Handy-Crowdsourcing für Entwicklungshilfe

crowdsourcing
Entwicklungshilfe … hier nicht “nur” im Kontext mit Entwicklungsländern, sondern auch Entwicklung im technologischen Sinn.

Ein ambitioniertes Projekt namens txteagle.com hat sich zum Ziel gesetzt, über Crowdsourcing das Leben von Millionen von Menschen in armen Regionen dieser Welt zu verbessern.

Anders als ein Großteil der meisten Crowdsourcing Projekte setzt txteagle nicht auf Computer und Internet als Werkzeug sondern auf Handies.

Warum? Weil über 1.5 Milliarden Menschen in Entwicklungsländern ein Mobiltelefon besitzen. Menschen, die mit weniger als 3 Dollar am Tag auskommen (müssen). Ihnen sollen per SMS oder Sprachnachrichten Aufgaben oder Fragen zugestellt werden.

Ein Beispiel wie Projekte konkret aussehen können, erklärt der Technology Review am Beispiel von Nokia, einem der ersten Partner.

Eagle explains that Nokia is interested in “software localization,” or translating its software for specific regions of a country. “In Kenya, there are over 60 unique, fundamentally different languages,” he says.

“You’re lucky to get a phone with a Swahili interface, but even that might be somebody’s third language. Nokia would love to have phones for everyone’s mother tongues, but it has no idea how to translate words like ‘address book’ into all of these languages.”

Hier ein Beispiel wie eine Textnachricht aussieht, für deren Beantwortung der/die Übersetzer/in 3 Dollar pro Stunde Arbeit erhält.

Client: Nokia
Target Subscriber: Coastal Kenya
Task: Software Localization
Question: Translate the phrase “Address Book” into Giriama.

Erfolgsgeschichten werden auf der Webseite des Projektes erzählt. Auch findet Ihr konkrete Infos über eine ganze Reihe Anwendungsgebiete als “nur” für Übersetzungen.

Ein tolles (weil m.E. ehrlich aufgesetztes) Projekt, sowie eine perfekte Kombination aus Einsatz moderner Technologie, neuen Geschäftsmodellen und nachhaltig orientiertem Denken.

31. Jänner 2009 Wien: Africa Camp

An dieser Stelle noch ein Hinweis der hervorragend zu diesem Projekt passt: Am 31. Jänner findet in Wien ein Barcamp der besonderen Art statt. Hinter dem AfrikaCamp steckt Helge Fahrnberger, LeserInnen meines Blogs längst bekannter Web Experte. Unterstützung für diese tolle Veranstaltung kommt von Grün-Politiker Christoph Chorherr und der Fotografin Karola Riegler.

Woum es beim AfrikaCamp geht?

Das AfrikaCamp Ende Jänner 2009 ist ein BarCamp zu all things africa: Entwicklungszusammenarbeit 2.0, Informationtechnologie in der Entwicklungszusammenarbeit, innovative Internetprojekte mit Afrikabezug, etc.

Ziel ist der Austausch auf Augenhöhe zwischen Menschen mit beruflichem oder projektmäßigen Afrikabezug. Vorträge, Projektvorstellung, Erfahrungsaustausch, Diskussionen.

Die Teilnahme ist (wie bei Barcamps üblich) kostenlos. Anmelden könnt Ihr Euch auf der Webseite (siehe hier).

PS Helge: Ich hab das AfricaCamp seit Monaten in meinem Kalender und es war geplant zu viert zur Veranstaltung zu fahren, wir müssen aber leider aus privaten Gründen absagen – dennoch Euch allen eine tolle Veranstaltung, ich freu mich auf die Berichte!

www.txteagle.com

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