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Wie nutze ich das Mundpropaganda-Potenzial im Internet?

17. März 2009 | 12 Kommentare | Mitreden!

Blogs und Mundpropaganda
Gehören Blogger in den Presseverteiler? Mit dieser Frage haben sich bereits genügend Blogs beschäftigt. Professor Matthias Fank von der FH Köln hat sich dem Thema mit einigen StudentInnen auf wissenschaftlicher Basis beschäftigt, und mir dankenswerterweise eine Kopie der Auswertung zukommen lassen.

Web-2.0-Studie 2009
Studie über Blogger und Foren-Betreiber – Ergebnisse einer empirischen Forschung

Anmerkung vorab:
Die Themenstellung so manchem Experten vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß erscheinen. Spätestens seit Facebook, Twitter & Co. die Reichweiten noch einmal jenseits dessen katapultieren was Blogs und Foren jemals zu leisten im Stande waren, sollten die Inhalte in ihren Grunderkenntnissen durchaus umlegbar sein.

Mir sticht vor allem dieser Punkt ins Auge:

blogger-produktpraesentation
“Ich würde mich freuen zu Presseveranstaltungen (Produkteinführungen, -präsentationen, Pressekonferenzen, Firmenevents) von Unternehmen eingeladen zu werden.”

Ich weiß nicht wie viele “Presse-Arbeiter” davon in Österreich schon Notiz genommen haben. Ihr glaubt mir nicht? Der (nicht-wissenschaftliche) Selbsttest ist einfach:

Ruft die Marketer irgendeiner Veranstaltung (oder Produktpräsentation) die Ihr gerne besuchen würdet an und fragt, ob Ihr Euch als Blogger akkreditieren könnt. Wenn Ihr die Hürde “Was ist das?” genommen habt, werdet Ihr nach dem Presseausweis gefragt werden.

Einladungen zu Presseveranstaltungen, um über Produktinnovationen informiert zu werden, wünschen sich die Betreiber ebenfalls. Der Aussage, sie würden sich über eine Einladung zur Presseveranstaltung freuen, stimmen 40% der Teilnehmer vollkommen zu. Demzufolge scheinen Presseveranstaltungen eine gute Möglichkeit zu bieten, um in Kontakt mit Foren-Betreibern und Bloggern zu kommen.

Ich habe das hier schon öfters angemerkt, weiß aber dass einige es nur dann glauben, wenn es auch in einer “wissenschaftlichen” Studie steht.

Die reine Versorgung der Betreiber mit Presseinformationen scheint im ersten Blick aus verschiedenen Gründen jedoch weniger erfolgsversprechend zu sein.

Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, es ist nicht nur “wenig erfolgsversprechend” sondern dekonstruktiv. Viele Blogger die ich kenne fügen die Absender solcher PR Infos der Senderliste von Spam Mails hinzu. – Ich gehöre übrigens auch dazu, geh aber jetzt nicht davon aus dass die rund 50 Pressemitteilungen die ich jede Woche erhalte weniger werden, denn i.d.R. sind PR Agenturen Aussender und beschäftigen sich leider viel zu selten mit Feedback das nicht direkt mit Ihren (Spam-)Mails zu tun hat, dabei würden sich viele Blog- und Forenbetreiber sogar wünschen.

blogs-beobachten
“Ich finde es gut, wenn Unternehmen mein Forum / Blog beobachten und die Texte lesen, die dort über diese Unternehmen verfasst werden.”

unternehmen-diskutieren-blogs
“Unternehmen sollten sich in die Diskussion meines Forums / Blogs einmischen und eigene Beiträge und Kommentare verfassen.”

Irgendwie eigenartig, oder? Da sucht man als Marketer jahrelang nach Möglichkeiten für 1:1 Marketing und hat man diese Chance endlich, überrollt sie einen gleich mit unendlicher Vielfalt – sodass man gar nicht mehr weiß, ob man bei Blogs, Foren, auf Twitter, Facebook oder sonstwo anfangen soll. Schlimmer noch:

Die übernehmen “unseren” Job und machen “Ihr eigenes Marketing”?!?

