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Gäste bestimmen Hotel- und Restaurant Preise selbst

Es gab auf ANDERS|denken schon mehrere Beispiele für Geschäftsmodelle (bzw. PR Aktionen) bei denen Kunden Preise für Produkte und Leistungen selber bestimmen – keines jedoch in einer Größenordnung wie dieser:
In der Zeit von 04.07. 2009 – 11.07. 2009 laden die Längenfelder Touristiker 100 Gäste ein das Tourismusangebot in Längenfeld zu testen. Unglaublich aber wahr: der Gast entscheidet selbst über den Wert seines Urlaubes. [...] Unter den Interessierten die sich hier auf der Homepage anmelden werden jeweils 3 Urlaubstage für 2 Personen verteilt. Auch Raftingtouren, Mountainbiketouren und schöne Abendessen Tests werden unter den Teilnehmern verlost! Der Fernsehsender RTL wird einige Gäste begleiten und deren Erlebnisse in einer Reportage vorstellen.
14 Hotels, 4 Gastronomiebetriebe und 3 Veranstalter für Freizeitaktivitäten machen bei der Aktion mit und lassen Gäste Preise für ihre Leistungen selbst bestimmen. Initiator der Idee ist nicht – wie man vermuten möchte – das für die Vermarktung des Ötztals zuständige Tourismusmarketing Organisation, sondern ein privates Marketingunternehmen (www.otztal.at) unter der Leitung von Martin Santer.
Ich erinnere mich an ein gemeinsames Abendessen im Rahmen eines anderen Projektes, in dem wir vor einigen Wochen über Beispiele alternativer Preisgestaltung gesprochen haben. Bemerkenswert in welch kurzer Zeit die Ötztaler auf diese reagiert, und ein eigenes auf die Beine gestellt haben!
Live Quality Check ist eine mutige und durchaus zeitgemäße Idee der Ötztal Marketer, die selbst folgende Ziele verfolgen dürften:
- In einer Woche mit tradionsgemäß schwacher Auslastung Gäste ins Tal zu bringen,
- Kontaktadressen zu generieren,
- PR und Mundpropaganda zu forcieren.
Nur bedingt gelungen finde ich die Kommunikations-Strategie hinter dem Projekt. Wie wir von anderen Beispielen wissen reicht es nicht aus “nur” eine gute Idee zu haben, ohne diese entsprechend zu kommunizieren – sprich zu “verkaufen“.
Die Ötztaler vertrauen zu 100% auf die “Kraft der Idee” und verzichten auf jegliche externe PR Unterstützung, Projekt- bzw. Gäste-Blog(s), RSS Feeds für Presse und andere Interessierte, einen etwas abwechslungsreicheren Medienmix oder den Einsatz von Social Media. Dass diese für ein Projekt wie dieses hervorragend geeignet wären (Mundpropagandapotenzial vorhanden) zeigt ein kleines Beispiel.
Ötztal.at Geschäftsführerin Claudia Wopfner postete einen Hinweis über den Live Quality Check in ihrer Facebook Statusmeldung (ansehen). Wenig später erschien ein Beitrag über das Projekt auf www.tirol.at. Die Presseinfo dürfte beim Redaktionsteam in der Fülle der Meldungen vorher wohl untergegangen sein.
Alles in allem empfehle ich meinen LeserInnen das Projekt und den erwarteten Erfolg weiter zu beobachten – ich werde das auch hier im Blog tun und bin gespannt auf Eure Diskussionsbeiträge!
Webseite des Projekts: www.live-qualitycheck.com. Und wer noch überlegt sich für die Testwoche anzumelden, dem hilft vielleicht dieses Video bei seiner Entscheidung weiter. Viel Spaß und viel Glück bei Eurer Bewerbung!
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Dienstleistungen in Echtzeit bewerten
Seine Meinung über das Essen im Lieblings-Restaurant kund zu tun und es anderen Menschen – egal wo auf der Welt diese gerade sind – weiter zu empfehlen war noch nie einfacher als heute.
Vor einigen Monaten habe ich hier im Blog Qype Radar vorgestellt – eine Anwendung für Mobiltelefone mittels derer Bewertungen für Gastronomiebetriebe (und viel mehr!) in der näheren Umgebung des eigenen Aufenthaltsortes abgerufen werden können.
Am Ende des Beitrags stand folgende Bemerkung:
Bislang funktioniert zwar nur der Abruf von bestehenden Bewertungen, aber auch das Hochladen live aus dem Restaurant dürfte wohl nur noch eine Frage kurzer Zeit sein.
Wie schnell sich Dinge entwickeln!
Heute lese ich im Blog von Qype (aus dem auch obige Bilder stammen) folgende Anmerkung:
Nachdem die erste Version bereits über 10.000 mal heruntergeladen wurde, haben wir viel Feedback bekommen. Am meisten wurde gewünscht, aus der Anwendung heraus auch Fotos hochladen und Beiträge schreiben zu können. Das geht nun mit der Version 2! So kann man quasi in Echtzeit Beiträge schreiben und Eindrücke von dem Platz, an dem man gerade ist, vermitteln.
Glückwunsch dem gesamten Qype Team, jenen Unternehmern die bereits aktiv mit Bewertungsplattformen arbeiten, und einen ruhigen Dornröschenschlaf allen anderen!
Mehr über Bewertungsplattformen und was der Deutsche Hotelverband über Holidaycheck denkt demnächst hier im Blog…
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Kaufentscheidungen

