Guerilla Marketing bei der Zoll-Fahndung
Immer wieder kommt es vor, dass Reisende auf dem Rückweg vom Urlaub unangenehme Erfahrungen bei der Einreise haben. “Ich habe wirklich nicht gewusst, dass ich das nicht mitnehmen darf…”
Genau auf dieses Argument zielte rund um Weihnachten eine Guerilla Marketing Kampagne am holländischen Flughafen Schiphol ab.
Zwischen den Gepäckstücken von Urlaubern rollten überdimensionale Boxen über die Laufbänder, wie u.a. “a wooden turtle case of The Last 1500.com, a coral box of Limited Treasures, a coat protector of Cindy’s Furshop Costa Rica and a elephant tusk of Ivory Desires.”
Jedes “Gepäckstück” war mit einem roten Anhänger versehen auf dem zu lesen stand: ‘Something to declare? Please go to the red channel’.
Sehr sympathische und gut umgesetzte Guerilla Kampagne der Zollfahnung. Soviel Mut zu Kreativität hätte ich den Beamten (die natürlich von Agenturen unterstützt wurden) gar nicht zugetraut :-)
Zum Abschluss noch ein Video das einige erstaunte Fluggäste zeigt.
Quelle & Fotos: www.autobahn.nl
Was wir von einem Snowboarder lernen könn(t)en
Habt Ihr schon einmal versucht, jemandem etwas Neues, Andersartiges, Innovatives zu erklären oder gar zu verkaufen? Wie ging es Euch dabei? – Ihr habt Eure Ideen bis zuletzt für Euch behalten, die Katze nur nicht aus dem Sack lassen, und nun…?!
Ganz anders denkt ein Teilnehmer der Olympischen Spiele in Vancouver, der Snowboard Profi Shaun White. Der Olympiasieger von 2006 im Bewerb Halfpipe kämpft mit einer ganz besonderen Herausforderungen – dem Überraschungsmoment.
In der Halfpipe geht es darum, die coolsten, verrücktesten, nie dagewesenen Sprünge zu zeigen, die anschließend von einer Jury bewertet werden.
Wie aber soll es einer Jury gelingen, einen noch nie dagewesenen Sprung zu bewerten? Wie, seine Schwierigkeit einzuordnen? Wie, den Athleten “gerecht” zu belohnen, wenn das was gerade vor den eigenen Augen abgelaufene noch nie dagewesen und doch nach wenigen Sekunden schon wieder vorbei war!?
Was wird eine Jury machen die unsicher ist? – Sie wird den Sportler nicht so bewerten, wie er es entsprechend der erbrachten Leistung verdient hat.
Aus diesen Gründen entschloss sich Shaun White, seine neuesten Sprünge schon Monate vor den Olympischen Spielen Mitgliedern der Jury zu zeigen – und so auch unweigerlich seinen Konkurrenten. Auf die Frage, ob er keine Angst habe kopiert zu werden, antwortet er:
Mr. White says he could have saved his surprise moves for Vancouver to increase the “wow” factor and prevent copycats from stealing his thunder, but he decided it was more important “to educate the judges.” (The Wall Street Journal)
Was hat dieser Beitrag nun mit Marketing und/oder Innovation zu tun?
Entwickeln nicht auch wir gerne Ideen im stillen Kämmerchen, und kämpfen später mit dem Problem dass andere uns nicht verstehen (wollen), wenn wir versuchen unsere Ideen zu verkaufen?! Warum lassen wir die Judges (= Kunden) nicht daran teilhaben, wie unsere Sprünge (= Produkte) entstehen?!
Warum sperren wir unsere Kunden aus?! Nehmen wir sie mit auf eine Reise durch die schwierige Entstehungsgeschichte seit wir mit unseren Ideen schwanger waren, und erleben wir mit ihnen gemeinsam den emotionalen Moment der Geburt!
Nehmen Sie sich im neuen Jahr einfach mal vor, ein klein wenig offener zu sein. Nehmen Sie Ihre “Richter” mit, anstatt sie vor das fertige Ergebnis zu stellen. Sie werden es Ihnen danken!
PS: Dominic, thx for the hint to this wonderful inspiration!
Foto: Red Bull Photofiles
Sterben auf Facebook, Twitter & Co: My Webwill

Bekanntlich vergisst das Internet nur langsam bis gar nicht und vieles was wir in Zeiten von Social Networks, Blogs, Twitter & Co. ins Netz stellen, wird wahrscheinlich auch uns überleben.
