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Quer durch alle Hierarchie-Ebenen ein Klagen über zu viele Meetings, die zu viel Zeit und Nerven kosten und zu wenige Ergebnisse bringen. 30.000 Besprechungen in einem Arbeitsleben?

Ich habe in den letzten Monaten immer wieder Begegnungen mit MitarbeiterInnen größerer Firmen genutzt um folgende Frage zu stellen: ‚Wie viele Besprechungen habt Ihr jeden Tag?‘

Das Ergebnis erhebt keinerlei Anspruch auf Repräsentativität: Im Schnitt waren es 4 vier Meetings pro Tag. Manche länger, andere kürzer, einige mit klarer Zielsetzung, andere mit traditioneller Regelmäßigkeit. Das nennt man dann Jour Fixe, was übersetzt für „fester Tag“ steht – und selten Ergebnisse bringt, richtig?!

Hochgerechnet auf 1 Monat sind es also 80 Zusammenkünfte, in einem (40wöchigen) Arbeitsjahr 800. Und ein 40jähriges Arbeitsleben besteht aus unglaublichen 30,000 Meetings.

Wenn das Resultat einer Besprechung eine weitere Besprechung ist, dann wars eine lausige Besprechung.‘ Herbert Clark Hoover, US-Präsident (1929-1933).

Ein dreiviertel Jahrhundert später, haben diese Worte vielleicht mehr Gültigkeit denn je. Wenn schon so viele Meetings, so viel Zeit, in der ich unerreichbar für mein Team, vor allem aber für meine Kunden binn, dann sollten sie auch Sinn machen. David Maister hat auf einen leicht zynischen Kolumnen-Beitrag von Dale Dauten verwiesen, der die Errechnung eines Intelligenzquotienten (IQ) für Meetings vorschlägt.

Höhe und Ergebnis sind Nebensache, die ‚Check-Liste‘ regt aber zum Nachdenken an. So funktioniert es: Index-Basis sind 100 Punkte. Dort wo Meetings Sinn machen, gibt es Bonuspunkte, Zeit- und Energiefresser reduzieren das Ergebnis.

Bonuspunkte

+ 1 Punkt für jede Erwähnung des Wortes ‚Kunde‘
+ Zahl der gelesenen Romane aller Teilnehmer in den letzten 6 Monaten
+ Zahl der Abwesenheitsminuten miserabler Führungskräfte
+ Zahl der Anwesenheitsminuten einer erstklassigen Führungskraft
+ Zahl der Anerkennungen für positive Arbeitsleistungen der letzten 30 Tage
+ Altersdifferenz zwischen dem jüngsten und ältesten Teilnehmer
+ Summe unterschiedlicher Marktsegmente in denen die Teilnehmer tätig waren
+ Zahl der von den Teilnehmern selbst besuchten Kunden der letzten 90 Tagen
+ 3 Punkte für jedes natürliche Lachen
+ 3x die Anzahl der Notizen die sich der ranghöchste Manager im Raum macht
+ 10x die Zahl neuer Ansätze und Ideen innerhalb der letzten 6 Monate
+ 25 Bonuspunkte für jedes ernst gemeinte ‚Da können wir etwas verbessern!‘
+ 50 Bonuspunkte für jeden spontanen Beifall für neue Ideen
+ 75 Bonuspunkte für jeden nicht gerügten Fehler bei der Ideenumsetzung
+ 100 Bonuspunkte für ein ehrliches ‚Wir sollten etwas Einzigartiges machen!‘

Punkteabzüge

– Zahl klingelnder Handys
– Die größte Distanz zwischen den Teilnehmern in Metern
– Die Häufigkeit des Wortes ‚Budget‘
– Die Häufigkeit der Phrasen ‚warten‘ und ‚bitte wiederholen‘
– 1 Punkt für jedes PowerPoint Slide mit mehr als 5 Wörtern
– 3 Punkte für jedes PowerPoint Slide mit Statistiken mit mehr als 5 Zahlen
– 2x die Zahl der Leuchtstoffröhren im Besprechungsraum
– 2x die Zahl süffisanten Lachens oder Lächelns
– 5x die Zahl gefallener Schuldzuweisungen außerhalb des Einflussbereichs
– 10x die Anzahl der Blackberries, Handhelds, PDAs im Raum
– 10x die Zahl der Unterbrechungen für ‚ganz Wichtiges‘
– 10x die Zahl vertagter Entscheidungen
– 10x die Zahl ausgesprochener Distraktoren (‚Das hat noch nie funktioniert‘)
– 50 Punkte Abzug für diktierte oder informelle Sitzordnungen

Wenn du den Meeting IQ verteilen oder aufhängen willst:
Hier kannst du die Berechnungsformel in pdf Form herunterladen »

Sie erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Ergänzungen sind herzlich willkommen.

Hannes Treichl

In diesem Blog findest du persönliche Gedanken, Geschichten über außergewöhnliches Marketing, kreatives Denken und das Tun beherzter Menschen. Mehr über mich »