Alle Beiträge zum Thema kritik
(Gratis-)Film des Jahres: HOME. Schönheit, Schrecken, Lösungen.
Was soll ich über diese Film schreiben? Ein Film mit kontrastreichen Bildern wie ich sie selten zuvor gesehen habe. Bilder aus einer faszinierenden Perspektive. Ein Film der ohne Schauspieler auskommt – und mich dennoch (oder gerade deswegen) fasziniert.
HOME ist ein 90minütiger Flug über 50 Länder unserer Erde. Untermalt mit Klängen die zum Träumen verleiten. Ein Meisterwerk aneinandergereihter Szenen der Schönheit – und des Schreckens, denn einzig die Sprecherin holt mich immer wieder auf den Boden der Realität zurück. Jagt mir Gänsehaut über den Rücken.
HOME ist ein Spielfilm von Yann Arthus-Bertrand in Koproduktion mit EuropaCorp (Unternehmen von Luc Besson) [...] HOME besteht aus Luftbildaufnahmen, die die großen ökologischen Fragen behandeln und gleichzeitig zeigen, dass es Lösungen gibt.
Bei Home geht es um unsere Erde.
Und um uns.
Mich.
Dich!
Zu empfehlen ist auch die nachstehend verlinkte Pressekonferenz, in der Regisseur Yann Arthus-Bertrand u.a. erzählt, wie er eine Vision umgesetzt hat: Ein Filmprojekt mit modernster Technik und limitiertem Budget zu drehen und am selben Tag weltweit zu veröffentlichen und möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen.
This film has no copyright. On the fifth of of June, the environmental day, everyone can download the movie on Internet. The film is given for free to the distributor for TV and theater to show it the fifth of June. There is no business on this movie. It is available for school, cities, NGO – and you. We have to believe what we know. Let me tell you something: It’s too late to be pessimistic, really too late.“
»» HOME – Kostenlos auf YouTube ansehen ««
Wer sich HOME (so wie ich) lieber am Fernseher ansieht: Hier geht zur Bestellung von HOME bei amazon.
» HOME YouTube Channel Homeproject (DE)
» HOME Pressekonferenz zum Filmstart
» HOME auf Wikipedia (mit Links zu Gratis-Download Möglichkeiten)
interkulturell kritik LOHAS storytelling video
Schluss mit schlechten Nachrichten
Ein Tiroler Hochglanz-Magazin sucht nach den besten Innovationen Tirols und ist dabei selbst nicht wirklich innovativ. Crowsourcing auf Tirolerisch ;-)
Im Zuge des Cover-Wettbewerbs recherchiert WEST rund um das Thema „Innovatives Tirol”, wobei sich die Redaktion nicht nur auf den Technologiebereich beschränken, sondern den Fokus auch auf andere Formen von Innovation legen wird.”
Meine lieben Damen und Herren von WEST: Innovation bedeutet andere Wege zu gehen, z.B. LeserInnen und KäuferInnen Eures Magazins in die Gestaltung zu integrieren, also Cover Wettbewerbe nicht auf die immergleichen Agenturen zu beschränken oder letztendlich Eure LeserInnen über die besten Einsendungen entscheiden lassen!
Berechtigt zur Teilnahme sind alle Mitglieder der Tiroler Fachgruppe „Werbung und Marktkommunikation”. [...] Die von einer Jury auserkorene Siegerarbeit wird das Titelblatt einer der kommenden Ausgaben zieren. Zusätzlich dürfen sich die Gewinner über attraktive Insertionsvolumina freuen. (Auszüge aus Teilnahmebedingungen)
Schon lange wollte ich hier (weil ich in vielen Vorträgen immer wieder auf begeisterte Zuhörer stoße) das Beispiel von myheimat.de erwähnen, Ihr habt mir dankenswerterweise entgültig den notwendig Aufhänger geliefert.
MyHeimat ist mein persönliches Lieblingsbeispiel für Bürgerjournalismus im deutschsprachigen Raum.
myheimat.de ist ein schnell wachsendes, deutschlandweites Bürgerreporter-Netzwerk (über 25.000 Bürger-Reporter, Stand 02/09). Jede Stadt (jeder Ort) hat auf dem Onlineportal myheimat.de ihre eigene sub-lokale Seite, auf der sich die Region trifft, austauscht und vernetzt.
