Welchen €-Werbe-Wert hat Social Media?
“Welchen Wert hat eine Facebook Fanpage?
Was ist ein Fan einer solchen Seite wert?
- Hinterlegen Sie Ihre Aktivitäten in Ihrem nächsten Bericht mit Zahlen!”

Foto: stock.xchng.com
Wem kommt diese Aufforderung bekannt vor?! Ich kenne mindestens gut zwei dutzend Internet-Verantwortliche, die immer wieder mit diesen Statements konfrontiert werden.
Das Kuriose daran: Erklärt uns beispielsweise ein Magazin, dass seine monatliche Ausgabe eine Reichweite von 50.000 hat und eine Text-Anzeige hunderte Euros kostet, stellen die gleichen Vorgesetzten und Controller die Zahlen kaum in Frage.
Stellen wir also eine ganz einfache “Milchmädchen-Rechnung” an, und geben den Erbsenzählern was sie haben wollen. Lassen wir die gleichen Kriterien zur Geltung kommen, die auch Fernsehen, Radio und Print einsetzen.
Damit das ganze realisitisch bleibt, verwende ich nachfolgend die Zahlen der Facebook Fanpage von Innsbruck (www.facebook.com/innsbruck), da ich bei dieser aus bekannten Gründen ja sehr tiefe Einblicke habe ;-).

Zudem beweist die Fanpage, dass es nicht unbedingt zeitintensiven Marketings bedarf, um eine Seite dieser Art natürlich “wachsen” und “Medienwerte” erwirtschaften zu lassen.
Wert von Status Updates auf der Fanpage
Jeder Status Update des Users Innsbruck erzeugt im Schnitt 170 Interaktionen (“gefällt mir”-Klicks und Kommentare). Ein Facebook User hat 130 Kontakte, die über Interaktionen ihrer Freunde informiert werden. Macht in Summe 22.100 erreichte User.
(Bei einer Veröffentlichung pro Woche würden monatlich 88.400 Menschen die Marke Innsbruck wahrnehmen.)
Wert von Fans einer Fanpage
Eine Fanpage mit 10.000 Fans hätte bei einer Multiplikation mit dem Faktor 130 somit eine Reichweite von 1.300.000 erzielt. Von Jänner bis März 2010 stieg die Zahl der Fans monatlich um weitere 1.000 Menschen. 1.000×130 entspricht weiteren 130.000 Kontakten pro Monat.
Welchen Wert erwirtschaftet eine Facebook Fanpage?
Welche Zahl Ihr als TKP (“Tausend Kontakt Preis”) einsetzt, liegt in Eurem Ermessen. Damit das Rechenbeispiel nicht allzu kompliziert wird, verwenden wir hier einen willkürlichen (aber nicht unrealistischen) Wert von EUR 15 pro 1.000 Views (TKP 15,00).
Somit hätten wir pro Status Update einen Wert von EUR 331,50 erzielt (EUR 1.326,00 bei 4 Posts im Monat). Hinzu kommen EUR 1.950,00 durch das natürliche Wachstum der Seite.
Die Fanpage von Innsbruck würde somit monatlich Werbeffekte von EUR 3.276,00 erwirtschaften.

Anders gesagt (und eine Argumentationshilfe für die Auftstockung des Personalstandes ;-):
Das entspricht in etwa den monatlichen Brutto-Gehaltskosten für eine/n MitarbeiterIn, die nichts anderes zu tun hätte, als 4x pro Monat ein paar Zeilen in Facebook zu posten.
Social Media ist klassischer 08/15 Werbung überlegen
Vergleichen wir das nun mit den Werbewerten die uns Print-, Radio- und TV Marketer vorgaukeln, ist Social Media anderen Formen der Unternehmenskommunikation (unabhängig des EUR Wertes) vor allem in einem Punkt entscheidend überlegen:
Werbe-Inhalte in traditionellen Medien sind nach ihrem Erscheinen relativ schnell vergessen – sofern wir sie überhaupt beachten. Interagiert ein Freund von mir mit auf einer Fanseite auf Facebook, hat das Mundpropaganda-Chrakter (Google und andere Web-Effekte vernachlässigen wir an dieser Stelle mal).

