Supercenter Angeloni - beispielhaftes Zielgruppenmarketing 50+Das Supercenter Angeloni in Curitiba, Brasilien, hat genau das geschafft, wovon viele nur reden aber die richtigen Ansätze noch nicht gefunden haben: Er richtet sein Angebot auf die heiß umworbene Zielgruppe der Senioren aus.

Zur Ausstattung des Shopping Centers gehören auch motorisierte Rollstühle, Sitzbänke zwischen den Spezialkassen um die Wartezeit auf Parntner oder Familie zu erleichtern, Sonderparkplätze in Eingangsnähe und vieles mehr. Wer seine Einkaufstaschen nicht allein nach Hause schleppen kann, kann sich die Einkäufe entweder liefern lassen, oder ein junger Mitarbeiter begleitet die Kunden nach Hause.

Zudem beschäftigt der Supermarkt sehr viele Senioren, ein Verantwortlicher begründet das so:

‚Wenn wir könnten, würden wir unser jüngeres Servicepersonal durch Senioren ersetzen. Sie sind zuverlässig, pünktlich und zuvorkommend. Sie fehlen nicht, sind gut gelaunt und reden mit den Kunden, während sie zum Beispiel die Ware einpacken. Ihre Arbeitsmoral ist einfach gut.‘

Auch wenn ich kein Fan von solchen Pauschalierungen bin – ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das in einem Serviceparadies wie Brasilien funktionieren wird. Noch eines wäre aber interessant zu wissen: Ob z.B. Preisschilder oder auf Verpackungen aufgedruckte (nicht nur für Senioren kaum lesbare) Informationen ebenfalls zielgruppengerecht aufbereitet werden.

Wer jetzt sagt, die Ideen wären zu einfach: Es geht nicht darum ob kompliziert, komplex oder einfach, sondern darum, nicht nur zu reden sondern umzusetzen. Das Supercenter positioniert sich ganz klar auf eine Zielgruppe (50+), ohne gleichzeitig in Panik zu verfallen, damit jüngere Zielgruppen zu verschrecken. Und welche Familie macht nicht gerne der Oma die Freude dort einkaufen zu gehen, wo sie sich am wohlsten fühlt.

Gefunden bei altersdiskriminierung.de via

Geschrieben von Hannes Treichl am 9. Januar 2007