Anfang dieser Woche hatte ich das Vernügen, gemeinsam mit meinen Partnern & Freunden von ötztal.at an der Verleihung des österreichischen Staatspreis für PR teil zu nehmen. Das Projekt „Live Quality Check“ ging in der Kategorie „Vertriebsunterstützende PR“ – ex aequo mit einer Kampagne des Cirque du Soleil – als Sieger hervor. Das einzige Tourismusprojekt dem so ein Kunststück bislang gelungen ist. (2009 zudem das einzige Nicht-Wiener Projekt ;-))

Social Media im Marketing

Weniger das Feiern stand in Wien aber im Vordergrund, sondern viele Gespräche mit eingefleischten PR Profis. Dabei fiel (nicht nur mir sondern zum Glück auch anderen!) eines auf: Der Einsatz von Social Media in der klassischen PR bedarf noch sehr viel Aufklärungsarbeit!

PR Agenturen hätten m. E. auch die Verpflichtung, ihre Kunden über sich längst geänderte Rahmenbedingungen zu informieren, das Thema nicht als vorübergehenden Modetrend zu belächeln, und wenn es sein muss auch mal mit einem „Nein, das machen wir so nicht mehr“ an der neuen (?!) Form Kultur der Kommunikation festzuhalten. Ein Video auf YouTube zu stellen bedeutet noch lange nicht, dass man Social Media (und wie es überhaupt „so weit“ kam) auch verstanden hat!

Seit Oktober war ich auf mehr als einem dutzend Workshops, Vorträgen und Schulungen zu Social Media. Allerorts die gleiche Frage: „Wie nutzen wir Social Media im Marketing und in der Kommunikation?“ Heute empfehle ich als Handout für die vielen hundert präsentierten Folien bzw. als Vorbereitung auf meine noch anstehenden Workshops dieses 4 Minuten Video.


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Ein einziger Satz am Ende des tollen Clips fasst die vielen beeindruckenden Zahlen und Inhalte hervorragend zusammen und unterstreicht, dass es längst nicht mehr um Pressemitteilungen, Werbebotschaften und nackte Produktinformationen geht.

Erfolgreiche Unternehmen verhalten sich mehr wie Party Veranstalter, Aggregatoren und Anbieter von Inhalten, als wie traditionelle Werbeunternehmen.

Für viele Produktmanager und Marketer ist der Inhalt dieses Satzes ja nicht wirklich neu, in der PR haben wir diese Erkenntnis aber noch lange nicht umgesetzt. Technik Journalist Georg Holzer schlägt in einem aktuellen Blogbeitrag in eine ähnliche Kerbe und drückt öffentlich seinen Unmut über Presseverteiler aus:

Dies hier ist ein öffentliches Posting, in dem ich von ALLEN Presseverteilern dieser Welt gelöscht werden will. Ein Link zu diesem Blogpost geht als Auto-Reply an alle, die mir künftig Presseaussendungen zukommen lassen. […] Für die wirklich wichtigen Fälle gibt es immer Originalquellen im Netz. Unternehmen, die keine gut gepflegte Presse-Website (mit Bildmaterial, Kontaktangaben und RSS-Feeds) haben, sollten sich darüber ohnehin Gedanken machen. Ich werde verstärkt nach interessanten Twitter-Quellen suchen und vielleicht meine RSS-Feeds etwas umsortieren. Aber versäumen . . . versäumen werde ich sicher nichts! (Georg Holzer, Zehn Jahre sind genug!)

Zurück zum Staatspreis für PR. Herzliche Gratulation und ein ganz großes Dankeschön zurück an Martin Santer und Claudia Wopfner für die tolle Umsetzung des Projekts „Live Quality Check„!

Ihr habt gezeigt, dass eine originelle Idee (=Produkt) mit einem Minimum an PR (=Budget) auskommen kann und (via Social Media) dennoch Ihren Weg um die ganze Welt finden kann. Ich freue mich schon jetzt auf die Realisierung der vielen auf der Reise diskutierten Projektansätze, weil IHR zu einer Minderheit gehört die wirklich verstanden hat, wo die Marketingschlachten in „Zeiten wie diesen“ (nicht mein Zitat 🙂 geschlagen und gewonnen werden.

Gewinner PRVA Staatspreis 2009
Foto: Niko Formanek/OTS/www.pressefotos.at

PS: Danke, lieber Martin Bredl & Team für die tolle Organisation des Events! Markus, schade dass du als Social Media Revolutionär des PRVA nicht bei der einen oder anderen Diskussion des Abends dabei warst 🙂

Geschrieben von Hannes Treichl am 2. Dezember 2009