Genau hier setzt das Geschäftsmodell des schwedischen Startups My Webwill an: Verlassen wir irgendwann diese Welt, übernimmt das Unternehmen für uns den Abschied in diversen Social Networks.
Your digital identity after death
We live an increasing amount of our lives on-line, but what happens after we are gone? What will happen to all our photos, blogs and social network accounts? Until now our digital identities have lived on without us, leaving our loved ones powerless to control them or wind them down. Webwill is a new service to change that, putting you in control even in the afterlife.
Das “Freemium” Geschäftsmodell hat 2 Preisstufen: Bei der kostenlosen Version werden alle zuvor definierten Profile in Social Networks gelöscht. Für 30 Dollar jährlich oder 200 Dollar einmalig erhalten Freunde und Kontakte eine letzte Abschiedsnachricht und/oder ein letztes Foto.
Makaber oder zeitgemäß?!
Ich würde sagen beides. In jedem Fall ein Geschäftsmodell das mit den Trends der Zeit spielt, vielleicht aber ebenso vergänglich wie der Wanderzirkus der Webcommunities ist.
Einfach nur Danke sagen
Es ist die stillste Zeit des Jahres.
Zumindest sollte sie es sein.
Damit sie auch für Euch endlich ruhiger wird, erspare ich Euch heute zuviel Text und sage einfach nur DANKE! Danke, dass Ihr mir immer wieder Eure Zeit schenkt, und auf ANDERS|denken vorbeischaut, diskutiert & kommentiert und mich und andere damit immer wieder auf neue Gedanken bringt!
Mit diesem kurzen Video wünsche Euch und Euren Familien Frohe Weihnachten, und freue mich auf ein Wiederlesen im neuen Jahr!
PS: Unser Büro bleibt offiziell bis 11. Jänner geschlossen, aber mal sehen ob es vielleicht schon davor wieder den einen oder anderen Blogbeitrag gibt…
Warum Sie jetzt aufhören sollten zu bloggen
Vor 2 Jahren wussten viele TouristikerInnen mit Blogs noch kaum was anzufangen, heute können wir die Anzahl der vielen Hotelblogs längst nicht mehr zählen.
Auch das haben wir “damals”, im goldenen Zeitalter der Blogs und Blogberater schon angekündigt:
Noch gibt es Listen und Verzeichnisse für Blogs. Ranglisten und Top Blogs. Aber nur solange, bis eine kritische Masse erreicht sein wird. Später werden Hotelblogs eine (häufig verzichtbare) Selbstverständlichkeit sein und niemand mehr nach dem 201millionsten Blog krähen.
(Endlich!) Vorbei sind die Zeiten, wo jedes neue CEO-, Corporate-, Destinations- und auch Hotel-Blog des YOUniversums von einer sogenannten “Blogosphäre” dutzendfach begrüßt und hochgejubelt wurde.
Viel Feedback habe ich in dieser Zeit auf den Beitrag “10 Gründe gegen Blogs im Tourismus” bekommen, nur wirklich verstanden haben den Inhalt nicht alle, und es ist höchste Zeit Blogs und andere Social Media Aktivitäten einmal etwas kritischer zu betrachten.
Deshalb folgt heute nach 2 1/2 Jahren ein kurzes Update auf den damaligen Beitrag. Auch dieses Mal wieder eine bunte, spontan entstandende Sammlung immer wieder gehörter Aussagen, ergänzt durch persönliche Gedanken die mir während des Schreibens kommen.
Nein, Sie finden hier keine Sammlung von Gründen warum Sie immer schon besser dran waren weil Sie Social Media nicht genutzt haben. Nachstehende Inhalte sollen Ihnen nur eine kleine Hilfe bei einer kritischen Relexion Ihrer heutigen Webaktiväten sein.
Es geht ohnehin nur um Google & Co.
Letztens gehört: “Egal wie viel Mist ich produziere: Haupsache ich werde bei Google gefunden.” Gegenfrage: Was bringen Ihnen Einmalbesucher die nur wenige Sekunden auf Ihrer Seite verweilen?!
Vergessen Sie Ihre Zugriffsstatistiken. Wenn Menschen auf Facebook oder sonstwo über Sie reden, profitieren Sie davon ungleich mehr.
