In vielen Selbstdarstellungen hören wir, was jemand macht. Schon weit weniger oft, wie das Was gemacht wird. Aber in viel zu wenigen Präsentationen erfahren wir etwas über das Warum des Tuns. Weil viele Menschen, Chefs wie Mitarbeiter, die Antwort vergessen haben. Oder ihn nie wirklich kannten.

Ich habe letztens eine Email von einer Dame erhalten, die mit 55 Jahren vor ihrer ersten großen Präsentation steht. Beim gemeinsamen Kaffee sprudelt sie vor wundervollen Geschichten und die Zeit mit ihr verfliegt in erschreckender Kurzweiligkeit.

„Bei der Vorbereitung meiner Rede sitze ich seit Wochen vor einem leeren Blatt Papier. Ich habe Angst, weil die Anderen ihre Unternehmen so professionell präsentieren, und bei mir nicht immer alles so glatt gelaufen ist…“.

Liebe E.,

Erzähle, warum du tust, was du tust. Nackt, offen, ehrlich. Aber bitte nimm dir kein Beispiel an Faktendreschern mit ihren sterilisierten, textüberladenen und mit Referenz-Logos vollgestopften Folien und herzlosen Geschichten. Erzähle deine Geschichte! – Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Verwirf vielleicht die erste Idee. Auch die zweite, dritte und vierte. So lange, bis dich das Resultat selbst überrascht. Niemand erwartet, dass es perfekt ist – wenn es leidenschaftlich ist.

Eine Frage zu deiner Angst: Wann fiebern wir mit der Heldin am meisten mit? Wenn „alles glatt läuft“? Oder wenn sie mit Rückschlägen kämpft und Stolpersteine überwindet?

Auch dein Publikum wird dich für deinen leidenschaftlichen Versuch mehr lieben, als für deine erreichten Ergebnisse oder einen perfekten, unnatürlichen, aufgesetzten Auftritt.

Wir haben den Mut verloren, einfach nur authentisch wir zu sein. Weil uns das angreifbar macht – zugleich aber auch menschlich. Und einzigartig.

Frei nach Emma und den Geschichten, die du deinen Enkeln beim Ins-Bett-Gehen erzählst; dieses Drehbuch in funktioniert zur Vorbereitung immer:

(1) Es war einmal___ (2) Jeden Tag___ (3) Eines Tages___ (4) Aus diesem Grund___ (5) Deshalb___ (6) Bis schließlich___

Wenn deine Geschichte/Präsentation am Ende nicht perfekt ist: Es spielt keine Rolle; sie wird mit jedem Erzählen besser – nicht durch Verfeinern am Papier.

Deine (wie jede gute) Geschichte erzeugt Emotionen. Und am Ende sind es Emotionen, an die wir uns erinnern – nicht Fakten.

In unserer (zwecks einfacherer Austauschbarkeit) anonymisierten Marketing-Welt, haben wir diese banale Tatsache (und nichts anderes ist es: banal!) vergessen.

Wir brauchen keine tausend Anleitungen, Selbsthilfebücher oder Seminare, die uns lehren, Geschichten zu erzählen. Wir müssen einfach nur unsere Masken ablegen. – Viel Erfolg!


„JK Rowling begins her speech at Harvard in a typical fashion. She talks about her time at university and the expectations of her parents. The audience expects her to talk about the growing success of her writing career – instead she focuses on a time in her twenties where she felt she had ‘failed’ in life. What comes next is inspirational.“

PS // Patrick hat auch gerade eben einen wunderbaren Beitrag zum Thema Storytelling verfasst, den du hier nachlesen kannst.

„[…] diese emotionalen Geschichten sind um ein vielfaches überzeugender als jedes noch so gut durchgerechnete und seriöse Excel-Chart eines Controllers. Diese Art von Geschichten vereint Emotion mit echten und authentischen Fakten.

Sie entwickeln zudem auch einen Sog für potenzielle Verbündete, also all die Abenteurer in Ihrem Unternehmen, die Intrapreneure, die nur auf den Ruf des Abenteuers gewartet haben.

Und zugleich stimmen diese Geschichten die großen Zweifler, Verwalter und Bewahrer eher milde und ruhig, weil sie ja selbst ein Teil dieser großen, vergangenen Abenteuergeschichten sind.“

Danke, Patrick!

Cover via Flickr CC. Thanks for sharing your amazing art, Jeyheich!/tiny>

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Über Hannes Treichl

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