Ich habe die Zukunft (des animierten Films) gesehen...Bratt Pitt küsst Marilyn Monroe und Angelina Jolie reitet mit John Wayne…

Dieser Gedanke kam mir vor einigen Tagen während Andy Woods Vortrag auf der DLD (Europe’s Conference for the 21st century) in München. Warum die Vorstellung gar nicht so abwegig ist, zeigt ein Klick auf [diesen Link].

Gescannte Gesichtszüge (‚Facial Tracking‘) werden in virtuelle Modelle verwandelt. Und das in einer Qualität, die kaum noch Unterschiede zwischen Realität und Animation erkennen lassen. Sogar verstorbene Schauspieler werden wieder zum Leben erweckt.

Andy Woods ist CEO bei Image Metrics. Die Technologie der ‚Seelenübertragung‘ soll Hollywood dabei helfen, Kosten für tausende und abertausende Computeranimations-Stunden zu sparen und Produktionen schneller auf den Markt zu bringen – das Einsparungspotential liegt bei je 90%.

Weiterführende Informationen:

Trend Virtualität

Virtuelle Welt - Second Life

Beim Thema Virtualität kommt man (zumindest bis zu Google’s virtueller Welt – siehe hier) um einen Blick auf Second Life kaum herum.

Seit meinem letzten Beitrag im Dezember gibt es eine weitere Million Menschen mehr in SL (nämlich schon 3 Millionen!), haben sich die Grundpreise um 30% erhöht, haben Fernsehserien entgültig ihren Durchbruch, und Schweden baut sogar als erstes Land eine Botschaft auf:

Second Life erlaubt uns, die Menschen über Schweden zu informieren, und verbreitert die Möglichkeit, mit Schweden einfach und billig in Kontakt zu treten. [Tagesspiegel]

Virtualität als Möglichkeit näher an seinen Kunden zu sein und bessere Beziehungen aufzubauen.

Auch wenn heute noch grafisch unerträglich anzusehende Avatare durch die 3-dimensionalen Welten geistern – Image Metrics hat einen Vorgeschmack auf das gegeben, was in der Filmindustrie bald Standard sein wird. Und dann wird es im Internet wohl nur noch eine Frage (kurzer) Zeit sein, bis aus primitiven Avataren Wesen mit täuschend echten Gesichtszügen geworden sind.

Nachtrag

Second Life vs. First LifeDie Geschichte von Image Metrics (Gründung 2003) ist übrigens ein typisches Beispiel für Exaption: Auch Edison hatte das Grammofon ursprünglich zur Stimmaufzeichnung erfunden, da durch die Einführung des Telefons mehr und mehr Geschäfte mündlich abgeschlossen wurden. Aber erst als andere erkannten, dass es viel spannender war Musik anstatt Stimmen abzuspielen, setzte sich die Innovation durch.

Die Technologie hinter IM wurde vom englischen Biophysiker Gareth Edwards entwickelt – ursprünglich für Medizin und Sicherheitstechnik. Andy Wood erkannte das Potenzial für die Unterhaltungsindustrie und von nun an schritt das Projekt um ein Vielfaches schneller voran.

Ein wenig Querdenken und ein Blick über den Tellerrand schadet eben nie!

Fotos: Hannes Treichl, DLD München | Flickr | Flickr

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Hannes Treichl

Hannes Treichl

In diesem Blog findest du persönliche Gedanken, Geschichten über außergewöhnliches Marketing, kreatives Denken und das Tun beherzter Menschen. Mehr über mich »

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