Eine Lokalzeitung die auschließlich von Lesern gestaltet wird – so wie sich das viele wünschen (vgl. “92% für Mitmachzeitung“)
Auf MyHeimat schreiben tausende Hobbyredakteure über News aus ihrer Region. Die besten Artikel werden gedruckt und finden ihren Weg in hundertausende Haushalte in vielen Bezirken in ganz Deutschland.
Die besten auf myheimat.de veröffentlichten Online-Beiträge erscheinen deutschlandweit vielfach auch schon gedruckt. So werden beispielsweise im Raum Bayrisch-Schwaben bereits in 18 Städten myheimat-Monatsmagazine an die Haushalte verteilt, auch im Raum Hannover erscheinen bereits in mehreren Städten myheimat-Magazine, zudem werden wöchentlich mehrmals myheimat-Seiten in den Heimatzeitungen der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung und der Neuen Presse Hannover abgedruckt, ebenso im Raum Marburg in der Oberhessischen Presse.
Was mir persönlich MyHeimat.de so sympathisch macht: Das Bürgerjournalismusportal bedient die Vorliebe seiner Nutzer für gute Nachrichten und zeigt, “was deine Heimat lebenswert macht” (Quelle: Social Media Experte Hugo E. Martin, bei dem es noch viele weitere Artikel über MyHeimat zu lesen gibt!
Beiträge zum Thema Crowdsourcing gibt es in diesem Blog dutzende. Viel Vergnügen beim Stöbern ;-)
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Die “kreativsten” Werbeagenturen des Landes

Im Rahmen eines Interviews zum Thema “Integriertes Marketing” fragte mich vergangene Woche ein Journalist, warum ich Preisen wie z.B. dem Tirolissimo relativ skeptisch gegenüberstehe. Meine Antwort:
Der Slogan an sich spricht Bände:
“Die Branche feiert ihre Besten“.
Weil Preise wie u.a. auch der Tirolissimo in der Regel sich ändernde Marktgegebenheiten ingnorieren und traditionellerweise Auswüchse von Inzucht diverser Branchen sind. Wenn sich Prämierungen in Zeiten in denen auf uns täglich zwischen 3.000 und 5.000 Werbebotschaften einprasseln, und jährlich hunderte Kilo Papier in unseren Postkästen landen, weitehrin auf die kreativste Anzeige, das beste Plakat, den besten Prospekt und den besten Radiospot beschränken, und nicht im Ansatz auf
- integrierte Markenführung,
- Viralmarketing, oder gar
- partizipatives Marketing
eingehen, sind Preise wie der Tirolissimo meines Erachtens nicht nur ein lächerlicher Hochgesang einer untergehenden Branche, sondern auch keinesfalls würdig mit internationalen Kampagnen verglichen zu werden – auch wenn das einige Medien (die mit den ausgezeichneten Agenturen natürlich gutes Geld verdienen) gerne so sehen würden.
Überaus kreative Marketingkampagnen (wie es derer hier in in diesem Blog dutzende gibt) werden beim Tirolissimo überhaupt nicht berücksichtigt, weil hinter den meisten gar keine Werbeagentur stehen. Häufig sind es die (Klein- und Kleinstunternehmer) selbst, die für mehr Mundpropaganda und nachweislichen Erfolg sorgen, als es die Kosten für eine Agentur jemals gerechtfertigt hätten.
Frage an Herrn Christian Handl (Werbeagentur Tripleseven) und Organisator des Tirlissimo:
Warum kürt eine sogenannte “Fachjury” die Gewinner? Warum nicht mündige Konsumten Prosumenten wie du und ich?
Vorweggenommene Anwort meinerseits: Weil wir die meisten Kampagnen gar nicht kennen?! Weil Menschen wie du und ich nicht “fähig” sind zu entscheiden was gut ist und was nicht?! Mag sein, denn wir beschäftigen uns gar nicht mit Euren Kampagnen. Warum auch, bei der täglichen Werbe-Reizüberflutung.
(» siehe “Marketing & Werbung: Damals vs. Heute”)
Haben Werbepreise dann überhaupt noch eine Berechtigung außerhalb der Branche? Ich sage ja, aber bitte mit neuen Strukturen und unter nachweislicher Berücksichtigung nachhaltiger Effektivität. Dass die Agentur xyz den besten Begleittext in Ihre Einreichung geschrieben hat, interessiert vielleicht die alteingesessene "Expertenjury" die den Aufbau wirklich innovativer Kampagnen entweder noch nicht verstanden hat, oder bewusst nicht verstehen will.