Ein Beispiel aus eigener Erfahrung: Nicht oft nutze ich Facebook um private Fotos einzustellen. Nach einem Aufenthalt in einem auch für mich beeindruckendem Naturhotel habe ich das aber getan und einige Fotos hochgeladen.

Die Folge: 19 Kommentare innerhalb von 45 Minuten und “Anfragen” (an mich als Privatperson!) wie das Hotel hieße, wo es sei und welche Zimmer die schönsten seien. Bestätigte Nebenwirkung für das Hotel: 3 zusätzliche Buchungen innerhalb weniger Tage.
Ich weiß noch immer nicht was ich schreiben soll
Wenn es in Ihrem Haus schon keine Geschichten gibt lassen Sie es besser.
Oder Sie sind hartnäckig und wollen dennoch weitermachen? Vieles das für uns selbstverständlich erscheint (wie der Almabtrieb vor der Haustür, der Schneemann den Ihre Kinder gebaut haben oder das Keks-Geheimrezept Ihrer Großmutter) ist für Gäste die sich irgendwo im Ruhrgebiet 51 Wochen auf einen idyllischen Urlaub freuen, keinesfalls selbstverständlich und kleine Updates und Blicke hinter die Kulissen erzeugen Freude auf den nächsten Urlaub!
Wenn das alles nichts hilft: Schauen Sie mal bei Google vorbei: Was weiß Google über Ihre Region? Oder nutzen Sie die Google Bildersuche. Auch Bilder können hervorragend inspirieren.
Oder machen Sie es wie die Marketer der Tirolwerbung. Im BlogTirol haben wir vor einiger Zeit damit begonnen, Inhalte externer Blogs zu integrieren – allerdings nicht aus dem Grund dass die AutorInnen selber keine Ideen haben :-).
Wer selber ein Blog hat und regelmäßig über Tirol schreibt, kann die Beiträge seines Blogs im vielbesuchten Tirol Blog an-teasern lassen und so seine Leserschaft erweitern.
Anders als andere Ansätze “zwingt” die Tirolwerbung mit diesem Angebot niemanden, kostenlos als Autor auf einer fremden Seite tätig zu werden, sondern schafft einen beidseitigen Mehrwert. Die Aktion läuft erst seit kurzem, Anmeldungen gibt es bereits viele.
Wie bringe ich Menschen auf meine Buchungsseite?
Bestimmt nicht über nichtssagende Werbebanner! Besser Sie vergessen alles was Sie bisher über Bannerwerbung gehört haben. Spätestens wenn Sie mehr Leser über RSS Feeds haben als Besucher im Blog, sehen diese Ihre Banner ohnehin nicht mehr.
In einem Kontext auf Angebote Ihres Hauses zu verlinken ist erlaubt. Aber setzen Sie diese Verlinkungen dezent ein. Wichtig ist vor allem, dass Leser Ihres Blogs die unbedingt buchen wollen, die notwendigen Links dazu auch finden!
Menschen vernetzen sich mit Menschen…
… nicht mit Marken, Destinationen oder Hotels. Ebenso nervig wie Facebookprofile ohne echte Menschen (die nebenbei den FB Nutzungsbedingungen widersprechen, aber dazu ein andermal) sind Blogbeiträge ohne Autoren.
Wenn Sie das Glück haben Kommentare von Gästen zu erhalten, beantworten Sie diese Kommentare auch – und zwar persönlich, nicht mit Standardphrasen! Jedes erhaltene Kommentare ist eine Chance einen neuen Stammgast, Freund oder Weiterempfehler zu erhalten!
Nebenbemerkung weil gerade reingekommen:
Was halten Sie von Eigenlob wie diesem hier?! – Haben Sie so etwas wirklich notwendig?!

Ich habe Angst!
Wovor? – Vor Tipp-, Rechtschreib- und Grammatikfehlern!
Reden Sie wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist. In Ihrem Haus tun Sie das auch. Im Social Web zählen Sie als Mensch. Beweisen Sie Ihre Authentizität! Ein Bergführer der im Blog in Akademikerdeutsch schreibt fliegt spätestens bei der nächsten Wanderung auf. Und was gibt es Schlimmeres als das Gefühl zu haben, von Ghostwritern an der Nase herumgeführt worden zu sein.
