"Die einzige Möglichkeit, eine neue Dimension
bewusst zu betreten, ist - ANDERS zu denken"

Erfolgsautor Karl Gamper über ANDERS|denken

Kauf dir (d)eine Firma um 35 Euro

nvohk.jpg
Wieder ein Experiment aus den Kategorien Crowdsourcing und Crowdfunding: “nvohk – the clothing company managed by the people who wear it”.

Bei nvohk (sprich ‘invoke’) geht es um Bekleidung (“Ökologische Outfits im Surf-Style”). Die Schwerpunkte liegen auf umweltschonender Produktion, der Verwendung 100% nachhaltiger Materialien und vor allem der Öffnung von Managementstrukturen.

Wie funktioniert nvohk?
Zum Start braucht nvohk eine breite Palette von 20.000 Menschen mit unterschiedlichen Talenten. Diese beteiligen sich mit einem jährlichen Betrag von 50 Dollar an den Prozessen des Öko-Labels; macht eine Million Dollar Gründungskapital, mit dem man schon mal Einiges bewegen kann. Mitbesitzer am Unternehmen wird man durch seine Investition allerdings nicht.

Nachstehendes Bild wird vor allem Verfechtern streng hierarchischer Unternehmensstrukturen die Haare zu Berge stehen lassen.

surfers-company.gif
Im nächsten Schritt entwickeln die “Amateur-Manager” das Unternehmen weiter, werden in Business-Entscheidungen, Logo- und Produktdesign, Werbung, Auswahl gesponserter Sportler und Musiker (und Vertrieb?) eingebunden.

Was geschieht mit den Gewinnen?
10% des Gewinnes werden an Umweltorganisationen gespendet.
35% schüttet nvohk in Form eines Bonussystems an alle Mitglieder aus, d.h. es gibt keine monetären Auszahlungen, sondern “Bonusmeilen”, die gegen Produkte (eigene und von Partnern) eingetauscht werden können.

Lassen wir uns überraschen wie das noch junge Projekt umgesetzt wird, wie lange es dauert bis sich die vielen tausend MitarbeiterInnen gefunden haben, zu ersten Entscheidungen (Logo und Produktdesign) fähig sind, welchen Freiraum das Management der Community tatsächlich lässt, und wie diese Gewinnverteilungssystem akzeptieren wird. Viele offenen Fragen, aber das muss man Experimenten wie diesen zugestehen.

In einem Punkt hat nvohk aber von Beginn an gewonnen: Profitieren kann das Unternehmen von einem riesigen Heer an Weiterempfehlern und Evangelisten, die hundertausende Freunde und mögliche neue Kunden ansprechen werden.

www.projectnvohk.com
Thanks to Jonathan for pointing to this project!

Related Posts with Thumbnails
       
  • http://www.jalousieshop.net/innenrollos Rollo

    Bin ja mal gespannt ob das funktioniert.

  • http://sonstso.de/ lina

    Nix Schneeball, dein Einkommen hängt ja nicht davon ab, neue Mitglieder zu werben, davon abgesehen, dass es gar kein Einkommen gibt. Äußerst positiv finde ich die 10% Ausschüttungen an Umweltorganisationen.

  • http://www.sonnenschutz-markisen.eu Sonnenschutz Markisen

    Einfach nur klasse Idee, würde ich auch gerne mal teilnehmen.

  • http://www.nehemia-freundeskreis.org nehemia

    Das klingt für mich wie ein etwas entschärftes Schneeballsystem, oder täusche ich mich da?

  • http://www.schaltertresen.de Jaeger

    @ Plissee

    wo kann ich Geschäftsführer werden? :-) Da ist aber was dran…

  • http://www.rollo-laden.de Plissee

    Interesant, aber was passiert wenn es flopt. Geld Weg, Geschäftsführer liegt mit dem Geld in der Sonne. Bei einer Million Dollar ohne verpflichtungen an die Mitglieder, reitzt es auch moralische Menschen. Wenn es vergleichbar mit einer eV wäre, wo Mitglieder auch Stimmrecht haben, wird das Projekt besser ankommen.

  • http://www.hannestreichl.com Hannes Treichl

    @Franz
    Ich bin meilenweit davon entfernt dich als ‘Nörgler’ zu bezeichnen :-)

    Bei diesen Modellen ist (im Gegensatz zu Angestellten in Unternehmen) niemand wirklich zur Mitarbeit verpflichtet.

    Viel eher erkaufe ich mir für die läppischen 50 Dollar vielmehr das Recht, mitreden und mitgestalten zu dürfen, und kann parallel dazu Vorteile nutzen – z.b. um 25% günstiger einkaufen.

    Burkhard vergleicht das in einem aktuellen Beitrag gerade sehr schön mit “Nutzen von Elementen eines Private Shopping Clubs”.

  • Pingback: www.best-practice-business.de/blog » Eine neue Crowdsourcing-Company will Öko-Surfklamotten herstellen

  • http://reflections.at FranzKu

    Hmm… bin jetzt nicht sicher, wie sich das System von einer Aktiengesellschaft unterscheidet. Ausser darin, dass man eben nicht Miteigentümer wird? Kritisch gesagt, wird man hier zum Mitarbeiten angehalten und muss auch noch dafür bezahlen, ohne wirkliche Mitspracherechte verbürgt zu haben. Damit ich jetzt aber nicht als Raunzer dastehe, gleich die Kehrseite meines Argumentes: Ist es nicht verwunderlich, wie wenige echte AGs ihren Aktionären crowd-sourcing-Möglichkeiten anbieten – da scheint mir noch echtes Potential zu liegen!

  • Heinz Grünwald

    Spannend, wobei es mich interessieren würde wie diese “major business decisitions” von den 20.000 Leuten getroffen werden, bzw. mit welcher Software und mit welchem Gewichtungssystem (Börsen) sie das machen… dann
    müssten Sie ja laut der Weisheit der Vielen immer Richtig liegen ;)