Übrigens: Was wirklich erfolgreiche Werbung ausmacht weiß das Tiroler Magazin "west“, denn es hat die “innovativsten Werber des Landes” genau danach befragt. Wer möchte liest diesen Beitrag zu Ende.
Heute bin ich allerdings (ausnahmsweise ;-) keiner Leserin böse, wenn Ihr das nicht tut, denn was die 16 befragten Herrn und 2 Damen (vielleicht liegt genau an diesem Verhältnis das eigentliche Kreativ-Problem ;-) von sich geben ist allgemeines Werbegeschwafel ohne konkrete Inhalte – und da konnten wir schon vor 25 Jahren in diversen Fachpublikationen nachlesen.
Die meisten Statements sind auf ihre Einstiegssätze gekürzt, denn in einem einzigen Satz schaffte es kein Pitch die Frage zu beantworten…
Übrigens: Jene Statemets denen ich voll und ganz zustimme sind die von Thomas Pichler (Tonstudio Klangfarbe) und Gudrun Platzl (Eine Augenweide), die ich bewusst zuletzt anführe, um Euch vielleicht doch ein wenig zu motivieren Euch durch den austauschbaren (vgl. Beispiele 1 und 2 ;-) Statement-Dschungel zu lesen…
Veranstaltungshinweis:

Hannes Treichl auf der Summit09
Veranstalter: Werbeplanung.at (» Blog)
16.-17. Juli 2009, Österreichische Nationalbibliothek
Was ist gute Werbung?
Es gibt keine gute oder schlechte Werbung – es gibt eine, die wirkt oder nicht wirkt…
(Walter Edinger, Edinger Communication)
Es gibt keine gute oder schlechte Werbung – es gibt nur welche die wirkt und Aufmerksamkeit erzielt oder in der Welle der Reizüberflutung durch Gewöhnlichkeit untergeht.
(Peter Fahrngruber, Filmatelier)
Für uns ist gute Werbung jene, die unserem Kunden mehr Umsatz bringt.
(Michael Egger, etouristik)
Gute Werbung ist die kreative Kunst der kommerziellen Verführung.
(Alexander Halbwirth, Agentur Morgenroth)
Gute Werbung muss entweder verkaufen oder Imagepunkte sammeln. Auffallen alleine reicht nicht.
(Alexander Dresen, ACC)
Gute Werbung ist die Kunst, Botschaften auf den Punkt zu bringen und sie so zu visualisieren, dass man die Message sofort versteht.
(Gerhard Purtscheller, Agenturpur)
Gute Werbung erzählt uns eine Geschichte. Kurz und bündig. In 20 Sekunden,, und noch schneller auf Din A4 oder 16 Bögen.
(Charlie Zimmermann, Zimmermann & Pupp)
Gute Werbung ist einzigartig, sie verspricht und fasziniert, sie überdauert die Jahre und verknüpft die Realität mit Fantasie.
(Robert Fattor, Forward)
Gute Werbung löst Assoziationen aus, entfacht eine Geschichte, ermöglich eine Identifikation mit dem Mehrwert oder Nutzen, den die Kommunikation über ein Produkt oder eine Dienstleistung erreichen will.
(Hannes Handle, Handle Creativ Werbeagentur)
Wenn sie ein klares Ziel hat und dieses erreicht, ist sie gut.
(Tom Jank, Impalawolfmitbiss)
Gute Werbung verkauft. [...] Werbung muss verkaufen.
(Walther Nothegger, Nothegger & Salinger)
Gute Werbung ist am Puls der Zeit und wird erst im Spannungsfeld zwischen Idee, Botschaft und Technik köstlich.
(Bernhard Oberhauser, Oberhauser & Partner)
Gute Werbung ist diejenige die verkauft. So sorgen wir von der individuellen Konzeption einer Kampagne oder Veranstaltung über die exakte Planung und Durchführung bis hin zur Erfolgskonrolle dafür, dass unsere Kunden ihre Zielgruppe erreichen.
(Thomas K. Müller, TKM Werbung & Events)
Gute Werbung transportiert eine klare Botschaft, ist zielgruppenorientiert und kreativ.
(Gregor Steiger, Stadthaus 38)
Ganz einfach: Werbung die wirkt. [...] Und darum gehts ind er Werbung: Aufmerksamkeit.
