Wer träumt nicht davon, sein Hobby zum Beruf zu machen und dabei sogar noch Geld zu verdienen.

Wäre es von Anfang an ein geplantes Projekt gewesen, wäre sie ein heißer Kandidat für die Kategorie ‚verrückte Geschäftsideen‚ gewesen. In diesem Fall war es Zufall. Aber auch Zufall bedarf eines Auslösers!

Matt Harding reiste gerne. Und Matt Harding war ein Geek. Eigentlich wollte er sein ganzes Leben lang nur Videogames spielen – aber es kam alles anders als er dachte. Mit 26 stellte entschied er sich dafür, den sicheren Job eines Computerspiele-Programmierers und ein fixes Gehalt gegen eine 6monatige Weltreise einzutauschen.

So wie Forrest Gump irgendwann zu laufen begonnen hatte, fing Matt an zu tanzen. So wie er es einst für seine gelangweilten Bürokollegen getan hatte. Nur tanzte er dieses mal u.a. in Beijing, Vietnam, Kambodscha, Sibirien, Ruanda, Kenia, Uganda und sogar am Kilimanjaro. Mit dabei hatte war eine kleine Digitalkamera. Und die machte ihn über Nacht zum Star – und bezahlten Werbeträger.

Egal wie einfach oder verrückt die Geschichte ist, auch aus ihr kann man etwas lernen. Was Matt in einem Videointerview erzählt [siehe hier], kann auf jeden (Jung-)Unternehmer genauso umgelegt werden, wie auf Innovationsprojekte innerhalb eines Unternehmens. An diesem Beispiel ist anschaulich erklärt, worüber Coaches und Trainer so gerne reden.

Soll ich oder soll ich nicht? Das schwerste war für mich die Entscheidung, ein Leben mit sicherem Einkommen aufzugeben, meine Komfortzone zu verlassen und einen ganz neuen Weg zu gehen.

In gewohnten Umgebungen ist es (im wahrsten Sinne des Wortes) unheimlich gemütlich. Der Käse-Vorrat scheint niemals enden zu wollen – wozu nach neuen Möglichkeiten suchen? Und die Zahlen in den Statistiken sind auch nicht so schlecht.

Zahlen spiegeln die Vergangenheit wieder. Die Zukunft aber beginnt ohne Vorwarnung. Und auch andere suchen schon längst nach neuen Ideen!

Wenn du es erst einmal geschafft hast, dich von Gewohntem zu lösen, wirst du entdecken, dass die Welt nicht so gefährlich ist, wie sie von vielen dargestellt wird.

Die schwierigsten Schritte in jedem Innovationsprojekt sind

  • das Verlassen gewohnter Denkmuster,
  • das Lösen von Denkblockaden,
  • Vergessen-Lernen,
  • Kreativität zuzulassen, und
  • eine Kultur des Fehler-Machen-Dürfens zu entwickeln.

Wer entlässt seine Ideen schon freiwillig in eine Welt, in der ein Bürokollege jeden kleinsten Fehler dazu nutzen könnte, schneller die Karriereleiter empor zu klimmen? Und auch von Seiten überraschter Mitbewerber weht revolutionären Ideen oft ein eisiger Wind (oder hämisches Lachen, wie jenes von Steve Jobs Steve Ballmer gegenüber Apple’s neuem iPhone – siehe Video) entgegen.

Ich begann zu tanzen, egal wo auf der Welt ich gerade war. Lange vor YouTube tauchten meine Videos im Internet auf, die Leute sprachen über mich und ich wurde sogar zu Fernsehshows eingeladen.

Aufmerksamkeit entsteht durch die effiziente Umsetzung außergewöhnlicher Ideen. Aufmerksamkeit erzeugt eine Sogwirkung, die für Nachfrage sorgt – eigentlich ganz einfach – zumindest mit den richtigen Ansätzen :-).

Und was, wenn das Geschäftsmodell mit dem Tanzen einmal nicht mehr funktioniert? Dann hat Matt zwei Alternativen: An seinen Schreibtisch zurückzukehren, oder sich noch einmal die schon eingangs gestellte Frage zu stellen.

Manchmal limitieren andere Menschen deine Möglichkeiten, manchmal limitieren wir uns selbst. Die beste Erfahrung war zu realisieren, dass ich mein Leben selbst beeinflussen kann.

Alles gesagt…!
Thanks for this story, Matt and happy travelling!

Homepage: Where The Hell is Matt
Videointerview mit Matt (9 Minuten)

Geschrieben von Hannes Treichl am 19. Januar 2007