Wir können den heutigen Montag dazu nutzen, dem letzten Wochenende hinterherzutrauern und fünf Tage lang das nächste herbeisehnen.

Wir können uns auf dem Rückweg vom Urlaub stundenlang auszukotzen. Jammern, dass morgen wieder der Alltag beginnt. Aber zum Glück haben wir in fünf Monaten wieder Urlaub.

Wir können einen Arbeitstag lang den Feierabend herbeisehnen und abends, wenn wir zu Hause bei unseren Liebsten sind, sagen: „Schatz, jetzt nicht!“ – Weil wir jetzt endlich in Ruhe an unsere Arbeit denken wollen.

Wir können die Geschichten, die wir uns selbst erzählen, glauben. Auch die Lüge, dass es keine Alternative gibt, und wir da eben irgendwie durch müssen.

All das können wir tun, weil wir ja sonst nichts tun können. Ausser den heutigen Montag dazu nutzen, um mit dem Schreiben einer neuen Geschichte zu beginnen.

Einer Geschichte, die mit der Antwort auf die Frage beginnt, wofür wir eigentlich tun, was wir tun.

Wenn wir das tun, werden wir auch eine andere Geschichte schreiben.

Eine, in der es nicht mehr überlebensnotwendig ist, Wochenenden und Urlauben hinterher und unserem Leben davon zu laufen.

Geschrieben von Hannes Treichl am 13. März 2017