(Niki Lackner, die wilden kaiser)
Gute Werbung berührt die Herzen der Menschen [...] Lässt in eine andere Welt eintauchen, dien den Alltag verzaubert. Vermittelt Erlebnisse, die alle Sinne ansprechen und Gefühle auslösen. Und im besten Falle das Leben nachhaltig bereichern.
(Gudrun Platzl, Eine Augenweide)
Werbung ist Emotion. Es geht darum, ein emotional positives Umfeld zu erzeugen, in dem das Produkt und die Werbeaussage platziert werden. [...] Eine zunehmend beliebte Variante ist “auffallen um jeden Preis!” ohne Rücksicht auf den “Nervigkeitsfaktor”. Ob dies ein nachhaltiges Konzept ist, wage ich zu bezweifeln, ich zum Beispiel besuche einige Möbelmärkte bewusst nicht mehr.
(Thomas Pichler, Tonstudio Klangfarbe)
Vielen Dank…
…an mehrere Tiroler UnternehmerInnen und ANDERS|denkerInnen die mir in den letzten Wochen mehrmals Mails zum selben Thema geschrieben haben. Ich habe leider nicht alle Mails persönlich beantwortet, aber ich hoffe dass dieses Statement meine Haltung gegenüber dem Thema ausreichend wiederspiegelt.
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Gäste bestimmen Hotel- und Restaurant Preise selbst

Es gab auf ANDERS|denken schon mehrere Beispiele für Geschäftsmodelle (bzw. PR Aktionen) bei denen Kunden Preise für Produkte und Leistungen selber bestimmen – keines jedoch in einer Größenordnung wie dieser:
In der Zeit von 04.07. 2009 – 11.07. 2009 laden die Längenfelder Touristiker 100 Gäste ein das Tourismusangebot in Längenfeld zu testen. Unglaublich aber wahr: der Gast entscheidet selbst über den Wert seines Urlaubes. [...] Unter den Interessierten die sich hier auf der Homepage anmelden werden jeweils 3 Urlaubstage für 2 Personen verteilt. Auch Raftingtouren, Mountainbiketouren und schöne Abendessen Tests werden unter den Teilnehmern verlost! Der Fernsehsender RTL wird einige Gäste begleiten und deren Erlebnisse in einer Reportage vorstellen.
14 Hotels, 4 Gastronomiebetriebe und 3 Veranstalter für Freizeitaktivitäten machen bei der Aktion mit und lassen Gäste Preise für ihre Leistungen selbst bestimmen. Initiator der Idee ist nicht – wie man vermuten möchte – das für die Vermarktung des Ötztals zuständige Tourismusmarketing Organisation, sondern ein privates Marketingunternehmen (www.otztal.at) unter der Leitung von Martin Santer.
Ich erinnere mich an ein gemeinsames Abendessen im Rahmen eines anderen Projektes, in dem wir vor einigen Wochen über Beispiele alternativer Preisgestaltung gesprochen haben. Bemerkenswert in welch kurzer Zeit die Ötztaler auf diese reagiert, und ein eigenes auf die Beine gestellt haben!
Live Quality Check ist eine mutige und durchaus zeitgemäße Idee der Ötztal Marketer, die selbst folgende Ziele verfolgen dürften:
- In einer Woche mit tradionsgemäß schwacher Auslastung Gäste ins Tal zu bringen,
- Kontaktadressen zu generieren,
- PR und Mundpropaganda zu forcieren.
Nur bedingt gelungen finde ich die Kommunikations-Strategie hinter dem Projekt. Wie wir von anderen Beispielen wissen reicht es nicht aus “nur” eine gute Idee zu haben, ohne diese entsprechend zu kommunizieren – sprich zu “verkaufen“.
Die Ötztaler vertrauen zu 100% auf die “Kraft der Idee” und verzichten auf jegliche externe PR Unterstützung, Projekt- bzw. Gäste-Blog(s), RSS Feeds für Presse und andere Interessierte, einen etwas abwechslungsreicheren Medienmix oder den Einsatz von Social Media. Dass diese für ein Projekt wie dieses hervorragend geeignet wären (Mundpropagandapotenzial vorhanden) zeigt ein kleines Beispiel.
Ötztal.at Geschäftsführerin Claudia Wopfner postete einen Hinweis über den Live Quality Check in ihrer Facebook Statusmeldung (ansehen). Wenig später erschien ein Beitrag über das Projekt auf www.tirol.at. Die Presseinfo dürfte beim Redaktionsteam in der Fülle der Meldungen vorher wohl untergegangen sein.