Inhalte bestehen aus 140 Zeichen
Wer Twitter nicht kennt denkt an ein SMS. Dort schaffen Sie es auch sich kurz und bündig auszudrücken. Im Internet hat niemand Zeit und Nerven sich seitenlange Berichte durchzulesen. (140 Zeichen fördern zudem Ihre eigene Kreativität. Braucht es immer vieler Worte um den Kern der Botschaft rüber zu bringen? – Ja, ich weiß, auch dieser Beitrag ist viel zu lang :-)
Pressemitteilungen nerven
Blogs die nur aus Pressetexten bestehen nerven. Vergessen Sie Pressemitteilungen, Presse- und Marketingtexte. SIE sind der Star bei Ihren Gästen – nicht Ihre Marketing Agentur! In Blogs geht es um tagesaktuelle Schnappschüsse, nicht um Texte fürs Pressearchiv!
Bilder, Bilder, Bilder,…
Fotos haben Sie genug. Aber bitte nicht Ihre Katalogfotos sondern die aus Ihrer privaten Kamera. Noch besser: Binden Sie Fotos Ihrer Gäste ein! Diese sind stolz, wenn ihre Urlaubsfotos (und Videos) auf Ihrer Seite gezeigt werden!
Google Werbung hat im Hotel-Blog nichts verloren!
Verdient dieses Hotel mehr Geld mit Google Werbeanzeigen als Buchungen?

Keine wirklich ersichtliche Verlinkung zur eigenen Webseite, dafür gleich 9 hervorragende Quellen zu tollen Urlauben – aber eben in anderen Hotels :-)
Blog ist nicht gleich Blog und überhaupt…
… reicht ein isoliertes Blog ohne integrierte Internetstrategie wohl kaum noch aus, um auf sich aufmerksam zu machen bzw. um einen wirklichen Mehrwert zu bieten.
Verabschieden Sie sich von dem Gedanken dass Menschen unbedingt Ihren Webauftritt anklicken müssen um auf Sie aufmerksam zu werden und etwas über Sie zu erfahren. Dass Sie als Destinationsmanager Interesse an Klicks haben mögen ist verständlich, immerhin argumentieren Sie damit Ihren Preis. Das war das Geschäftsmodell von gestern!
Längst weiß das Netz viel mehr über Sie als das was Sie selbst über sich erzählen. Lassen Sie andere erzählen, ab er unterstützen und motivieren Sie Menschen dabei das auch zu können! Die Inhalte liegen dezentralisiert an vielen Stellen. Managen Sie die Verbreitung von Content und nicht nur Ihre Zugriffsstatistiken – die sind ohnehin nur Ausdruck gestriger Erfolge aber nicht jener von morgen.
Best Practice SoIsses.at
Ein Beispiel das mir seit Jahren am Herzen liegt ist das aus einer privaten Initiative von Monika und Achim Meurer entstandene Blog SoIsses (siehe “Die besten Tourismusblogs Österreichs“, Feb. 2008).
Die beiden aus Deutschland zugewanderten Internetexperten haben es geschafft, mich von der Schönheit des Lisa-/Maltatals in Kärnten zu überzeugen. Vorher wusste ich gar nicht, dass diese Ferienregion überhaupt existiert. Wenn nun Touristiker aus dieser Region daran zweifeln, dass das Blog die Zugriffszahlen auf die Destinationswebseite erhöht hat, überlegt Euch bitte folgendes:
Wozu brauche ich Eure Destinationsseite auf der Ihr Eure Mitgliedsbetriebe “verkaufen” müsst? Viel mehr tagesaktuelle und vor allem in menschlicher Sprache verfasste Infos finde ich ohnehin auf soisses.at und wenn ich eine Unterkunft buchen will, mache ich das im Jahr 2009 bestimmt nicht über Eure Destinationsseite!
Meine abschließende Empfehlung
Bevor Sie mit irgendwelchen Aktivitäten anfangen, nehmen Sie sich Zeit, einen Bleistift und Papier, und skizzieren Sie
- auf welchen Plattformen Sie aktiv werden wollen,
- wie Sie Schnittstellen automatisieren können,
- wer die “Arbeit” mit welchem Zeitaufwand künftig umsetzen soll,
und stellen Sie sich vor allem immer wieder eine Frage:
Warum muss ich als Gast mir das unbedingt ansehen!
Sonntagsfahrer oder Einsatzfahrer
Heute ist jeder, egal ob Agentur oder Privatier, Social Media Experte, sogar dann wenn er/sie diese Form der Kommunikation noch vor nicht allzu langer Zeit belächelt hat.
