Wir lehren unsere Kinder Dinge, von denen wir glauben, dass sie sie beherrschen müssen, um ein System aufrechtzuerhalten, in dem wir tüchtige (Fließband)Arbeiter brauchten. Menschen, die Anweisungen befolgen.

Wir lehren, ruhig zu sitzen. Wir lehren untertänig zu fragen, wenn jemand auf die Toilette will. Wir lehren, dass Strichmännchen dreidimensionale gezeichnet werden müssen, weil zweidimensionale von Naivität zeugen; nach der wir uns gleichzeitig sehnen:

strichmaennchen

Wir unter-richten (im Sinne von gleich-richten und reparieren) Anpassung, Unterordnung und Eingliederung in ein System, dessen Grenzen erreicht sind, und das womöglich gar zum Scheitern verurteilt ist; weil die einzig wahre Rendite nur Sinn sein kann.

Wir lehren junge Menschen, zu angepasstem und leidenschaftslosem Durchschnitt mit vergleich- und messbaren Fähigkeiten zu verkommen; weil nur Durchschnitt, Anpassung und Messbarkeit (am Fließband, im Großraumbüro und auch am Managersessel) einfach austauschbar sind.

Wir lehren Neandertalerdenken: Flucht oder Kampf; richtig oder falsch. Multiple Choice Tests fragen nicht nach dritten Alternativen, weil deren Überprüfung der Massenproduktion von Karrierezombies mit Maschinenhirnen (und Maschinenherzen) im Wege steht.

Wir lehren Kinder, dass Menschen mit Studium sicherer leben; weil sie höhere Chancen auf glücklicher machendes Einkommen und sicherere Jobs haben. Welch Irrsinn!

Wir lehren das Prinzip von Verschuldung und den Verkauf unserer Lebenszeit an ein konsum-(statt wert)orientiertes System. Weil nur Konsum unsere Jobs sichert, die wir brauchen, um uns mit ihnen ein paar Tage Urlaub im Jahr zu erkaufen. Und um für ein Haus zu leben – statt in einem Haus.

Wir lehren: „Mach deinen Job, dann wirst du nicht gefeuert!“ Statt: „Boah, das ist genial was du machst; überrasche mich noch mehr!“

Wir ernten, was wir leeren lehren.

Unsere Schulen zerstören Träume – statt junge Menschen zum Träumen anzustiften und ihnen Mut zu machen; Mut nach vorne zu treten, aufzustehen und zu sagen: „Lass es uns anders machen!“ Und dafür auch Verantwortung zu übernehmen übernehmen zu wollen.

Unsere Schulen dürfen verrückte Träume nicht nur nicht verbieten. Sie müssen sie ermöglichen und fördern! Mit allen Mitteln, denn nur bleiben unsere Kinder ‚Natural Born Artists‘, die mutig sind und sich über längst nicht mehr funktionierende Regeln hinwegsetzen, um neue zu gestalten.

Statt zu träumen aber lehren wir, das Spiel nach bekannten Regeln weiterzuspielen; weil wir nicht akzeptieren wollen, dass sich längst nicht nur die Regeln geändert haben, sondern das ganze Spiel.

Zwei Noten fehlen morgen im Zeugnis meiner Kinder: jene für ihre Träume. Und jene für ihre Ideen und Vorschläge, wie wir die Welt jeden Tag zu einem noch schöneren Ort machen könnten.

Liebe Emma, lieber David.

Ich bin heute ganz besonders stolz auf euch. Nicht wegen eurer durchmischten Noten. Sondern weil ihr Schule anderes versteht als einen Job, bei dem es um Fließbandarbeit, Vorgesetzte, Regeln und Qualitätstests geht. Ja, ich bin stolz; auch wenn es unser Leben dadurch bestimmt nicht leichter macht – aber besser.

Ich bin stolz, weil eure Kreativität (auch was das Verhandeln über Hausaufgaben betrifft) meine stets übertrifft – nicht wegen sondern trotz Schule.

Ich wünsche euch, dass ihr eure wundervollen Träume weiter träumt. Bis ihr irgendwann aus ihnen heraus wachst. Und dass ihr vielleicht schon zu jener Generation post-kommerzieller Schöpfer gehört, die Wirtschaft als das verstehen, wozu sie einst gedacht war: als ein Werkzeug für ein gutes Leben – und nicht als das Leben selbst.

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Hannes Treichl

Hannes Treichl

In diesem Blog findest du persönliche Gedanken, Geschichten über beHERZte Menschen, außergewöhnliches Marketing und kreatives Denken. Mehr über mich steht hier ».

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