Alles in allem empfehle ich meinen LeserInnen das Projekt und den erwarteten Erfolg weiter zu beobachten – ich werde das auch hier im Blog tun und bin gespannt auf Eure Diskussionsbeiträge!
Webseite des Projekts: www.live-qualitycheck.com. Und wer noch überlegt sich für die Testwoche anzumelden, dem hilft vielleicht dieses Video bei seiner Entscheidung weiter. Viel Spaß und viel Glück bei Eurer Bewerbung!
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4 Euro – So viel kosten 30min Internet!

Es war wie ein Déjà-vu und ich müsste hier nicht mal selber texten sondern kann (fast) 1:1 die Worte von Peter Eich aus einem Beitrag vom November 2008 übernehmen, nur dass in meinem Fall der Ort des Schreckens das Hotel Sonne in Lienz ist. Peter schrieb damals:
Eben bin ich im Hotel Viva Creativo in Hannover angekommen, wo ich morgen einen Vortrag über Tourismus 2.0 halten soll. Hier kostet das WLAN 5 Euro. Am Tag? Nein… IN DER STUNDE.
Zuerst habe ich mich darüber geärgert. “Was kostet denn der Strom für mein Ladegerät? Wieviel Wasser ist gratis? Welche Münzen brauche ich für die Heizung? Kostet die Klospülung auch?” usw. – die üblichen Fragen an die arme Rezeptionistin, die eigentlich ganz meiner Meinung war.
“Peters Hotel” ware geradezu günstig zu den unglaublichen 4 Euro (!!!) die das Best Western Hotel Sonne in Lienz seinen Gästen für 30 Minuten Internet verrechnet. Egal – ich dank dem Hotel für einen aktuellen Aufhänger beim Workshop der in ein paar Stunden beginnt. Der Rest des Beitrags ist vor allem für eigenes Backup.
Manche Manager scheinen noch immer nichts von digitaler Mundpropaganda gehört zu haben. In obigen Fällen wäre das Thema sogar schon angesichts der Seminartitel “aufgelegt”. Die Zeiten ungestrafter Abzocke sind glücklicherweise vorbei, das musste in Peters “Fall” auch das Viva Creativo erkennen.
Ein einziger Blogpost führte zu einem Schneeballeffekt und dutzenden Echos in anderen Blogs.
Noch ein halbes Jahr später spuckt der Suchbegriff “Hotel Viva Creativo” ein Ergebnis aus, das jedem Suchmaschinenoptimierer der den Auftrag für die Behebung dieses Reputationsschadens erhält, Euros in den Augen leuchten (oder die Haare zuberge stehen) lassen müssten.
Hotels und andere Locations die kostenloses Internet anbieten gibt es mittlerweile zur Genüge. Soschreibt mir beispielsweise Rudi Besiak vom Club Landskron via Twitter:
Und wenn schon nicht kostenloses WLAN (was ich als Gast gar nicht mal erwarte), dann zumindest leistbar, liebe Hoteliers! Nicht nur dass es Euch einen möglichen Reputationsschaden erspart, es kommt euch am Ende sogar noch zugute!
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Wie nutze ich das Mundpropaganda-Potenzial im Internet?
Gehören Blogger in den Presseverteiler? Mit dieser Frage haben sich bereits genügend Blogs beschäftigt. Professor Matthias Fank von der FH Köln hat sich dem Thema mit einigen StudentInnen auf wissenschaftlicher Basis beschäftigt, und mir dankenswerterweise eine Kopie der Auswertung zukommen lassen.
Web-2.0-Studie 2009
Studie über Blogger und Foren-Betreiber – Ergebnisse einer empirischen Forschung
Anmerkung vorab:
Die Themenstellung so manchem Experten vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß erscheinen. Spätestens seit Facebook, Twitter & Co. die Reichweiten noch einmal jenseits dessen katapultieren was Blogs und Foren jemals zu leisten im Stande waren, sollten die Inhalte in ihren Grunderkenntnissen durchaus umlegbar sein.
Mir sticht vor allem dieser Punkt ins Auge:

“Ich würde mich freuen zu Presseveranstaltungen (Produkteinführungen, -präsentationen, Pressekonferenzen, Firmenevents) von Unternehmen eingeladen zu werden.”
