Nicht rentabel. Crowdspirit lernt – und adaptiert Geschäftsmodell.

Ich habe es hier im Blog und auch auf vielen Vorträgen immer gesagt: Crowdspirit (hier nachlesen) ist und war immer mein persönlicher Favorit unter vielen Crowdsourcing Unternehmen. Höchste Zeit also wieder mal für ein Update.

Einführend für alle neu hinzugekommenen Leser dieses Video, das eigentlich der Trailer zu Jeff Howe’s Crowdsourcing Pflichtlektüre ist. (Linktipp anders|denken: Einführung Crowdsourcing)

Letzte Woche hatte ich nach längerer Zeit wieder einmal das Vergnügen mich mit Lionel David, dem Gründer von Crowdspirit, austauschen. Dabei erfuhr ich, dass Crowdspirit aus den letzten beiden Jahren sehr viele Lernerfahrungen mitgenommen hat, und daher seit kurzer Zeit den Fokus auf seine wahren Kernkompetenzen legt.

„Das Geschäftsmodell war falsch“

Neben dem Mut, ein wegen seiner Komplexität in der ganzen Welt hochgelobtes Modell neu auszurichten, hat mich vor Lionels Offenheit beeindruckt, mit der er über die Neuausrichtung spricht. Aus dem Grund hier einige Originalzitate in Englisch.

When we were selecting the manufacturer of the first product, I made a summary of the situation especially regarding the business model. At this time, launching and selling the first product, which was a digital wall calendar, would have may be generated not more than 100K€ of revenues for CrowdSpirit.

If you take the basic assumption that crowdspirit was generating 10€ of net margin per product, which is excellent, multiply by 10 000 sales, which is very good, would have generated only 100K€ which is not a lot.

Taking into account all the effort for launching only product, the risks to be not able to sell the products and finally the expected revenues, it was clearly a wrong business model.

Hopefully, the concept of asking a community to „crowdsource“ product was fine and did work fine (this digital wall calendar was a perfect example) but our business model was totally wrong.

Die letzten beiden Absätze gleichen sich, und ich lege jedem nahe sie 2x mal zu lesen. Lionel spricht nicht davon, dass der Ansatz, eine Community auch die Entwicklung von technischen Geräten übernehmen zu lassen, falsch ist, allerdings steht der Aufwand nicht in Relation zum Ergebnis. Vorhanden waren sowohl Potenzial, als auch die technischen Rahmenbedingungen!

Kernkopetenz der Community ist die Ideen-Entwicklung

Die wahre Kernkompetenz mit der sich auch Geld verdienen lässt, so Lionel, liegt in der Ideenfindung und -entwicklung, nicht in der Produktion und dem Verkauf. (Diesen Hinweis gab es diese Woche auch im Beitrag über das Möbel Crowdsourcing Projekt von meublounge.)

So to summarize, I thought that the core competency of CrowdSpirit was definitively not to manufacture and to sell products but clearly to make the idea merging so to „crowdsource“ the ideas.

The final decision was made to open our model to external companies in order to crowdsource ideas on behalf of those companies. We decided then to change our business model and to design a totally new platform in order to reflect this strategy. The business model is now based on the sales of menbership to use the platform in order to be in contact with the community. CrowdSpirit is no more a manufacturer but an service intermediary which is less risky and more cost efficient.

Diese Stärke („expertise“) bietet Crowdspirit jetzt verschiedenen externen Unternehmen an, und Interessenten gibt es lt. Lionel David genügend. Zielgruppe sind vor allem junge, kleine und mittelständische Unternehmen.

Crowdspirit „Reloaded“

Klar, dass das „neue“ Modell funktionieren wird, denn nicht für jedes KMU macht es Sinn, eine eigene Community aufzubauen – auch wenn das Interesse bei vielen (merke ich zumindest in meinen Vorträgen) sehr groß ist.

Mit verbesserter Plattform und neuer Motivation gehen Lionel und sein Team an Aufträge wie zum Beispiel diesen aus dem Segment Telekommunikation heran:

One of our customer has developped a real time technology for mobile phone and is looking for new application for its technology. The winning ideas will be developped by our clients with the help of the winners. An other customer has developped a search engine of image and is also looking for application of its technology.

Wer jetzt Crowdspirit vorbei schaut, wird vorerst noch auf eine rein französische Plattform stoßen, denn in Phase 1 will Lionel seine Kräfte auf den großen Wirtschaftsraum Frankreich legen. Aber schon bald wird es Crowdspirit auch wieder in Englisch geben – und Lionel hat versprochen, und das rechtzeitig wissen zu lassen.

Our plan is to open the services to international companies in the coming months but I have not yet a real timeline. I will personnaly take care to inform you about the international launch.

Thanks, Lionel, and as usual good luck – we will keep an eye on you :-)

Homepage: www.crowdspirit.com
Blog: www.crowdspirit.com/blog

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Über Hannes Treichl

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