"Jede Minute, die Du Dich ärgerst,
sind 60 Sekunden verlorenes Glück."

Traurige Tourismus-Zukunft! Gestern fett abkassiert, heute billig, morgen gratis.

Nachdem mich jetzt innerhalb weniger Tage rund ein Dutzend Menschen um meine Meinung zu Holidaychecks jüngstem Baby, Holidaycheck Deals, gefragt haben, stelle ich meine Meinung hier öffentlich zum Nachlesen ins Blog.

Holidaycheck Deals ist ein neues, kostenfreies Vertriebsportal zur Erschließung neuer Kunden, zur Auslastungssteuerung und nachhaltigem Marketing. (Quelle: Holidaycheck)

Um auf der neuen Plattform gelistet zu sein, muss ein Hotelier seine Zimmer um mindestens 50% unter dem normalen Preis verkaufen. Holidaycheck kassiert – im Falle einer Buchung – noch einmal eine 15%ige Provision. In Wahrheit also weder kostenfrei, nachhaltig und schon gar kein Erschließungskanal für neue Kunden!

Quelle: Holidaycheck

Konflikt vorprogrammiert

Was ich mir als Hotelier mit Holidaycheck Deals ins Haus hole, liegt auf der Hand: Einen Rattenschwanz an Schnäppchenjägern, die – so zeigt es die Erfahrung – gleichzeitig zumeist sehr kritisch sind, wenn es um Bewertungen geht. Von den vorprogrammierten Konflikten, die aus Diskussionen mit seit Jahren höhere Preise zahlenden Stammgästen hervorgehen, nicht zu reden…

Neue (Stamm-)Gäste sind Illusion…

Auch die Gästeneugewinnung dürfte wohl eher ein nett gemeintes Verkaufsargument von Holidaycheck sein. Schnäppchenjäger sind Nomaden. Ihre lange Karawane zieht von Angebot zu Angebot. Den Emir-el-Haddsch spielt Holidaycheck. Und so wird wohl kaum ein Hotelier neue Gäste gewinnen, die über Jahre hinweg zu treuen Stammgästen werden.

Sich mit Schleuderpreisen differenzieren zu wollen ist die billigste Strategie – und gleichzeitig ein ideenarmes, gefährliches Spiel mit dem Feuer.

Chance verpasst!

Ich schätze Holidaycheck seit langem, und habe – vor allem in seinen jüngeren Jahren – viele Hoteliers von Chancen, ausgelöst von einem proaktiven Umgang mit Gästemeinungen, überzeugen können.

Sich aber gegen Bezahlung (und nichts anderem entspricht der Zimmerverkauf um >= minus 57,5%!) Bewertungen zu erkaufen, wie Holidaycheck das hier erklärt, ist armselig. Vergleichbar mit dem Öffnen von Pandoras Büchse.

Holidaycheck Deals kann ich nicht mittragen, sorry. Das Produkt steht nicht nicht auf jenen Säulen und Grundgedanken, die mir wertvoll sind: Nachhaltigkeit, Langfristigkeit, Qualität und Differenzierung.

Es gäbe noch genügend Plattformen zu erfinden, die so noch nicht erfunden sind, und die auf solchen Prinzipien ruhen. Deals ist m.E. ein einfallsloser Versuch, das erfolgreiche Konzept von Groupon zu kopieren. Holidaycheck hat es verabsäumt, sich selbst

  • qualitativ einen Schritt weiterzuentwickeln,
  • als ideenreicher, nachhaltig denkender und agierender Partner zu positionieren, und
  • von anderen Plattformen zu differenzieren.

Gerne lasse ich mich hier im Kommentarfeld aber vom Gegenteil überzeugen. Ganz besonders von Hotelieres ;-)

Lesetipp:
Aktueller Blogbeitrag Marco Nussbaum, CEO prizeotel Bremen – Kein guter Deal »

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  • Pingback: » Die lange Karawane der Schnäppchenjäger Hightech

  • http://www.facebook.com/michael.anfang Michael Anfang

    Mein Lieblingszitat zu diesem Thema:

    Ist der Preis angebracht?John Rustin, ein Kritiker für Kunst und Kultur aus England, der zwischen 1819 und 1900 gelebt hat, hat einmal gesagt: “Was ein niedrigeres Angebot betrifft, ist es unvorsichtig, zu viel zu zahlen, aber weit schlimmer ist es, zu wenig zu zahlen.Wenn man zu viel zahlt, verliert man etwas Geld, aber das ist auch alles. Zahlt man stattdessen zu wenig, riskiert man alles zu verlieren, weil das, was man gekauft hat, nicht in der Lage ist, die Arbeit auszuführen, für die man es gekauft hat. Das allgemeine Gesetz der Geschäftsabwicklungen sieht nicht vor, bei geringer Zahlung viel zu erhalten. So etwas gibt es nicht. Wenn man mit einem niedrigeren Bieter verhandelt, dann ist es geraten, sich eine gewisse Reserve zurückzulegen, um sich vor dem Risiko zu schützen, das man eingeht. Wenn man das zu tun imstande ist, hat man sicher genug Geld, um etwas Besseres zu erwerben.

  • http://www.facebook.com/besiak Rudolf Besiak

    Lieber Hannes, lange nicht vorbeigeschaut bei dir. Gratuliere zu diesen treffenden Artikel. Ich bin deiner Meinung, besser könnte es man nicht kommentieren. Wenn du mal in Wien bist, melde dich. LG

  • http://twitter.com/fuellkrug/status/124460923149758464 Agnes

    god prais google! check this out:http://t.co/kk99pZ2Q

  • Pingback: Bruno Blum

  • Pingback: Michael Fux

  • Pingback: Agnes

  • Pingback: www.best-practice-business.de/blog » tripDips verkauft Rabattoptionen

  • Pingback: J. Hettegger

  • http://www.socialnetworkstrategien.de Matias Roskos

    Im ersten Moment, als ich davon hörte, dachte ich “Was soll das?”
    Du hast absolut recht. Neue und vor allem nachhaltige Kunden bringt das in keiner Weise. Und wer das glaubt, ist dämlich.
    Aber: es ist für Holidaycheck ein nettes Marketingtool. Einfach mal ausprobieren. Ein bissel mit rumspielen. Und damit Stoff liefern für Blogs und Journalisten. Man bleibt im Gespräch. Von daher: macht Sinn. Als Marketing-Testballon für Holidaycheck.
    Und das ein oder andere unausgelastete, zumeist neue oder veraltete Hotel macht sicherlich mit, um den Betrieb anzukurbeln.
    Gute Hotels haben diesen Schmarrn jedoch nicht nötig.

  • http://urlaubsfoto.org ReinhardL

    Kann ich nur bestätigen: Schnäppchenjäger sind 1x Kunden die nicht wiederkommen. Das beschränkt sich nicht nur auf den Tourismus sondern auf fast alle Produkte die im Internet verkauft werden. Wirklich lohnen dürfte es sich nur im Dienstleistungsbereich in dem noch hohe Margen größere Rabatte zulassen. Aber das wird dank Internet auch nicht mehr lange so sein. Das Internet ändert den Handel so massiv, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich das Ergebnis am Ende dieser Veränderung kennen möchte …

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