Ich weiß nicht wie viele “Presse-Arbeiter” davon in Österreich schon Notiz genommen haben. Ihr glaubt mir nicht? Der (nicht-wissenschaftliche) Selbsttest ist einfach:
Ruft die Marketer irgendeiner Veranstaltung (oder Produktpräsentation) die Ihr gerne besuchen würdet an und fragt, ob Ihr Euch als Blogger akkreditieren könnt. Wenn Ihr die Hürde “Was ist das?” genommen habt, werdet Ihr nach dem Presseausweis gefragt werden.
Einladungen zu Presseveranstaltungen, um über Produktinnovationen informiert zu werden, wünschen sich die Betreiber ebenfalls. Der Aussage, sie würden sich über eine Einladung zur Presseveranstaltung freuen, stimmen 40% der Teilnehmer vollkommen zu. Demzufolge scheinen Presseveranstaltungen eine gute Möglichkeit zu bieten, um in Kontakt mit Foren-Betreibern und Bloggern zu kommen.
Ich habe das hier schon öfters angemerkt, weiß aber dass einige es nur dann glauben, wenn es auch in einer “wissenschaftlichen” Studie steht.
Die reine Versorgung der Betreiber mit Presseinformationen scheint im ersten Blick aus verschiedenen Gründen jedoch weniger erfolgsversprechend zu sein.
Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, es ist nicht nur “wenig erfolgsversprechend” sondern dekonstruktiv. Viele Blogger die ich kenne fügen die Absender solcher PR Infos der Senderliste von Spam Mails hinzu. – Ich gehöre übrigens auch dazu, geh aber jetzt nicht davon aus dass die rund 50 Pressemitteilungen die ich jede Woche erhalte weniger werden, denn i.d.R. sind PR Agenturen Aussender und beschäftigen sich leider viel zu selten mit Feedback das nicht direkt mit Ihren (Spam-)Mails zu tun hat, dabei würden sich viele Blog- und Forenbetreiber sogar wünschen.

“Ich finde es gut, wenn Unternehmen mein Forum / Blog beobachten und die Texte lesen, die dort über diese Unternehmen verfasst werden.”

“Unternehmen sollten sich in die Diskussion meines Forums / Blogs einmischen und eigene Beiträge und Kommentare verfassen.”
Irgendwie eigenartig, oder? Da sucht man als Marketer jahrelang nach Möglichkeiten für 1:1 Marketing und hat man diese Chance endlich, überrollt sie einen gleich mit unendlicher Vielfalt – sodass man gar nicht mehr weiß, ob man bei Blogs, Foren, auf Twitter, Facebook oder sonstwo anfangen soll. Schlimmer noch:
Die übernehmen “unseren” Job und machen “Ihr eigenes Marketing”?!?
(Erkenntnis in einem Workshop der nicht allzu lange her ist.)
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Facebook Streit in Südtirol

“Ob Südtirol nochmals zum IT-Land aufsteigen wird, wage ich zu bezweifeln“, schreibt ein verärgerter Hanspeter Schraffl in seinem Kronplatz Blog.
Ursache seiner Verärgerung: Hanspeter betreibt die erfolgreiche Südtirol Fanpage auf Facebook. Vor kurzem erhielt er ein Mail des Südtirol Marketing, in dem sich die Werber über die Ähnlichkeit eines von Hanspeter erstellten Logos mit dem (übrigens dem Logo von Wines of Chile sehr ähnlichen) “Südtirol Logo” mokieren.
Irgendwie hat das mal kommen müssen. Ich möchte hier nicht über rechtliche Hintergründe schreiben, das haben Hanspeter und die Leser seines Blogs schon getan, unter anderem Martin Schobert, Internet-Chef der Österreich Werbung.
Markenrecht bleibt Markenrecht. V.a. ist es wichtig, dass eine nationale oder Destinations-Marke auch nicht verzerrt oder verfälscht dargestellt wird. Das ist deren Job dafür zu sorgen, dass auch niemand entsprechende Marken-Bestandteile so einsetzt, dass sie der Marken-Botschaft widersprechen. Das würden wir auch niemals zulassen.
Alles klar, wer möchte das schon. Aber was machst du dagegen wenn es doch passiert? Was wenn die Mundpropaganda rund um dein Logo plötzlich nicht mehr der “Marken-Botschaft” entspricht. Wer gestaltet diese “Marken-Botschaft” denn (zumindest mit)? Nochmal: mir gehts hier um den kulturellen Ansatz, nicht um Copyright-Fragen.
