Ausruhen ist nicht StillstandEine Reise in die Hauptstadt. Ein Treffen mit besonderen Kollegen und Freunden. Ein hervorragendes Abendessen. Und ein Erlebnis, das uns an diesem Abend alle daran errinnerte, dass Veränderungs- und Innovationsprozesse (viel) Energie verbrauchen. Dazu eine passende Geschichte:

Hiob und Najib spalteten den ganzen Tag lang Holz. Wie ein Besessener jagte Hiob die Axt ins Holz, arbeitete ohne Pause. Und obwohl seine Arme immer schwerer geworden waren, war der Stapel Holz bis zum Abend auf eine beachtliche Größe angewachsen.

Neugierig blickte er auf Najibs Holzhaufen – und war schockiert. Najib hatte doppelt so lange Pausen eingelegt wie er selbst und hatte dennoch wesentlich mehr Holz gehackt als er selbst?!

‚Najib, warum ist dein Stapel höher als meiner? Ich hab viel mehr gearbeitet als du!‘ fragte Hiob verwundert. Najib lächelte: ‚Das mag sein. Ich aber hab mich nicht nur hingesetzt, sondern gleichzeitig auch meine Axt geschärft.‘

Ausruhen ist Stillstand? Wenn Sie Ihre nächste Montagsbesprechung abbrechen, und Ihren Mitarbeitern 20 Minuten Zeit ’schenken‘ – was würde passieren? Wie viele greifen zum Telefon und kehren ins Tagesgeschäft zurück? Wer nutzt die Zeit, um die soeben diskutierten Probleme bei einem Kaffee zu lösen? Und wer wartet nur ab, was als nächstes passieren wird?

Ausruhen ist nicht Stillstand. Vorausgesetzt Menschen wissen freie Zeit und Ressourcen kreativ, effektiv und zukunftsgerichtet einzusetzen. Dies betrifft nicht nur Individuen sondern auch Teams.

Edward de Bono sagte dazu einmal: ‚Langeweile ist die kreativste Zeit, die wir haben. Wir nutzen sie nur nie bewusst.

Geschrieben von Hannes Treichl am 16. Juli 2006