.

Erfolgreiche Menschen wie auch Bill Gates erkannten vieles erst später und mussten sich immer wieder Fehler eingestehen – Beispiel siehe hier.

4. Fragestellungen verinnerlichen
Schon auf dem Weg ins Kino könnten Ideen vor Ihnen auf der Straße liegen. Aber dazu müssen Sie wissen, worüber Sie überhaupt nachdenken wollen. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass Sie sich in einem Chaos an Verzettelungen wiederfinden.

Im Geistesblitz von Timo Off finden sich viele weitere Kreativitätstipps und eine Serie über Methoden der Kreativitätsförderung. Reinschauen lohnt sich!

5. Mut zu Fehlern!
Die Angst vor Fehlern bremst jeden Prozess. Fehler machen muss erlaubt sein – solange die Fehler nicht Kopf und Kragen kosten – nicht Ihren, nicht den anderer.

Weitere Beiträge über Fehler und wie Menschen damit umgehen finden sich an verschiedenen Stellen meines Blogs.

Noch ein kurzer Gedanke zum Thema:
Vor einiger Zeit habe ich folgende Statistik gefunden:

Nur etwa 3-5% ihrer Arbeitszeit wenden Manager dafür auf, um aktiv an der Zukunft Ihrer Unternehmen zu arbeiten.

Bei 300 Arbeitstagen im Jahre wären das gerade einmal 9 Tage, um sich Gedanken über sein Überleben zu machen… und die anderen 291?

Den Artikel las ich auf irgendeinem Flug, leider weiß ich nicht mehr in welchem Magazin. Über einen Tipp hierzu bin ich dankbar!

Geschrieben von Hannes Treichl am 14. September 2006