Hand aufs Herz: Ist es nicht wie beim Autofahren?! Nur weil ich weiß wo beim Auto Gaspedal und Kupplung sind, komm ich noch lange nicht halbwegs sicher durch den dichten Verkehr. Ich muss lernen, üben, und mich immer wieder an neue Regeln oder Straßenverhältnisse anpassen.
Mit Social Media zu experimentieren ist gut. Aber genieren Sie sich nicht wenn Sie unsicher sind wie Sie die Grätsche zwischen Ihren privaten und beruflichen Web-Experimenten schaffen. Das einzige das Sie falsch machen können ist, dass Sie versuchen zuviel graues Business ins Spiel zu bringen. Auch Ihre “echten” Freunde interessieren sich Ihren Beruf und dafür womit Sie Ihr Brot verdienen. Es ist nur eine Frage der Verpackung. Schaffen Sie es menschlich zu klingen?! Vielleicht ein feiner Grad. Einer, den Sie (mit oder ohne Hilfe) für sich selbst entdecken müssen!
Letztens hatte jemand in einem Workshop mit Führungskräften einer großen Organisation folgende Erkenntnis:
Das bedeutet, dass wir in unserem Unternehmen neue Funktionen schaffen müssen? So einen der diese ganzen neuen Web Sachen betreut, verfolgt und reagiert. Naja, vor 25 Jahren haben wir ja auch die ersten Controller angestellt.
Genau! Zeiten ändern sich. Unternehmensstrukturen ändern sich / sollten sich ändern. Eines aber bleibt unverändert:
Das Bedürfnis mit Menschen zu kommunizieren, Netzwerke zu bauen und Freundschaften zu knüpfen.
Viel Erfolg (weiterhin)!
Nachtrag 18.12.09
2 spannende Artikel mit vielen Kommentaren und Meinungen finden sich bei Robert Basic hier und hier. Er stellt und beantwortet die Frage: “Was ist aus den Blogs geworden?”
Staatspreis für PR & Gedanken zu Social Media in der PR
Anfang dieser Woche hatte ich das Vernügen, gemeinsam mit meinen Partnern & Freunden von ötztal.at an der Verleihung des österreichischen Staatspreis für PR teil zu nehmen. Das Projekt “Live Quality Check” ging in der Kategorie “Vertriebsunterstützende PR” – ex aequo mit einer Kampagne des Cirque du Soleil – als Sieger hervor. Das einzige Tourismusprojekt dem so ein Kunststück bislang gelungen ist. (2009 zudem das einzige Nicht-Wiener Projekt ;-))
Weniger das Feiern stand in Wien aber im Vordergrund, sondern viele Gespräche mit eingefleischten PR Profis. Dabei fiel (nicht nur mir sondern zum Glück auch anderen!) eines auf: Der Einsatz von Social Media in der klassischen PR bedarf noch sehr viel Aufklärungsarbeit!
PR Agenturen hätten m. E. auch die Verpflichtung, ihre Kunden über sich längst geänderte Rahmenbedingungen zu informieren, das Thema nicht als vorübergehenden Modetrend zu belächeln, und wenn es sein muss auch mal mit einem “Nein, das machen wir so nicht mehr” an der neuen (?!) Form Kultur der Kommunikation festzuhalten. Ein Video auf YouTube zu stellen bedeutet noch lange nicht, dass man Social Media (und wie es überhaupt “so weit” kam) auch verstanden hat!
Seit Oktober war ich auf mehr als einem dutzend Workshops, Vorträgen und Schulungen zu Social Media. Allerorts die gleiche Frage: “Wie nutzen wir Social Media im Marketing und in der Kommunikation?” Heute empfehle ich als Handout für die vielen hundert präsentierten Folien bzw. als Vorbereitung auf meine noch anstehenden Workshops dieses 4 Minuten Video.
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Ein einziger Satz am Ende des tollen Clips fasst die vielen beeindruckenden Zahlen und Inhalte hervorragend zusammen und unterstreicht, dass es längst nicht mehr um Pressemitteilungen, Werbebotschaften und nackte Produktinformationen geht.
Erfolgreiche Unternehmen verhalten sich mehr wie Party Veranstalter, Aggregatoren und Anbieter von Inhalten, als wie traditionelle Werbeunternehmen.
