Social Media Marketing in Österreich

ANDERS|denken in einem Atemzug mit VW und Spar. Das freut mich natürlich, und ich sage Danke an Horst Greifeneder von “Die Presse” für dieses Kompliment in der High Tech Sonderbeilage von Dienstag dieser Woche.
In einem doppelseitigen Beitrag erörtert der Journalist unterschiedliche Aussagen zum Thema Social Media Marketing und setzt den Schwerpunkt auf Österreich. Klar, dass auch Dieter Rappold von knallgrau zu Wort kommt und die Frage nach dem Status Quo in Österreich treffend auf den Punkt bringt:

Übrigens gilt das nicht nur für Unternehmen, sondern auch jede Menge Agenturen und Berater! Echte Pionierarbeiten leisten (üblicherweise) ganz andere – nur nicht Web-, Marketing- und PR Agenturen. Dieters Einschätzung war es letztendlich auch, die mich dazu veranlasst hat, ein Projekt das ich schon längere Zeit im Kopf habe demnächst hier im Blog zu starten: Unternehmer vorzustellen, die bereits praktische Erfahrung mit Social Media Aktivitäten gesammelt haben. Dazu aber ein andermal mehr.
Mein Input für den Beitrag in “Die Presse” zielte bewusst auf KMUs und EPUs ab, denn meiner Meinung nach nutzen sie in Österreich Social Media derzeit am perfektesten fürs Eigenmarketing. Große Unternehmen konnten mich bislang (bis auf wenige Ausnahmen) kaum überzeugen. Vielleicht auch deshalb:
Was Social Media Marketing nicht ist
Werbebanner auf Facebook zu kaufen (was derzeit jede politische Partei Österreichs liebend gerne macht) ist kein Social Media Marketing. Ebenso wenig das Versenden nerviger Pressemitteilungen an Blogger.
Ich bekomme täglich rund 5 Pressemitteilungen zugeschickt, manchmal sogar mehr. Die meisten davon uninteressante Neuigkeiten aus irgendwelchen PR Abteilungen. Themen, die weder zu meinem Blog passen, meine Leser kaum interessieren oder in denen es der/die Verfasser einfach nicht schaffen, mir das wirklich Besondere der vorgestellten Aktionen oder Geschäftsmodelle zu erklären.
Das, liebe PR- und Marketing-Menschen, ist kein Social Media Marketing. Das ist jene Push (= Zwangsbeglückungs-)Kommunikation, mit der Ihr die letzten Jahrzehnte versucht habt zu arbeiten.
Würde dich der Text den du mir gerade geschickt hast als regelmäßiger Leser oder Abonnent von ANDERS|denken wirklich interessieren? Würde er dir in deiner täglichen Arbeit weiterhelfen? Nein?! Dann nimm mich bitte aus deinem Verteiler!
Was Blogger wollen, hat z.B. Burkhard Schneider in seinen Contact Rules kurz und auf den Punkt gebracht zusammengefasst.
Ich füge diesen Regeln noch eine hinzu: Gerne nehme ich für einige Zeit Eure RSS Feeds in meinen Feedreader auf, verfolge, was Ihr in Euren Blogs über Eure Unternehmen schreibt. Schafft Ihr es, mich regelmäßig mit Euren Ideen zu überzeugen oder mir gar einen Mehrwert zu bieten, schreibe ich liebend gerne einen Beitrag über Euch.
Richtig – Jetzt sprechen wir plötzlich von Kommunikation.
Kommunikation im ursprünglichen Sinn.
Communicare.
Teilen.
Mitteilen.
Teilnehmen lassen.
Gesprächen auf Augenhöhe.
Schaffen von Mehrwerten.
Social Media Marketing.
Der Kreis schließt sich.
Train picture by John Mueller. Thanks a lot for sharing!
“Consumers treat advertising like trains” by Charlene Li
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Grüß Gott, Herr Treichl,
Sie sprechen mir aus der Seele. Interessanterweise hinken auch junge Unternehmer beim Social Media Marketing nach. Kürzlich versuchte ich einen befreundeten Hotelier in meinem Alter (28 Jahre) von den Vorteilen eines Weblogs zu überzeugen – er hatte allerdings keine Ahnung, was ein Weblog überhaupt ist.