(Erkenntnis in einem Workshop der nicht allzu lange her ist.)

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12 Kommentare zu “Wie nutze ich das Mundpropaganda-Potenzial im Internet?”

  1. Erinnert mich an die Phase Ende der 90er als viele die $-Zeichen in den Augen hatten und glaubten man muß nur einen Online-Shop launchen und schon strömt das Geld nur so herein. Ähnlich die falsche Vorstellung von Mundpropaganda im Internet. Das Potential ist riesig, doch ein Selbstläufer entsteht nicht einfach so.

    Immerhin erkennen auch größere Marken langsam wie die Dinge laufen, zB Coke & Facebook – http://www.ethority.de/weblog/2009/03/17/coke-verbundet-sich-mit-markenfans/

  2. Monika sagt:

    Habe vor Kurzem genau über das Thema “Blogger kontaktieren” geschrieben.

    Viele Agenturen haben es immer noch nicht begriffen!

  3. «MM» sagt:

    Ich gehe auch einfach so zu Pressekonferenzen hin, wenn mich ein Thema wirklich interessiert und die Zeit dazu zur Verfügung steht.

    Wenn mich dann wer nicht reinläßt, nehm ich das freilich zur Kenntnis. Nur entsteht dadurch dann nicht gerade positive Mundpropaganda… :D (Wobei’s natürlich davon abhängt, WIE diese Abweisung erfolgt, klar.)

    Mit Marketingleutln hab’ ich eigentlich eher gute Erfahrungen gemacht, die antworten auch auf Emails.
    Viele Journalisten hingegen tun sich dadurch hervor, daß sie selber Fragen stellen (und Antworten erwarten), während sie selber am liebsten genau das tun, was ihnen selber verhaßt ist, nämlich schweigen. ;)
    Es gibt löbliche Ausnahmen – und die sind es dann, die ich meinerseits mit Infos versorge, so ich welche anzubieten hab’.

  4. Matias sagt:

    Auch ich muss dir ein Stück weit wiedersprechen. Ich bekomme fürs VisualBlog regelmäßig Pressemitteilungen. Und schätzungsweise 50% davon lese ich auch. Und ein Teil davon wird auch fürs Blog verwendet.
    Aber (!) – viele der PR-Leute mailen mich persönlich an: “Hi Matias, ich hätte da mal wieder was für dich. Könnte interessant sein fürs VisualBlog.”
    Oft antworte ich auch und wir kommunizieren miteinander. Pressemitteilungen sind da nur ein Bestandteil einer Kommunikation. Man kennt sich und ich finde es okay, wenn ich in Verteilern drin bin. Sind oft super interessante Sachen dabei. Etliche Bands konnte ich so schon “entdecken”, über die ich sonst nicht gestolpert wäre.

  5. Ingeborg sagt:

    unkonstruktiv oder desktrutiv ;) ->aber nicht der artikel!

  6. Monika sagt:

    Genau darum geht es – Matias – wie man angesprochen wird. Ich glaube kein Blogger hat etwas gegen Informationen einzuwenden. Und die direkte Anrede macht den Unterschied!

    Hier der Link zu meinem Beitrag: http://moblog.soisses.at/2009/03/04/blogger-kontaktieren/

  7. Das Problem ist die Vielfalt. Man kann eine Pressemitteilung auf Dutzenden Presseportal veröffentlichen. Massenweise Soziale Netzwerke stehen zur Verfügung – und es werden immer mehr. Da hilft nur noch Spezialisierung. Zum Thema passende Blogs, Gruppen, Foren usw. suchen, dort teilnehmen und dann kontrollieren, was funktioniert. Wer auf Selbstläufer wartet, der kann lange warten.

  8. Tobias sagt:

    Interessanter Artikel und sicher eine interessante Studie!

    Was mich aber noch interessieren würde: Weißt du, mit welchem Programm sind die Diagramme erstellt sind?

  9. Gastuser sagt:

    Interessant, wobei die Studie es auch zum Download gibt …:
    http://www.infospeed.de

    Gibt es in Deutschland eigentlich soviele Blogger wie in USA? Hier sind mehr Foren eher der Fall, oder?

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