Ich mag Südtirol. Ich mag seine Menschen, seine Landschaft und den Wein. Das Logo war mir bislang jedoch herzlichst egal und wird es auch bleiben. Ganz ehrlich gesagt fiel es mir bislang gar nicht großartig auf.
Was viel mehr zählt ist, wenn Menschen wie Hanspeter aus Leidenschaft zu ihrer Heimat kostenlos Werbung für das Land machen und tausenden “Facebookern” die schönsten Seiten Südtirols zeigen – Menschen, die das Südtirol Marketing mit seinen traditionellen Kanälen vielleicht niemals erreichen wird.
Logo hin oder her. Dass Marken längst nicht nur mehr von Marketern gemacht werden, hatten wir hier im Blog schon öfters diskutiert.
Auch Dornröschen hat tief geschlafen bis ein Prinz es wachgeküsst hat
Dass das Südtirol Marketing jetzt aus seinem Dornröschen-Schlaf erwacht und Facebook entdeckt ist aber ein gutes Zeichen, Hanspeter. Vielleicht sogar ein erster Schritt deiner Heimat in Richtung IT Land :-)
Ihr, liebe Südtirol Marketer, könntet Euch vielleicht ein Beispiel an Euren Kollegen der Tirolwerbung nehmen, denn diese sind Euch meilenweit voraus was das Erkennen soziokultureller Trends betrifft. Hier ein Beispiel:
Auch Tirol gibt es auf Facebook. Nicht so lange wie Südtirol und doch haben beide Seiten im großen und ganzen etwa gleich viele Fans. Werbebudget floss (bislang) keines, denn die Tirolwerbung hat mit der Facebook Präsenz nichts zu tun.
Gar nichts? Stimmt nicht (mehr) ganz, denn im Rahmen meiner Zusammenarbeit mit der Tirolwerbung beim Blog Tirol erkannte man eine ganze Reihe positiver Synergien mit dem was auf Facebook schon da war. Heute verlinkt die Tirolwerbung sogar auf Facebook!
Im Gegenzug werden auf Facebook aktuelle Feeds (Schlagzeilen) der Tirolwerbung integriert. Und demnächst folgt sicher noch mehr.
Die Schnellen fressen die Langsamen
Zurück zum Fall Südtirol: Eine Hand wäscht die andere und mit “Redn kemmen die Leit z’samm”! Begrabt das (sinnlose) Kriegsbeil, Ihr verschafft Euch mit jeder Aktion eine nur noch schlechtere Reputation! Setzt Euch mit dem Betreiber der Facebook Seite zusammen, verbessert sie gemeinsam, baut sie aus, erweitert die Reichweite und seit dankbar wenn Menschen sich für Euer Land so aktiv und positiv engagieren.
Wenn Ihr darüber hinweg gekommen seit dass jemand anderer Jahre vor Euch die Möglichkeiten von Facebook entdeckt hat, könnt Ihr Euch gemeinsam überlegen, wie Ihr den vielen (privaten) Web-Content über Südtirol aktiv nutzen (und im Optimalfall fördern!) könnt, denn nur eine weitere Webpräsenz (diesmal eben auf Facebook) aufzubauen und wieder nur reine Werbe-Texte auszuschicken interessiert längst schon niemanden mehr.
Beispiele dafür gibt es mittlerweile zur Genüge. Gute wie schlechte (vgl. erfolglose Salzburg Fanpage des Salzburg Tourist Office, Links unten), bleiben wir aber heute bei den schon diskutierten: Die Tirolwerbung integriert Feeds aus privat betriebenen Blogs direkt auf der eigenen Seite, versucht mit Bildern von Flickr den eigenen Werbebildern noch mehr Glaubwürdigkeit zu schenken, und die Kitzbüheler Alpgen gehen sogar noch einen riesen Schritt weiter… Dazu mehr in den nächsten Tagen.
Diskutierte Seiten:
Tirol auf Facebook (3.756 Fans per 7.2.2009, privat betrieben)
Südtirol auf Facebook (3.456, privat betrieben)
Innsbruck auf Facebook (1.452 nach einer Woche, privat betrieben)
Salzburg auf Facebook (209, offizielle Tourismusseite)
Dachmarke (Logo) Südtirol
Logo Wines of Chile
Blog Tirolwerbung
Foto Dolomiten: Flickr CC, thanks for sharing!
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