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Facebook Streit in Südtirol

7. Februar 2009 | 12 Kommentare | Mitreden!

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Ob Südtirol nochmals zum IT-Land aufsteigen wird, wage ich zu bezweifeln“, schreibt ein verärgerter Hanspeter Schraffl in seinem Kronplatz Blog.

Ursache seiner Verärgerung: Hanspeter betreibt die erfolgreiche Südtirol Fanpage auf Facebook. Vor kurzem erhielt er ein Mail des Südtirol Marketing, in dem sich die Werber über die Ähnlichkeit eines von Hanspeter erstellten Logos mit dem (übrigens dem Logo von Wines of Chile sehr ähnlichen) “Südtirol Logo” mokieren.

Irgendwie hat das mal kommen müssen. Ich möchte hier nicht über rechtliche Hintergründe schreiben, das haben Hanspeter und die Leser seines Blogs schon getan, unter anderem Martin Schobert, Internet-Chef der Österreich Werbung.

Markenrecht bleibt Markenrecht. V.a. ist es wichtig, dass eine nationale oder Destinations-Marke auch nicht verzerrt oder verfälscht dargestellt wird. Das ist deren Job dafür zu sorgen, dass auch niemand entsprechende Marken-Bestandteile so einsetzt, dass sie der Marken-Botschaft widersprechen. Das würden wir auch niemals zulassen.

Alles klar, wer möchte das schon. Aber was machst du dagegen wenn es doch passiert? Was wenn die Mundpropaganda rund um dein Logo plötzlich nicht mehr der “Marken-Botschaft” entspricht. Wer gestaltet diese “Marken-Botschaft” denn (zumindest mit)? Nochmal: mir gehts hier um den kulturellen Ansatz, nicht um Copyright-Fragen.

Ich mag Südtirol. Ich mag seine Menschen, seine Landschaft und den Wein. Das Logo war mir bislang jedoch herzlichst egal und wird es auch bleiben. Ganz ehrlich gesagt fiel es mir bislang gar nicht großartig auf.

Was viel mehr zählt ist, wenn Menschen wie Hanspeter aus Leidenschaft zu ihrer Heimat kostenlos Werbung für das Land machen und tausenden “Facebookern” die schönsten Seiten Südtirols zeigen – Menschen, die das Südtirol Marketing mit seinen traditionellen Kanälen vielleicht niemals erreichen wird.

Logo hin oder her. Dass Marken längst nicht nur mehr von Marketern gemacht werden, hatten wir hier im Blog schon öfters diskutiert.

Auch Dornröschen hat tief geschlafen bis ein Prinz es wachgeküsst hat

Dass das Südtirol Marketing jetzt aus seinem Dornröschen-Schlaf erwacht und Facebook entdeckt ist aber ein gutes Zeichen, Hanspeter. Vielleicht sogar ein erster Schritt deiner Heimat in Richtung IT Land :-)

Ihr, liebe Südtirol Marketer, könntet Euch vielleicht ein Beispiel an Euren Kollegen der Tirolwerbung nehmen, denn diese sind Euch meilenweit voraus was das Erkennen soziokultureller Trends betrifft. Hier ein Beispiel:

Auch Tirol gibt es auf Facebook. Nicht so lange wie Südtirol und doch haben beide Seiten im großen und ganzen etwa gleich viele Fans. Werbebudget floss (bislang) keines, denn die Tirolwerbung hat mit der Facebook Präsenz nichts zu tun.

Gar nichts? Stimmt nicht (mehr) ganz, denn im Rahmen meiner Zusammenarbeit mit der Tirolwerbung beim Blog Tirol erkannte man eine ganze Reihe positiver Synergien mit dem was auf Facebook schon da war. Heute verlinkt die Tirolwerbung sogar auf Facebook!

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Im Gegenzug werden auf Facebook aktuelle Feeds (Schlagzeilen) der Tirolwerbung integriert. Und demnächst folgt sicher noch mehr.

Die Schnellen fressen die Langsamen

Zurück zum Fall Südtirol: Eine Hand wäscht die andere und mit “Redn kemmen die Leit z’samm”! Begrabt das (sinnlose) Kriegsbeil, Ihr verschafft Euch mit jeder Aktion eine nur noch schlechtere Reputation! Setzt Euch mit dem Betreiber der Facebook Seite zusammen, verbessert sie gemeinsam, baut sie aus, erweitert die Reichweite und seit dankbar wenn Menschen sich für Euer Land so aktiv und positiv engagieren.

blogtirol

Wenn Ihr darüber hinweg gekommen seit dass jemand anderer Jahre vor Euch die Möglichkeiten von Facebook entdeckt hat, könnt Ihr Euch gemeinsam überlegen, wie Ihr den vielen (privaten) Web-Content über Südtirol aktiv nutzen (und im Optimalfall fördern!) könnt, denn nur eine weitere Webpräsenz (diesmal eben auf Facebook) aufzubauen und wieder nur reine Werbe-Texte auszuschicken interessiert längst schon niemanden mehr.

Beispiele dafür gibt es mittlerweile zur Genüge. Gute wie schlechte (vgl. erfolglose Salzburg Fanpage des Salzburg Tourist Office, Links unten), bleiben wir aber heute bei den schon diskutierten: Die Tirolwerbung integriert Feeds aus privat betriebenen Blogs direkt auf der eigenen Seite, versucht mit Bildern von Flickr den eigenen Werbebildern noch mehr Glaubwürdigkeit zu schenken, und die Kitzbüheler Alpgen gehen sogar noch einen riesen Schritt weiter… Dazu mehr in den nächsten Tagen.

