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Vom 29.-30. September 2007 findet in Wien ein Barcamp statt – eine Konferenz der etwas anderen Art. Was ein Barcamp ist, wie es organisiert und umgesetzt wird zeigt nachstehender Fernsehbericht. Was ein Manager von Barcamps lernen will steht weiter unten.

Was ist ein Barcamp?

Barcamps, so genannte Un-Konferenzen, sind Orte des freien Wissensflusses, aber auch ein Beispiel für das Funktionieren hierarchiefreier Kollaboration und Selbstorganisation jenseits des Webs (Mario Sixtus).

Barcamps sind aus dem Bedüfnis heraus entstanden, dass sich Menschen in einer offenen Umgebung austauschen und voneinander lernen können. Es ist eine intensive Veranstaltung mit Diskussionen, Präsentationen, und Interaktion der Teilnehmer untereinander. (Wikipedia)

Die wichtigsten Regeln

  • Keine Zuschauer sondern nur Teilnehmer! – Jeder der kommt muss zu dem Treffen beitragen
  • Es gibt keine vordefinierte (zumindest keine in Stein gemeiselte) Agenda, diese entwickeln die Teilnehmer selbst (Beispiel)
  • Es gibt keine Hierarchie zwischen Vortragenden und Publikum

Ich weiß, dass jetzt so manchem Starvortragenden und Organisationsfanatiker die Haare zu Berge stehen. Dennoch lohnt sich ein Nachdenken, wie die Barcamp Euphorie auf eigene Veranstaltungen übertragen werden könnte. Auch in WeissSee haben wir Lernerfahrungen von Barcamps genutzt, um in Kleingruppen ganz spontan dringliche Anliegen aufzuarbeiten.

Einige Zitate aus dem Video

  • „Für den Fall, dass du mitmachst, stell dich darauf ein, dich mit anderen Barcampern auszutauschen.“
  • „Wenn du gehst, sei bereit, deine Erfahrungen mit dem Rest der Welt zu teilen.“
  • „Oft sorgt Serendipity („der glückliche Zufall“) für die besten Lernerfahrungen.“
  • „Es gibt keine Zuhörer – es gibt nur Teilnehmer.“
  • „Sogar die Nachbereitung organisiert sich von selbst.“

Was Unternehmen von Barcamps lernen könn(t)en

„Schooon wieder eine Konferenz! Wer wohl diesmal beim Bullshit Bingo gewinnt?!“ – Nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern ein Feedback, das ich kürzlich im Rahmen eines Interviews erhielt. Worum ging es?

Ich unterstütze eine Organisation bei der Vorbereitung einer mehrtägigen Konferenz. Die Voraussetzungen sind ähnlich wie bei vielen anderen Unternehmen.

  • Die meisten „Zuhörer“ haben während des Jahres nur wenig Kontakt zueinander, zu speziell sind ihre Aufgabengebiete und Märkte – denken sie.
  • Auf Konferenzen präsentier(t)en (bislang) v.a. Führungskräfte, viele MitarbeiterInnen lassen sich berieseln und werden nicht aktiv in die Konferenz eingebunden.

Wunsch(traum?) der Geschäftsführung für die nächste Veranstaltung

  • Es sollen mehr Leute aktiv eingebunden, und
  • die Inhalte der Vorträge sollen vielfältiger und vor allem „spannender“ werden, um
  • den Austausch anzukurbeln,
  • Lernerfahrungen zu multiplizieren,
  • die Teams enger aneinander zu binden, und
  • dem Management tiefere Einblicke in das Tagesgeschäft bzw.
  • die täglichen Herausforderungen der einzelnen Teams geben.

Als ich einem führenden Manager vom Ablauf des Ideencamps in WeissSee bzw. eines Barcamps erzählt hatte, dachte er (ehrlich) laut nach: „D.h. Barcamps funktionieren, weil sie von Communities organisiert, promotet und mit Inhalten gefüllt werden. Wenn wir ehrlich sind fehlen uns aber genau jene Features, die eine Community auszeichnen.“

Was das wäre? Kollege Burkhard Schneider hat vor einiger Zeit auf Basis eines hervorragenden Beitrags von Sheryl Nussbaum-Beach einige Besonderheiten von Communities herausgearbeitet (unvollständige Aufstellung!):

  • Eine Community organsiert sich selber und verlässt sich nicht nur auf den Moderator
  • Der Moderator sollte sich nicht als Inhaber der Community betrachten, sondern als Teil der Community
  • In einer wachsenden Community sehen sich alle Mitglieder als “Mitinhaber” der Community
  • Informationsaustausch ist der erste Schritt zum Aufbau einer Community (Grundprinzip: Geben und Nehmen).
  • Nicht die Größe einer Community ist entscheidend, sondern die Aktivität und die Ergebnisse

Die Frage ob bzw. welche Eigenschaften auf Mitarbeiterteams zutreffen, muss jeder selbst beanworten.

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Wer will, schaut am besten selbst einmal bei einem Barcamp vorbei (für internatnahe Berufe und Branchen ohnehin schon fast ein Muss Soll), und nimmt für sein eigenes Unternehmen umsetzbare Erfahrungen (und Freundschaften) mit. Aber Achtung: Das Barcamp-Fieber soll ansteckend sein 🙂 Eine umfangreiche Übersicht der nächsten Barcamps und ähnlicher Veranstaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es auf der Seite von Henning Krieg.

Jetzt freue ich mich aber erst mal auf das Barcamp in Wien, darauf viele bekannte Gesichter wiederzutreffen, eine Reihe anstehender Gespräche zu führen, und an Ideen weiterzuarbeiten. Freie Plätze gibts übrigens noch…

Wichtigste Links zum BarcampVienna
www.barcamp.at/BarCamp_Vienna_September_2007
Liste der TeilnehmerInnen und Anmeldung

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Hannes Treichl

Hannes Treichl

In diesem Blog findest du persönliche Gedanken, Geschichten über außergewöhnliches Marketing, kreatives Denken und das Tun beherzter Menschen. Mehr über mich »

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