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Sie wollen die Qualität Ihrer Webseite verbessern, sich aber keinen eigenen Korrekturleser leisten? gooseGrade ist ein Service das genau dafür ins Leben gerufen wurde. Korrekturlesen zum Nulltarif, und dennoch finden sich genügend Menschen die mithelfen, Ihre Inhalte zu verbesern.

“The editor formerly known as audience”, ist eine Textpassage die das Crowdsourcing-Service hervorragend beschreibt. Menschen die einst “nur” Leser von Internetseiten waren, können aktiv an der qualitativen Verbesserung mitarbeiten.

gooseGrade is a free widget that allows you to suggest spelling, grammar, factual, and other corrections to authors who have installed it on their blog.

Der Schwerpunkt liegt (vorerst?) auf (englischssprachigen) Blogs, oder besser: Internet-Seiten die RSS Feeds mitführen. Warum? Weil die meisten Webseiten (leider) immer noch keine RSS Feeds (» Hilfe, was ist das?) für neue Inhalte anbieten. Zudem möchte gooseGrade Bloggern zu noch professioneller formuliertem Content verhelfen.

Gibt es auf einer Seite neue Inhalte, erscheinen diese auf der Startseite von gooseGrade. Mitglieder der Community entscheiden z.B. nach Themen an welchen Korrekturen sie mitarbeiten wollen.

Das System ist einfach und gerade deshalb genial. Ich stelle gooseGrade hier weniger aufgrund seiner Leistungen vor, sondern vor allem weil ich das Spiel mit verschiedenen Anreizsystemen zu experimentieren immer wieder faszinierend finde. gooseGrade hat folgendes Modell gewählt.

Wer seine Seite bei gooseGrade für Korrekturen freigibt, dessen Inhalte erscheinen regelmäßig auf der Plattform von gooseGrade (Mulitiplikations-Effekt). Jede Seite startet mit einem Wert von 100 Punkten. Wird eine Korrektur vorgeschlagen, verringert sich der Wert um einige Punkte und wird erst dann wieder hergestellt, wenn der Seitenbetreiber die Korrektur ablehnt oder bestätigt. Das zwingt den Seitenbetreiber zur aktiven Teilnahme. Wer gooseGrade nur in seine Seite integriert, um eine Publikationsplattform für seine Inhalte zu missbrauchen, hat schnell verloren.

“Warum machen Menschen bei sowas mit?”

GooseGrader (das sind Mitglieder der Community) die Korrekturen vorschlagen, erhalten ebenfalls Ranking-Punkte. Wird eine Korrektur angenommen mehr, wird sie abgelehnt, ein paar weniger. Neben dem Spieltrieb im Ranking möglichst weit oben zu stehen, oder dem ideologischen Ehrgeiz bei der Weiterentwicklung seiner Lieblings-Blogs zu helfen, bietet gooseGrade noch etwas: Eine gute Bühne für Korrekturleser oder Studenten, um auf sich aufmerksam zu machen. Die abgegebenen Korrekturen dienen gleichzeitig als Arbeitsproben. Würde mich nicht wundern, integriert gooseGrade demnächst eine Jobvermittlung.

Nun mag manch einer sagen, dass es ihm/ihr egal sei ob das Blog voll von Fehlern ist oder nicht, weil gerade das die Authentizität und das Gesicht eines Blogs ausmachen. Trotzdem gibt es für gooseGrade genügend Einsatzmöglichkeiten, man denke z.B. an viele Business Blogs.

Gründungs-Story

Jedem Unternehmen seine Entstehungsgeschichte. Die von gooseGrade ist kurz und bündig und glaubwürdig. gooseGrade entstand aus einem “Leidensdruck” heraus, wie Mitgründer John Brooks Pounders (23, Student) erzählt.

“As a blogger, I was used to receiving e-mails from conscientious readers saying it’s ‘its’ not ‘it’s’. The idea sort of grew from there.”

Und die Idee wuchs genau in die richtige Richtung, denn m.E. wurde gooseGrade hervorragend umgesetzt, congratulations John! Offiziell in Betrieb gegangen ist gooseGrade Anfang Oktober 2008.

Das Beispiel gooseGrade zeigt wieder einmal, dass Crowdsourcing kaum Grenzen gesetzt sind.

www.goosegrade.com (Blog, Twitter) via Crowdsourcing Directory – thanks, Carl, great link!

Nachtrag 21.10.2008
John hat mir per eMail mitgeteilt, dass derzeit an internationalen Versionen von gooseGrade gearbeitet wird – einschließlich Deutsch.