Die Europäische Kommission hat vor einiger Zeit den Eurobarometer Flash für Tourismus veröffentlicht. Die 126 Seiten Studie basiert auf Interviews mit 27.000 Menschen in 27 europäischen Ländern.
Für ANDERS|denken LeserInnen wohl wenig überraschend das Ergebnis betreffend den wichtigsten Quellen die für Informationsbeschaffung und Buchungsentscheidungen herangezogen werden:
1. Persönliche Empfehlungen von Freunden (57%)
2. Internet (38%)
3. Persönliche Erfahrungen (31%)
Stellt sich für manch eine/n jetzt wohl die (berechtigte) Frage, warum wir noch immer wesentlich mehr Geld in traditionelle Werbung und Zwangs-Berieselungs-Kommunikation als in Mundpropaganda-Kampagnen stecken… Viel Erfolg jenen die schon lange ANDERS|denken!

Link zur Studie (pdf, 4 MB) und zur Erinnerung noch einmal eine ausgezeichnete Visualisierung von Helge Fahrnberger. Vergessen wir nämlich nicht, dass sowohl persönliche Empfehlungen als auch Erfahrungen immer mehr über Internet geteilt werden – und das nicht nur für Kaufentscheidungen für Urlaubs-Reisen!
Quelle: Blog Österreich Werbung
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Kunden begeistern: Ein (Video-)Beispiel fürs Lehrbuch.
“Viralkampagne oder einfach nur Service das begeistert?”
Schon eigenartig dass wir uns diese Frage stellen wenn es jemand schafft seine Kunden restlos zu begeistern. Schaut Euch dieses Video an und sagt mir, für welchen Flug Ihr Euch entscheiden würdet wenn Ihr die Qual der grauen Wahl identischer Angebote hättet.
Eine Amerikanerin aus San Antonio die den coolen Flight Attendant per Handy aufgenommen hat (siehe hier) schreibt auf YouTube:
Had a flight home from Dallas to San Antonio (3-2-09) and never expected this…I have to say that this was the best hour and fifteen minute flight I have ever been on. Southwest Airlines should give this man a major pay raise..not only was he good but he was good lookin!!!
Ich geh einen Schritt weiter: David Holmes, so der Name des rappenden South West Airlines Stewards, gebürt nicht nur Anerkennung für seinen Auftritt, seine Motivation für seine Arbeit (siehe unten) sondern ein Teil des Marketing-Budgets der Werbeagentur als Sonderprämie!
David Holmes selbst sagt (lt. dieser britischen Zeitung) zu seinem Auftritt:
I didn’t know how they were going to react, but I like to have fun at work. People started getting off the plane and said to me ‘that’s the first time I have listened to the emergency instructions’.
Übrigens wurde der Clip in seinen unterschiedlichsten Varianten alleine auf YouTube in einer Woche bereits von einer viertel Million Menschen angesehen.
Das Video (das übrigens nicht das erste Rap Video aus einer Southwest Maschine ist) und die tausenden Feedbacks dazu lassen nicht darauf schließen ob das ganze nicht “nur” Resultat einer hervorragend geplanten Viralkampagne von Southwest Airlines ist. Sollte jemand aktuellere Infos haben sind sie in den Kommentaren willkommen.
Gefunden bei Tourismus Zukunft
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4 Euro – So viel kosten 30min Internet!