Für viele Produktmanager und Marketer ist der Inhalt dieses Satzes ja nicht wirklich neu, in der PR haben wir diese Erkenntnis aber noch lange nicht umgesetzt. Technik Journalist Georg Holzer schlägt in einem aktuellen Blogbeitrag in eine ähnliche Kerbe und drückt öffentlich seinen Unmut über Presseverteiler aus:
Dies hier ist ein öffentliches Posting, in dem ich von ALLEN Presseverteilern dieser Welt gelöscht werden will. Ein Link zu diesem Blogpost geht als Auto-Reply an alle, die mir künftig Presseaussendungen zukommen lassen. [...] Für die wirklich wichtigen Fälle gibt es immer Originalquellen im Netz. Unternehmen, die keine gut gepflegte Presse-Website (mit Bildmaterial, Kontaktangaben und RSS-Feeds) haben, sollten sich darüber ohnehin Gedanken machen. Ich werde verstärkt nach interessanten Twitter-Quellen suchen und vielleicht meine RSS-Feeds etwas umsortieren. Aber versäumen . . . versäumen werde ich sicher nichts! (Georg Holzer, Zehn Jahre sind genug!)
Zurück zum Staatspreis für PR. Herzliche Gratulation und ein ganz großes Dankeschön zurück an Martin Santer und Claudia Wopfner für die tolle Umsetzung des Projekts “Live Quality Check“!
Ihr habt gezeigt, dass eine originelle Idee (=Produkt) mit einem Minimum an PR (=Budget) auskommen kann und (via Social Media) dennoch Ihren Weg um die ganze Welt finden kann. Ich freue mich schon jetzt auf die Realisierung der vielen auf der Reise diskutierten Projektansätze, weil IHR zu einer Minderheit gehört die wirklich verstanden hat, wo die Marketingschlachten in “Zeiten wie diesen” (nicht mein Zitat :-) geschlagen und gewonnen werden.

Foto: Niko Formanek/OTS/www.pressefotos.at
PS: Danke, lieber Martin Bredl & Team für die tolle Organisation des Events! Markus, schade dass du als Social Media Revolutionär des PRVA nicht bei der einen oder anderen Diskussion des Abends dabei warst :-)
Hoteliers haben (keine) Zeit fürs Internet!

Einige Gedanken der letzten Tage…
Erinnert Ihr Euch an diesen längst vergangenen, viel diskutierten und von anderen zitierten Beitrag hier im Blog: “10 Gründe gegen Blogs für Touristiker“.
Inzwischen hat sich vieles getan, Facebookseiten, Twitterpfrofile & Hotelblogs (tolle, gute, schlechte & miserable, Beitrag hierzu folgt demnächst) schießen aus dem Boden.
Österreichs Touristiker dürfen sich zu recht den Titel “Social Media Champions Österreichs” an die Fahnen heften, denn in keinem anderen Segment der Wirtschaft entwickeln sich Internetansätze flächendeckend so rasch weiter wie im Tourismus.
Trotzdem ist eines geblieben: “Ich habe keine Zeit…”

Vielleicht motiviert einige von Euch dieses Beispiel hier: Ich durfte vor einigen Tagen die Herbstklausur der Europa Wanderhotels begleiten. Im Rahmen der Klausur werden jedes Jahr jene Hoteliers ausgezeichnet, die gemeinsam mit ihren Gästen die meisten geführten Wanderungen absolvieren (siehe hier »)
Soviel zum Thema Kunden begeistern vs. Kundenbindung – Danke, Bernd ;-)).
Beachtlich und richtungsweisend finde ich folgendes:
Von den 5 aktivsten wandernden Hoteliers haben 4 trotzdem noch immer Zeit zum (selber!) Schreiben des eigenen Blogs!
In der gesamten Gruppe der fast 80 Hotels ist jedes vierte in der einen oder anderen Form im “Social Web” aktiv. Tendenz und Lernbereitschaft stark steigend, denn “Geschichten erzählen” ist für die Wanderhoteliers ein gewichtiges Marketingelement.
Damit es für Gäste und Freunde der Gruppe nicht gänzlich unübersichtlich wird, und damit neu einsteigende Hoterliers ein wenig Starthilfe bekommen, werden alle Hotelblogs auf einer gemeinsamen Plattform aggregiert.
Die gemeinsame Plattform (www.anderswandern.info) war ein Versuch der sich für die Gruppe gelohnt hat: Für 2010 haben sich die Europa Wanderhoteliers einiges vorgenommen, und für Social Media Aktivitäten mehr Budget eingeplant, als für klassische Internetkampagnen.


