Diskutierte Seiten:
Tirol auf Facebook (3.756 Fans per 7.2.2009, privat betrieben)
Südtirol auf Facebook (3.456, privat betrieben)
Innsbruck auf Facebook (1.452 nach einer Woche, privat betrieben)
Salzburg auf Facebook (209, offizielle Tourismusseite)
Dachmarke (Logo) Südtirol
Logo Wines of Chile
Blog Tirolwerbung

Foto Dolomiten: Flickr CC, thanks for sharing!

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12 Kommentare zu “Facebook Streit in Südtirol”

  1. Hanspeda sagt:

    Hallo Hannes!

    “Das Logo war mir bislang jedoch herzlichst egal und wird es auch bleiben. Ganz ehrlich gesagt fiel es mir bislang gar nicht großartig auf”

    Ein Dolchstoß in jedes Marketingherz der SMG.
    Wenn du es als Marketingberater nicht kennst, wer dann?

    Aber sie wissens schon was sie tun… (???)

    Grundsätzlich ist die Logoidee super! Das Problem ist aber, dass wir zu spät sind. Das Tirol Logo hat x-Jahre Vorsprung . Wir kämpften damals noch mit der Italienisierung wo ihr schon auf das Tirollogo gestzt habt. Die Jahre fehlen…

    Eins ist aber gewiss. Wir sind den Italienern welten voraus, dank der nähe zu Österreich und den deutschen Sprachraum.

    • Naja, das “nicht kennen” war natürlich ein klein wenig überzeichnet… ich ging da weniger von mir selbst aus vielmehr vom Feedback 2er Freunde mit denen ich gestern deinen Blogeintrag gemeinsam durchgesehen hatte ;-)

  2. Roland sagt:

    Als Hanspeter mir von der Email erzählt hat war mein erster Gedanke: “Cool, die SMG hat Facebook entdeckt!” Schade aber, dass sie diese Fanpage anscheinend negativ bewertet haben und es somit zu dieser Email gekommen ist. Ein Ansatz wie du ihn von der Tirolwerbung angeführt hast wäre sicher zu begrüßen gewesen, setzt aber eine bestimmte Offenheit voraus bzw. die Einsicht, nicht alleine die Hüter der Weisheit zu sein.

    Ich glaube aber nicht, dass das Problem ist, dass Südtirol kein IT-Land ist bzw. nie zu einem werden wird. Hier geht es eigentlich doch mehr um marketingtechnische Sachen, um das Erkennen von Chancen und um Kommunikation.

    • Danke, Roland. Deinem 2ten Absatz gibts nichts hinzuzufügen, dem stimm ich absolut zu, ergänze sogar noch dass dank immer einfacher werdender Kommunikationsmöglichkeiten im Web und dessen “Rückentwicklung” zu seiner ursprünglichen Bestimmung viele gute Projekte auch ohne tausender IT Firmen in der Umgebung realisierbar sind.

      Man muss kein IT Land sein sondern “nur” die Grundregeln menschlicher Kommunikation wieder entdecken.

      Communicare.
      Teilen.
      Mitteilen.
      Teilnehmen lassen.

      Gespräche auf Augenhöhe.
      Schaffen von Mehrwerten.

      = Social Media Marketing :-)

  3. Amei sagt:

    Eigentlich doch der klassische Konflikt: Kann ich es zulassen und einbinden, dass andere von sich aus tätig werden und das unterstützen, oder ist nur das echt, was ich Top Down als offizielle Wahrheit verkünde?

    Für mich klingt das alles nach gestern, nach Menschen, die crowd sourcing noch nie gehört haben, die noch nicht verstanden haben, dass das Internet die Art miteinander zu kommunizieren grundlegend verändern kann und das es manchmal Mut braucht, sich von alt gewohnten Denkmustern zu verabschieden.
    Ein Beispiel von vielen….

  4. Roland sagt:

    Naja, es könnte natürlich auch sein, dass wir hier zu Unrecht etwas interpretieren und die Reaktion auf die Fanpage doch auch etwas mit deren Ersteller bzw. dem dahinter stehenden Unternehmen zu tun hat. Könnte ich mir wenigstens vorstellen…

  5. Amei sagt:

    @Roland: Das mag natürlich sein, da kenne ich die Internas und die handelnden Personen nicht und es wird sicher berechtigte Fälle geben, in denen man gerade nicht will, dass andere die eigene Stellung besetzen.
    Also setze ich vor meinen Kommentar von oben: Es wirkt von aussen so, als sei es der klassische Konflikt….

  6. Servus Hannes,

    eine Frage. Wie bekomme ich Invite your Friend auf meine Fanpage.

    Ist das eine Applikation ?

    Grüße

  7. Servus,
    super Folien! Danke – natürlich gleich umgesetzt ;)

    Gruß in den Norden!

  8. Schmidt sagt:

    Wenn sich zwei streiten … freut sich…

    und man hat wenigstens was zu schreiben und zu lesen.

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  1. [...] mein Südtirollogo von meiner erfolgreichen  Südtirol Facebook Fanpage zu entfernen. Auch unsere Nachbarn aus Tirol haben darüber [...]

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