Kunden finanzieren Geschäftsideen - Koenigsegger Walderbraeu | anders|denken
"Gehe Wege die noch niemand ging.
Damit du Spuren hinterlässt,
nicht nur Staub."

Geschäftsideen von Kunden finanzieren lassen

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Es müssen nicht immer Kredite, Darlehen oder Förderungen sein mit denen ich meine Geschäftsidee finanziere. Schon mal an Ihre Kunden gedacht?

Wie gestern versprochen ein weiteres Beispiel das ich auf der Aufschwung erzählt hatte, nachdem eine kritische Stimme bemerkt hatte, dass Beispiele wie Sellaband, MyFootballClub oder nvohk reine Modeerscheinungen einer verrückt gewordenen Welt seien.

Tatsächlich ist die Idee, Kunden in Wertschöpfungs- geschweige denn Finanzierungsprozesse einzubinden keine neue. Die “alten” Beispiele sind vielleicht unbekannter weil internet-affine Blogger sie nie zu Weltstars gemacht haben – weniger erfolgreich sind sie jedoch nicht.

Aber jetzt zur versprochenen Geschichte. Sie stammt von der kleinen Brauerei Königsegger in Königseggwald. Die Ausgangssituation die zur Idee der Brauaktien geführt hatte war Leidensdruck (angeblich jene Phase in der Menschen am stärksten für Veränderungen zugänglich und bereit sind).

Der Strukturwandel und die rein marktwirtschaftliche Orientierung vieler großer Brauereien haben die Bierlandschaft stark verändert. Der Konzentrationsprozess nimmt weiter zu. Durch ständige Betriebsschließungen und Übernahmen geht Stück für Stück oberschwäbische Brauereikultur verloren. Auch der Fortbestand der Braustätte und Mälzerei in Königseggwald war stark gefährdet.

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Die Bürger von Königseggwalder hatten freilich etwas dagegen dass es ihr Lieblingsbier bald nicht mehr geben sollte und hatten die Idee, die Brauerei 2003 in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. 500 Euro war der Nennwert einer Aktie, wobei die Höchstzahl der Aktien pro Aktionär mit 50 Stück beschränkt wurde. So soll verhindert werden, dass sich Großaktionäre einschleichen und zu viel Einfluss auf die Entwicklung des Unternehmens nehmen können. Besonders gelungen finde ich das Konzept der Gewinnausschüttung.

Da sich die Aktionäre überwiegend aus Freunden der heimischen Braukultur zusammensetzen, wird festgelegt, dass die jährliche “Dividende” in Bier “ausgeschüttet” wird. Es war vorgesehen, dass jeder Aktionär für seine WalderBräu-Aktie eine Dividende von 50 Litern Bier (oder fünf Kasten) erhält. Bei einem Marktpreis von 12,50 EURO je Kasten Bier entspricht dies einer Dividende von weit über zehn Prozent. Diese Dividende lässt sich schmecken.

Einen freien Handel der WalderBräu Aktie gibt es übrigens nicht, da es sich um vinkulierte Namensaktien handelt. Für Interessenten gibt eine Warteliste in die man sich per eMail einträgt. Erfreuliches Resultat der Neuausrichtung:

Der Ausstoß an selbst hergestelltem Bier ist im zweistelligen Prozentbereich gestiegen, zahlreiche Auszeichnungen und Prämierungen bestätigen das in unsere Biere gesetzte Vertrauen.

Und auch die Aktionärsversammlungen sehen um einiges kommunikativer aus, als jene die man von anderen Aktionärsversammlungen her kennt…

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Link und Bilder: www.koenigsegger.de

Nachtrag: Hier gibt es noch eine Seite mit Fotos begeisterter Aktionäre und Fans, die sicher noch dazu beitragen werden die Biermarke zur Kultmarke werden zu lassen.

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  • http://www.mysites.ch Schmidt

    Danke für den Winzerblog, interessant!

  • Pingback: In der Blogger-Lounge auf der Aufschwungmesse

  • http://www.reischl.com Gerald Reischl

    @wine
    hi, das weingut summerer in niederösterreich hatte einmal eine ähnliche idee: sie hatten vor einigen jahren einen weinberg virtuellen winzern überlassen, die vom rebschnitt über die düngung bis zur wahl des etiketts und des verschlusses (man entschied sich dann für den glaskorken) die pflege des weinbergs nach dem demokratischen prinzip via web beschlossen entschieden haben. entsprechend des ertrags wurden sie dann mit wein ausbezahlt. vom web v@ltliner hab ich noch immer eine flasche daheim. schmeckt hervorragend. warum summerer das nicht mehr anbietet, weiß ich nicht, werde sie heute gleich mal fragen.
    lg gerald

  • http://www.hannestreichl.com Hannes Treichl

    @Thomas – danke vielmals, ich bin sehr gespannt. Ein Winzerbeispiel findet sich auch bei Kollegen Burkard Schneider: siehe hier

    @Michael
    Ebenso Danke. Klar können solche Modelle auch den Bach runter gehen warum auch nicht. Finanzieren alleine reicht natürlich nicht aus…

  • http://www.tblog.at Michael Egger

    Servus,

    Anderes Beispiel gefällig? Die Eggenfelder Wirtshaus AG – sind mittlerweile aber in Konkurs. Vergisst man leicht, dass sowas auch den Bach runter gehen kann.

    Aber es gibt immer noch das
    http://www.wirtshaus-feldwies.de
    Ist auch eine Wirtshaus AG mit 600 Aktionären.

    Prost und Mahlzeit!

  • http://winzerblog.de Thomas Lippert

    Im Weinbau gibt es seit jeher ähnliche Ansätze. Ich werde einmal versuchen einige Beispiele auszugraben.