Kuchen dekorieren - 500 Millionen Dollar Business‚Hobbycraft‘ ist in den USA längst ein riesen Geschäft. Wer schon einmal in einem der vielen Do-it-yourself (DIY) stores war, kann die Größenordnung des Segments nur erahnen.

Allein für Kuchendekoration (cake decoration) geben Amerikaner jährlich rund 500 Millionen Dollar aus. Bei uns leidet DIY aber noch immer häufig noch unter einem „das ist doch nur etwas für Großmütter“ und billigem Bastel-Image.

2 Beispiele, dass es aber auch anders geht – eines aus der ‚alten Welt‘, das andere aus der ’neuen‘.

LINKLE Stitch ’n Bitch Cafe

Stitch 'n Bitch - das Nähcafe (Foto Linkle.nl)Internet Cafes waren gestern. Will ein Cafe heute in sein, sollten dort Nähmaschinen stehen.

Das Nähcafe ist ein ehemaliges Weingeschäft mit fünf einfachen Sperrholz-Tischen, einem Schneidetisch und 10 Nähmaschinen, in dem sich jeder bei einer Tasse Tee oder Kaffee hinsetzen und loslegen kann – um Schnittmuster auszuprobieren, Hosen zu kürzen oder Socken zu stopfen.

5 EUR kostet die Benutzung der Nähmaschinen pro Stunde, professioneller Rat inklusive. Und im Gegensatz zu einsamen Stricksessions vor dem Fernseher, trifft man im Stitch ’n Bitch immer Gleichgesinnte. Mittlerweile bietet die Betreiberin auch Kurse an, und lädt dazu durchaus renommierte Vortragende wie z.B. einen Korsettdesigner ein. Preis: 150 EUR pro Tag.

Fast schon selbstverständlich: Der Internetshop auf der Homepage des Nähcafes.

[Siehe auch Linkle.de, Springwise und Best Practice Business Blog | Foto: Linkle]

Burdastyle.com

Vor über 50 Jahren (1950) übernahm Aenne Burda einen kleinen maroden Modeverlag und machte daraus den größten Modezeitschriften Verlag der Welt. Heute verdient die Hubert Burda Media ihr Geld mit ganz anderen Dingen als Strickheften, begrub vor wenigen Tagen die Zielgruppenzeitschriften Anna und Verena, und stellt fast gleichzeitig Burdastyle vor.

Hobby: Design, Stricken, Nähen

 

Burdastyle ist eine Internetplattform (Social Network) für Fans selbstentworfener Mode. Mitglieder der kostenlos zugänglichen Community präsentieren ihre eigenen Entwürfe unter einer Creative Common Lizenz, verwenden Schnittmuster von anderen, kombinieren sie mit eigenen Ideen, oder tauschen einfach nur Tipps und Tricks aus.

In ihrer Präsentation auf der DLD in München verrieten die beiden Projektleiterinnen eines der Ziele von Burdastyle: Auch bekannte Modedesigner sollen schon bald der Community ausgewählte Designs zum Nachmachen zur Verfügung stellen.

Das einzige Limit ist die Fantasie

InnovationsworkshopFans von Trendbegriffen haben bei beiden Beispielen eine riesen Auswahl, welchem Trend sie die beiden Geschäftsmodelle zuordnen wollen (z.B. Crowdsourcing, Being Spaces, Customer Made, DIY, Coffee Office, User generated content, und und und).

Egal wofür man sich entscheiden will. Am Ende zeigen beide Beispiele, die Notwendigkeit für Veränderung und den Blick über den Tellerrand althergebrachter Gewohnheiten hinaus.

Kunden in einen Schritt der Wertschöpfungskette mit einzubauen oder Leistungen erlebbar machen sind eine Möglichkeit, um auch in einer Zeit in der allerorts Schneidereien ebenso zusperren wie Schuster oder Strickwarenzubehör Geschäfte.

Veränderung sichert das eigene Überleben. Sich immer wieder Inspirationen aus ganz anderen Segmenten zu holen und unterschiedlichste Modelle miteinander zu kombinieren machen auch in überfüllten Märkten eine Positionierung über eine Nische möglich.

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Hannes Treichl

Hannes Treichl

In diesem Blog findest du persönliche Gedanken, Geschichten über außergewöhnliches Marketing, kreatives Denken und das Tun beherzter Menschen. Mehr über mich »

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