Naja, im Internet ist es halt wirklich so: Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen.
Schönen Gruß aus Seefeld!
Ihr Albert Bloch (Texter)
Spar hat nen Blog??? Oder meinen die den Shopblogger??
Ich denke, daß Blogs was für die Individualisten und Kleinen sind bzw um Individualität in den Vordergrund zu rücken.
Bei Großunternehmen wirken sie rasch “gekünstelt” bzw können nur ein kleiner Teil des Marketing-Mix sein (wenn ich da an den internen Corporate-Blog meines Arbeitsgebers denke, voll peinlich ! Wirklich autent wirkt nur der Blog der Ferial-Praktikanten, der Rest ist ziemlich “durchgesiebt” und “unautent”. Ist aber auch ein Großunternehmen).
In den vergangenen Monaten habe ich zwar keine Erfahrungen im kommerziellen Umfeld gesammelt, sondern mehr im Bloggen über Persönliches und Freizeitaktivitäten, aber einige Dinge habe ich rasch gemerkt:
- Der Leserkreis ist sehr klein (es sind die wirklich Interessierten)
- Kommunikation über Kommentare, Feed-Abos, etc. kommt nur mit einer sehr kleinen Anzahl an Lesern zustande
- die meisten Leser geben kein Feedback
- je persönlicher & individueller die Beiträge werden, umso weniger Leser interessieren sie bzw umso kleiner wird die angesprochene Gruppe
- es ist viel Aufwand, einen eigenen Blog zu führen und Kontakt mit anderen Bloggern zu halten (das füllt einem so richtig den Kopf an !)
- es ist nicht der technische Aufwand, sondern mehr das persönliche & zeitliche Engagement, das zählt.
Ich finde, Blogs sind eine wichtige Kommunikations- und Ausdrucksform im Web, die dieses vor allem um eine persönliche Komponente ergänzt.
Allerdings ist´s auch ein überladenes Modethema.
Wenn ich ein kleines Hotel betreiben würde, dann wäre ein eigener Blog glaube ich der perfekte Internet-Auftritt, um Interessierte anzuziehen und mit meinen Gästen in Kontakt zu bleiben !
Glückwunsch, Hannes! Darauf kansnt du stolz sein. Dein Blog ist auch wirklich sehr interessant! Wie heißt es am der Fleischtheke immer: “Darf es etwas mehr sein?” Bei Dir im Blog ist es immer mehr und das mit einem !-Zeichen!
@Andreas
Danke dir für das ausführliche Kommentar!
ad Praktikant: Vielleicht ist er der einzige der (noch) nicht Kunst-Sprache-verseucht ist :-)
Zu deinen anderen Punkten: Billige dir deine subjektiven Standpunkte natürlich absolut zu, auf die meisten bin ich ja in den letzten 30 Monaten oft genug eingegangen. Nur einen möchte ich an dieser Stelle wiederholen: Denkt nicht immer an große Reichweiten. Wenn du aus 30 Lesern 20 Kunden machst, wars den “Aufwand” längst wert :-)
Ludger, dir danke ich ganz besonders, aber nicht ohne dir zu sagen, dass gerade dein Blog eines ist, das mich nicht nur immer wieder auf neue Ideen bringt, sondern dass du mich schon mehr als einmal mit deinen genialen Aktionen zutiefst beeindruckt hast! Danke auch dafür!
Ja, scheint wirklich, daß man das Potential von Web 2.0 nicht erkennt!
Ich habe vor zwei Wochen ein “Soziales Netzwerk” für selbständige Anbieter im Bereich Gesundheit, Wellness, Coaching etc. – kostenlos und unverbindlich nutzbar … mit Profilseite, Eventkalender usw. ins Leben gerufen – kaum Resonanz!
Haben die Leute Angst? Ist wesentlich repräsentativer als Kleinanzeigen und Branchenbücher … sicher braucht das Ganze seine Anlaufzeit … aber manchmal denke ich, die kapieren´s einfach nicht!?
Freundliche Grüße
Gottfried Gas
Das “Werbe-Monster” sitzt ganz fest in den Köpfen.
Der Schlüssel ist Dialog und 2-Weg-Kommunikation. Ich fürchte das Wort “Kommunikation” reicht bei vielen nicht aus, um zu verstehen