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14 Kommentare zu “Genial: Inhalts-Korrekturen (für Blogs) zum Nulltarif”

  1. wortfeilchen sagt:

    Nun ja, mit solchen Programmen hat man mindestens ein großes Problem: Sie können nicht denken!

    Wie sonst kommen so viele Fehler in den Text? Und leider beherrscht das nette Tool auch keine Zeichensetzung.

    Nix für ungut, aber ein bisschen sinnlos ist die ganze Aktion dann schon, oder? ;-))

  2. @Wortfeilchen? Welche Programme?
    Korrektur gelesen wird von Menschen, nicht von einem Programm :-)

  3. wortfeilchen sagt:

    Dann sind die aber nicht richtig gut und sollten eine ordentliche Schulung bekommen oder besser ausgewählt werden. :-)

  4. @Wortfeilchen
    Bitte um Beispiel-Links damit man Ihre Inhalte nachvollziehen kann. Ich habe leider keine Ahnung was Sie zu den Aussagen veranlasst, denn ich denke kaum, dass Sie sich die vielen englischsprachigen Seiten angesehen haben, die gooseGrade bereits nutzen.

    Aber ist klar: Wirklich gut sind (aus Ihrer Sicht) natürlich nur bezahlte Dienste…

    Erinnert mich an eine Zeit in der Fotografen iStockphoto noch müde belächelt haben, SellABand nur in den Albträumen von Platten-Labels existiert hat, und und und ;-)

  5. Dieter sagt:

    Finde die Sache eigentlich echt Klasse. Schade das es nur für englichsprachige Seiten ist.

  6. textdeluxe sagt:

    Nun ja, da fragt man sich schon, welche Qualifikation die “crowd” denn wohl hat und was die qualifizierteren Teile derselben wohl dazu veranlassen sollte, in ihrer Freizeit Webseiten zu korrigieren. Diese Pünktchen zu sammeln, ist ein schwacher Anreiz und das Argument, Verbesserungsvorschläge zu seien eine prima Referenz für angehende Lektoren, scheint mir auch eher hanebüchen.

  7. Studenten, die auf sich aufmerksam machen, in dem Sie Blog-Texte korrigieren? Ob da selbst bloggen nicht der einfachere Weg ist? Oder zur Not kellnern, das wird wenigstens zeitnah bezahlt.

  8. wortfeilchen sagt:

    Quantität und Qualität – denke, darüber müssen wir nicht reden.

    Und wenn Sie der Meinung sind, dass es mir lediglich um Berufsehre und Geld geht, nun, das sagt dann eher etwas über Sie aus … ;-))

  9. Tanja sagt:

    finde die Idee klasse! Meiner Meinung nach hat die Crowd immer Anreize solchen Projekten. Ich selber lese Verschiedenes (meist auf deutsch) korrektur – ohne Bezahlung. Selbsttraining und Spaß daran. Deshalb finde ich es eine wirklich geniale Idee. Es gibt so viele Crowdsourcingprojekte bei denen Außenstehende wohl nicht das Gespür für die Anreize haben. Vielleicht sollte man sich einfach mal auf so was einlassen, bevor man urteilt! Zum Thema Quanlität: Warum sollte jemand, der es selber nicht besser weiß, bei so was mittun?!? Aus Langeweile etwa?! Wohl eher nicht?!

  10. Tanja sagt:

    sorry: #Qualität# ;)

  11. textdeluxe sagt:

    Was zu beweisen war – die hier pro Crowd-Korrektur argumentierenden Kommentatoren disqualifizieren sich bereits in den kurzen Beiträgen für ein verlässliches Korrektorat. Und das meine ich weder böse noch persönlich, es ist nur ein anschauliches Beispiel, dass eben nicht jeder die Regeln genau kennt. Das ist aber nicht schlimm, so geht’s vielen – und dafür gibt’s ja professionelle Lektoren und Korrektoren. ;-)

  12. Tanja sagt:

    Ja natürlich gibt es genügend professionelle Lektoren, die aber Geld kosten, das nicht jeder hat. (Wer es sich leisten kann, wird auch Professionalität in Anspruch nehmen, obwohl die nicht immer gleich besser sein muss – dies sei dahingestellt.) Man kann sich ja auf so was einlassen, kostet ja nichts ; ) und wem die Verbesserungsvorschläge nicht passabel erscheinen: muss sie ja nicht annehmen. Das ist ein sehr positiver Aspekt von Crowdsourcing!

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