Die Blase platztSeit heute sind wir also offiziell Seifenblasen. Zumindest laut dem Spiegel: ‚Wirtschaftlicher Erfolg mit Web 2.0 ist schwierig – und noch schwieriger zu bewahren. Ein vorgezogener Abgesang.‘

Und wieder einmal geht es um die Internet-Blase…

Vielleicht ein bedeutender Unterschied zu damals: Heute sind es Menschen, die das Web mit Inhalten füllen. Freiwillig. ‚Schuld‘ daran sind auch sozio-technologische und sozio-kulturelle Entwicklungen. Ob sich diese durch ein letztes Aufbäumen ängstlicher Gestriger rückentwickeln werden, sei dahingestellt, es sei denn, meine Leser verschwinden ebenfalls, wenn YouTube und MySpace zu Grabe getragen, und Bücher wie [dieses] verbrannt werden.

Tatsache ist, dass sich das Internet längst zu einem sozialen Überraum entwickelt hat. Ebenso, dass Menschen kommunizieren (wollen). Dass Märkte Gespräche sind, sollten wir seit Cluetrain wissen – auch wenn es einigen Unternehmen nicht passt.

Solange sich Menschen im Internet bewegen, werden das auch Unternehmen tun, dort Werbung und Geschäfte machen, erfolgreich sein und kläglich scheitern. Ups and downs gibt es auch in der ‚Alten Wirtschaft‘, wieso sollte das in einer spät-pubertierenden ’new economy‘ anders sein?

Was viele vergessen: ‚Das Internet für alle ist erst zwölf Jahre alt und nächste Generation wächst damit auf, so dass man davon ausgehen kann, dass das Netz wichtiger und noch alltäglicher wird.‘

Robert bringt es auf den Punkt: ‚Es ist absolut crazy, was sich bisher mit dem Siegeszug des Internets getan hat. Man muss nur mal in 5 Jahres-Rückblenden zurückdenken. Wie wird es dann in 10 oder 20 Jahren aussehen?‘

Hören wir auf, uns Gedanken über ein nicht existierendes ‚Geschäftsmodell Web 2.0‘ zu machen, es überhaupt Web 2.0 zu nennen, es schon gar nicht auf YouTube, MySpace und einige verrückt gewordene Investoren zu reduzieren.

Versuchen wir lieber die Chancen zu nutzen und akzeptieren wir, dass sich das Internet längst zu einer globalen Kultur, mit all ihren guten und schlechten Seiten, entwickelt hat und unsere Lebens- Konsum- und Entscheidungsgewohnheiten beeinflusst und verändert.

Geschrieben von Hannes Treichl am 31. Oktober 2006