Es war wie ein Déjà-vu und ich müsste hier nicht mal selber texten sondern kann (fast) 1:1 die Worte von Peter Eich aus einem Beitrag vom November 2008 übernehmen, nur dass in meinem Fall der Ort des Schreckens das Hotel Sonne in Lienz ist. Peter schrieb damals:
Eben bin ich im Hotel Viva Creativo in Hannover angekommen, wo ich morgen einen Vortrag über Tourismus 2.0 halten soll. Hier kostet das WLAN 5 Euro. Am Tag? Nein… IN DER STUNDE.
Zuerst habe ich mich darüber geärgert. “Was kostet denn der Strom für mein Ladegerät? Wieviel Wasser ist gratis? Welche Münzen brauche ich für die Heizung? Kostet die Klospülung auch?” usw. – die üblichen Fragen an die arme Rezeptionistin, die eigentlich ganz meiner Meinung war.
“Peters Hotel” ware geradezu günstig zu den unglaublichen 4 Euro (!!!) die das Best Western Hotel Sonne in Lienz seinen Gästen für 30 Minuten Internet verrechnet. Egal – ich dank dem Hotel für einen aktuellen Aufhänger beim Workshop der in ein paar Stunden beginnt. Der Rest des Beitrags ist vor allem für eigenes Backup.
Manche Manager scheinen noch immer nichts von digitaler Mundpropaganda gehört zu haben. In obigen Fällen wäre das Thema sogar schon angesichts der Seminartitel “aufgelegt”. Die Zeiten ungestrafter Abzocke sind glücklicherweise vorbei, das musste in Peters “Fall” auch das Viva Creativo erkennen.
Ein einziger Blogpost führte zu einem Schneeballeffekt und dutzenden Echos in anderen Blogs.
Noch ein halbes Jahr später spuckt der Suchbegriff “Hotel Viva Creativo” ein Ergebnis aus, das jedem Suchmaschinenoptimierer der den Auftrag für die Behebung dieses Reputationsschadens erhält, Euros in den Augen leuchten (oder die Haare zuberge stehen) lassen müssten.
Hotels und andere Locations die kostenloses Internet anbieten gibt es mittlerweile zur Genüge. Soschreibt mir beispielsweise Rudi Besiak vom Club Landskron via Twitter:
Und wenn schon nicht kostenloses WLAN (was ich als Gast gar nicht mal erwarte), dann zumindest leistbar, liebe Hoteliers! Nicht nur dass es Euch einen möglichen Reputationsschaden erspart, es kommt euch am Ende sogar noch zugute!
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Wie nutze ich das Mundpropaganda-Potenzial im Internet?
Gehören Blogger in den Presseverteiler? Mit dieser Frage haben sich bereits genügend Blogs beschäftigt. Professor Matthias Fank von der FH Köln hat sich dem Thema mit einigen StudentInnen auf wissenschaftlicher Basis beschäftigt, und mir dankenswerterweise eine Kopie der Auswertung zukommen lassen.
Web-2.0-Studie 2009
Studie über Blogger und Foren-Betreiber – Ergebnisse einer empirischen Forschung
Anmerkung vorab:
Die Themenstellung so manchem Experten vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß erscheinen. Spätestens seit Facebook, Twitter & Co. die Reichweiten noch einmal jenseits dessen katapultieren was Blogs und Foren jemals zu leisten im Stande waren, sollten die Inhalte in ihren Grunderkenntnissen durchaus umlegbar sein.
Mir sticht vor allem dieser Punkt ins Auge:

“Ich würde mich freuen zu Presseveranstaltungen (Produkteinführungen, -präsentationen, Pressekonferenzen, Firmenevents) von Unternehmen eingeladen zu werden.”
Ich weiß nicht wie viele “Presse-Arbeiter” davon in Österreich schon Notiz genommen haben. Ihr glaubt mir nicht? Der (nicht-wissenschaftliche) Selbsttest ist einfach:
Ruft die Marketer irgendeiner Veranstaltung (oder Produktpräsentation) die Ihr gerne besuchen würdet an und fragt, ob Ihr Euch als Blogger akkreditieren könnt. Wenn Ihr die Hürde “Was ist das?” genommen habt, werdet Ihr nach dem Presseausweis gefragt werden.
Einladungen zu Presseveranstaltungen, um über Produktinnovationen informiert zu werden, wünschen sich die Betreiber ebenfalls. Der Aussage, sie würden sich über eine Einladung zur Presseveranstaltung freuen, stimmen 40% der Teilnehmer vollkommen zu. Demzufolge scheinen Presseveranstaltungen eine gute Möglichkeit zu bieten, um in Kontakt mit Foren-Betreibern und Bloggern zu kommen.
Ich habe das hier schon öfters angemerkt, weiß aber dass einige es nur dann glauben, wenn es auch in einer “wissenschaftlichen” Studie steht.
Die reine Versorgung der Betreiber mit Presseinformationen scheint im ersten Blick aus verschiedenen Gründen jedoch weniger erfolgsversprechend zu sein.
Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, es ist nicht nur “wenig erfolgsversprechend” sondern dekonstruktiv. Viele Blogger die ich kenne fügen die Absender solcher PR Infos der Senderliste von Spam Mails hinzu. – Ich gehöre übrigens auch dazu, geh aber jetzt nicht davon aus dass die rund 50 Pressemitteilungen die ich jede Woche erhalte weniger werden, denn i.d.R. sind PR Agenturen Aussender und beschäftigen sich leider viel zu selten mit Feedback das nicht direkt mit Ihren (Spam-)Mails zu tun hat, dabei würden sich viele Blog- und Forenbetreiber sogar wünschen.

