"Gehe Wege die noch niemand ging.
Damit du Spuren hinterlässt,
nicht nur Staub."

Den Preis bestimmt der Kunde – die Leistung auch

My-Hammer startet in ÖsterreichSie suchen günstige Handwerker? Dank My-Hammer.at heißt es jetzt auch in Österreich: ‘Wer bietet weniger?’

Wie das Rückwärts-Auktions-Portal funktioniert: Sie stellen Ihre Suchanfrage (z.B. ‘Ausmalen einer Wohnung’) ein und bestimmen gleichzeitig einen Maximalpreis. Der Anbieter, der Ihren Preis am stärksten unterbietet, erhält den Zuschlag. Die Provision bezahlt der Dienstleister. Die Ersparnis: Laut Erfahrungen in Deutschland ca. 30%.

Obwohl ich My-Hammer.de schon seit dem Start 2005 beobachte, weiß ich noch immer nicht so recht, was ich davon halten soll. Etwas Googeln nach Erfahrungsberichten, überzeugt mich auch nicht wirklich. Zweifelsohne ist My-Hammer eine gute Geschäftsidee mit Potenzial. Zweifelsohne ist es eine gute Möglichkeit für HandwerkerInnen, die in ruhigen Zeiten zusätzliche Aufträge übernehmen und die Auslastung steigern wollen. [Warum haben Handwerker die ich kenne niemals Zeit?] Zweifelsohne eine Fortführung des Geiz-ist-geil Trends: Eifrig und fleissig unterbieten sich die Dienstleister gegenseitig. Ob darunter die Qualität leidet?

‘Qualität und Sicherheit spielen eine entscheidende Rolle’ sagt der Robert Walli, Country Manager für Österreich. ‘So kann der Auftraggeber auch nur bestimmte Bieterprofile für seinen Auftrag zulassen. Nach erfolgreicher Ausführung bewerten sich Auftraggeber und Auftragnehmer stets gegenseitig.’

Hier nur ein Beispiel, warum ich betreffend der Qualität überaus skeptisch bin: Eine Werbeagentur bietet ein kreatives Werbekonzept zur Etablierung eines neuen Geschäftsmodells an. Um lächerliche EUR 379,–. Würden Sie sich als Unternehmer darauf einlassen? Ich schon – aber nur bei gleichzeitigem Einbau eines Links auf diese Seite.

Auch das Angebot des Anbieters strotzt nicht gerade vor Überzeugung. Ein Elevator Pitch für die Kategorie Geisterbahn:

‘Ich habe sehr großes Interesse an Ihrer Auktion!!! Deshalb möchte ich mich kurz vorstellen und Ihnen zugleich meine gestalterische Hilfe anbieten. Als Dienstleistungsunternehmer in Sachen Werbegestaltung und Design bin ich ein kreativer und leistungsstarker Partner! [blablabla]‘

Das Portal ist ein Tummelplatz für Geiz-ist-geil Jünger. Aber auch für Menschen die einfach nur nach Dienstleistern suchen. Als Unternehmer vertraue ich auf andere Bezugsquellen und Qualitätshandwerker die ich kenne. Unternehmen, die sich mühsam aus der tödlichen Preisspirale herausgekämpft haben, empfehle ich andere Akquisitionswege! Wasser predigen und Wein trinken funktioniert nämlich nicht!

7 Auktionsportale für Handwerksdienstleistungen in Deutschland: blauarbeit.de, jobdoo.de, jobdumping.de, letsworkit.de, my-hammer.de, smartorder.de, undertool.de

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  • Pingback: anders|denken blog

  • Jonathan Fiers

    Hallo,

    da haben Sie einen interessanten Beitrag verfasst, der in sich aber nicht viel Neues bringt und leider nicht durch eine offene, originelle Herangehensweise auffällt.

    Sie unterschlagen zum einen, dass es ebenfalls viel (!!) Aufträge gibt, die für einen realistischen Preis (der dennoch wesentlich niedriger ist, als der Wald-und-Wiesen-Handwerker-Wucher) über den Marktplatz abgewickelt werden.

    Zum Anderen ist Ihre Überschrift leider sehr einseitig formuliert – obwohl Sie es doch besser wissen sollten: auf dem Marktplatz bestimmt der Kunde nur seine Anforderungen und was er für diese Leistung bezahlen will. Die Dienstleister selbst bestimmen nun beim Bieten, welches Verhältnis aus Preis und Leistung sie liefern wollen/können. Durch die Verbindlichkeit einer Auktion ist der Kunde dem nun leider ausgeliefert – er bestimmt gerade NICHT Preis und Leistung.

    Deswegen haben andere Plattformen die Verbindlichkeit bereits gelockert – allen voran Quotatis durch das Einführen der “Anfrage” (der Kunde bekommt unverbindliche Angebote zugeschickt). Aber auch jobdoo und andere sind da aktiv geworden.

    Elektronik, Bücher, Kleidung im Internet kaufen und dann immer noch den Handwerker Landgraf von um die Ecke? Reichlich ambivalent… (um es mal gegensätzlich überzogen darzustellen ;)

    Bedankt,
    J. Fiers

  • http://www.innovativ-in.de Elita Wiegand

    Danke, dass Sie dieses Thema aufgreifen. Tatsächlich geht es mir ähnlich wie Ihnen:
    Auch ich bin sehr skeptisch und halte wenig von der Plattform. “My Hammer” hat ihren Sitz in meiner Nähe und weil mich Hintergründe interessierten, habe ich die Firma vor einigen Monaten besucht. My Hammer betreibt sehr viel PR und verkündigt zu oft Erfolgsmeldungen, aber ob die Billig-Angebote in diesem Umfang genutzt werden, bezweifle ich. Ich hatte damals “My-Hammer” vorschlagen, mehr auf die Qualität zu achten, bin aber auf taube Ohren gestoßen und der Kontakt wurde komplett abgebrochen.

    Da es immer mehr Handwerkern schlecht geht, greifen sie natürlich nach jedem Strohhalm – für meine Begriffe eine gefährliche Entwicklung. Denn: sind die Preise einmal im Keller wird jeder Handwerker an den Billigangeboten gemessen und der tatsächliche Wert kann nicht mehr in Rechnung gestellt werden. Zudem bin ich auch Ihrer Meinung, dass sich Qualität langfristig immer durchsetzt.