Hoffice ist Crowdsourcing von kostenlosen Arbeitsräumen in Wohnungen von Freelancern. Das Ziel: höhere Produktivität durch reale persönliche Kontakte und gemeinsame Kopf-an-Kopf Arbeitssessions.

„A concept of working for free at the homes of others, with others.“

Ich mag Coworking-Spaces. Zumindest dann, wenn sie mehr zu bieten haben als gewöhnliche Bürogemeinschaften, deren Hauptzweck nicht mehr als das Teilen von Mietkosten ist. Zudem passt dieses Projekt hervorragend zu meinen Sharing-Economy-Gedanken, die ich vor ein paar Tagen hier festgehalten habe.

Hoffice ist sowas wie AirBnB Couchsurfing für Arbeitsplätze; für Coworking-Spaces in der eigenen Wohnung.

Die Idee: Der eigene Wohnraum wird zum temporären Coworking Space; und zu einem Treffpunkt für Ein-Personen-Unternehmen und Freelancern, deren Produktivität unter dem „Arbeiten auf der eigenen Couch“ leidet, oder die sich einfach nur mal gerne mit anderen austauschen.

Jeder, der zu Hause Platz hat, kann sein eigenes Hoffice gründen und mit Hilfe des Netzwerks des Mutterprojektes weltweit schneller „Arbeitskollegen“ finden. – Oder einen temporären Arbeitsplatz in einer fremden Stadt.

Hoffices können kostenlos in Anspruch genommen werden. Der Gewinn für den „Anbieter“ besteht im gemeinsamen (Arbeits)Erlebnis, dem Nutzen kollektiver Intelligenz und dem Austausch von Erfahrungen – nicht im Austausch von Geld. Eine Hoffice-Angebot liest sich zum Beispiel so:

Ich habe einen großen Raum mit viel Tageslicht und einem großen Tisch für ca. 5 Personen, eine Couch (2 Personen), eine Meditation Couch (3 Personen) einen Bartisch, ein White Board für Brainstorming und eine Terrasse mit Garten. Und das Beste ist, es befindet sich Stadtmitte! Zu Beginn denke ich an max. 5 Personen und 2 Termine. Was du mitbringen solltest: vor allem gute Stimmung.

Hoffice_timeline_lengthy

Die Idee zu Hoffice ist nicht ganz neu. 2013 experimentieren die beiden Freelancer und späteren Hoffice-Gründer Christofer Gradin Franzen und Johline Zandra mit unterschiedlichen Arbeitstechniken. Hoffice basiert auf mehreren Grundregeln, deren Wurzeln auch auf die Sarvodaya-Bewegung, den Buddhismus und die Philosophie Gandhis zurückgehen. Eine davon betrifft die kurzen, gemeinsamen Arbeitssitzungen:

For 45 minutes at a time, we only hear the wall clock – tick-tock, tick-tock – and laptop key sounds. Or how someone suddenly gets up, and whispering disappears with the mobile phone. Then comes the alarm signal. It is time for the ten-minute break with stretching, meditation – or, why not, disco dancing?

Weil sie auch viele Andere zu ihren ‚Versuchen‘ einladen, registrieren sich alleine in Stockholm schon bald hunderte Menschen im Hoffice Netzwerk und täglich werden es mehr – weltweit. Christofer dürfte sich in seiner Vision bestätigt fühlen.

“Then you can see the world as a more beautiful and sustainable place. You understand that every single person is unique. At the same time, you realize that we need each other, for we are all interconnected. That is the way forward for the world that I want to see, and that many of us dream of.”

Mir gefällt vor allem der internationale Gedanke, der dem Projekt zugrunde liegt; einmal abseits des eigenen Einzugsgebietes in einem #Hoffice zu arbeiten, oder selbst Gäste aus anderen Ländern willkommen zu heißen. Grenzen hinter sich zu lassen. Geografische und die im Kopf.

Für Jene, die keine andere Möglichkeit dazu haben, eine großartige Alternative, um Menschen und (Arbeits)Kulturen aus aller Welt kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und Freunde für Leben (und Beruf) zu finden.

Wer sein eigenes Hoffice gründen will, findet alle Infos auf hoffice.nu.

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Über Hannes Treichl

In diesem Blog findest du persönliche Gedanken und Geschichten über beHERZte Menschen. Über außergewöhnliches Marketing und kreatives Denken – und das Sein im Tun. Mehr über mich findest du hier ».