“Ich finde es gut, wenn Unternehmen mein Forum / Blog beobachten und die Texte lesen, die dort über diese Unternehmen verfasst werden.”

“Unternehmen sollten sich in die Diskussion meines Forums / Blogs einmischen und eigene Beiträge und Kommentare verfassen.”
Irgendwie eigenartig, oder? Da sucht man als Marketer jahrelang nach Möglichkeiten für 1:1 Marketing und hat man diese Chance endlich, überrollt sie einen gleich mit unendlicher Vielfalt – sodass man gar nicht mehr weiß, ob man bei Blogs, Foren, auf Twitter, Facebook oder sonstwo anfangen soll. Schlimmer noch:
Die übernehmen “unseren” Job und machen “Ihr eigenes Marketing”?!?
(Erkenntnis in einem Workshop der nicht allzu lange her ist.)
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Warum ist Twitter so erfolgreich?

Evan Williams (37) ist der führende Kopf hinter einer der erfolgreichsten Web-Unternehmen des Jahres 2008: Twitter. So ganz “nebenbei” hat seine Firma Odeo Twitter 2006 aufgesetzt (so wie übrigens einige Jahre zuvor www.blogger.com).
In diesem kurzen Video erzählt Evan über die Gründungsgeschichte, den Erfolg und das unglaubliche Wachstum von Twitter.
2 Punkte warum ich das Video hier zeige.
Der wichtigste Gründungsschritt: Loslegen!
Zum einen ist es ein supertolles Beispiel dafür, dass keiner endlos mit einem Ideen-schwangeren Kopf herumlaufen, sondern einen konkreten ersten Schritt umsetzen soll.
Businessplan, ja! – Aber nicht stur daran festkleben!
Viel besser: Den Businessplan als Richtung verstehen, sich treiben lassen und Augen und Ohren offen halten!
Ich kenne viele Beispiele (über eines davon mehr in Kürze) bei denen das Starten mit dem ersten Schritt zu dutzenden neuen Chancen geführt haben.
Ich erlebe immer wieder, dass innovative Gründer, Unternehmer oder Erfinder zu schnell aufgeben und ihre Idee verwerfen. Dabei hätten sie häufig das “Zahnrad” nur einen oder zwei Zacken weiter drehen müssen und es wäre “eingerastet”, sprich die Idee hätte erfolgreich umgesetzt werden können. (Burkhard Schneider)
Es gibt keine Ausreden…
…weder für schlechte Präsentationen, noch dafür auf seinen Auftritt kein Feedback zu erhalten. Twitter ist Markt- und Trendforschung in Reinkultur!
JEDER der in irgendweiner Form selbst Vorträge hält, Marktforschung oder (und wer tut das nicht) Kommunikation betreibt oder … ach was:
JEDER sieht sich jetzt 60 Sekunden des Videos ab Minute 6:45 an und weiß was Information Sharing und Geschwindigkeit heutzutage bedeuten! Von Mundpropaganda Reichweite ganz zu schweigen. Viel Vergnügen!
Ich hab mir das Video schon vor einigen Tagen angesehen, nachdem ich darüber via (wo auch sonst) Twitter erfahren habe. Auch ich habe es per Twitter verlinkt, im Blog komme ich erst gute 2 Tage später dazu. Warum? Weil die 140 Zeichen auf Twitter (anders als mein Blog) mich nicht dazu “verpflichten” lange um das Thema herumzuschreiben und “Information sharing” einfach ist wie sonst nirgendwo.
Einführung in Twitter
Wenn Twitter bei Fernseh-Komikern ankommt, muss es Mainstream sein. Jeder muss selbst entscheiden, ob das gut ist oder nicht oder ob es zu Aufmerksamkeits-Defiziten führt. (Georg Holzer, Journalist)
Mehr und Video siehe “Twitter ist Mainstream“.
Foto Evan Williams: Wikipedia
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