( vgl. “Verlierer klassische Werbung” vom »)
Wie niemand bestreiten kann haben Empfehlungen von “Freunden” gegenüber klassischer Werbung einen wesentlich höheren Einfluss auf Kaufentscheidungen.

(vgl. “Kaufentscheidungen” vom 6. April 2009 »; Foto: Flickr CC, thanks for sharing, Orin!)
Oder fragt mal Eure Controller was nach Meister Hausverstand den höheren “Wert” hat: Jemand der sich nach 5 nervigen Radio-Werbeminunten an keinen Spot mehr erinnern kann, oder jemand der
- sich meine Inhalte regelmäßig (und freiwillig) ansieht,
- meine Fotos betrachtet,
- bewertet,
- kommentiert und
- (indirekt) weiter empfiehlt?
Noch einmal: Das hier ist keinesfalls der Stein der Weisen zur Evaluierung von Facebook Aktivitäten. Es ist lediglich der Versuch Gleiches mit Gleichem (oder Falsches mit Falschem) zu vergelten! Nämlich jener Methode, die die meisten Medien bei ihrer Argumentation im Verkauf von (Werbe-)Anzeigen einsetzen, und die weitreichende Akzeptanz bei Entscheidungsträgern findet!

Foto: Buzz Canuck Blog “Social Influence Marketing – The Big Picture“
Auch wenn ich von Monetarisierungsversuchen wie oben aufgezeigten persönlich wenig halte, freue mich über Eure Meinungen und Kommentare zu dieser Form der Berechnung – vor allem über Feedback, wie andere auf Eure neuen Argumente reagiert haben.
Warum Doritos in Tirol nie einen Werbepreis gewinnen wird
Sie tun es wieder und immer wieder. Alle beide. Doritos und “der Tirolissimo”. Fangen wir mit dem Best Practice Beispiel an, dann brauchen jene die sich vor allem an solchen orientieren wollen nicht mehr weiter zu lesen ;-)

Vor 3 Jahren rief die amerikanische Chips-Marke Doritos zu “Crash the Super Bowl” (siehe Bericht) auf. Jeder konnte teilnehmen und einen Werbespot einsenden, der in der Werbepause der Superbowl ausgestrahlt wurde.
Aufgrund der vielen Einsendungen konnte sich die Jury bis kurz vor der Superbowl nicht entscheiden, welcher der vielen Spots On-Air gehen sollte. Kurzerhand wurden gleich 2 Pakte zur weltweit teuersten Werbezeit gekauft. Beide Spots schafften es unter die besten Superbowl Spots 2007.
Nachdem 2008 eine Werbeagentur es geschafft hatte, Doritos auf den letzten Platz des jährlichen Werbespot-Rankings zu befördern, griff das Unternehmen 2008 wieder auf die “Kreativität der Vielen” zurück. Der Doritos “Crowdsourcing Spot” schaffte es diesmal lt. USA Today Super Bowl Ad Meter auf Rang 1 im wohl härtesten, öffentlichsten und tranparentestem Werbewettbewerb der Welt.
Stolze Prämie für die Gewinner die den Spot geschaffen haben: 1 Million Dollar.
Wer sich 2010 die Super-Bowl Ads angesehen hat, wird nicht überrascht gewesen sein, wer die Agentur hinter dem Doritos Spot der Super Bowl XLIV gewesen ist: Natürlich ein Internet-User. Und wieder rankt der Spot bei USA Today auf Rang 2 und lässt Top Marken wie Coca Cola, Budweiser, Audi & Co. hinter sich.
Oder anders gesagt…
Die Kreativität der Vielen schlägt die Kreativität von Werbeagenturen.
In immer kürzeren Abständen und mit riesigen Prämien lockt Doritos Kreative in aller Welt. Erstmalig geht Doritos nach Europa und startet in Großbritannien startete Doritos das nächste Experiment zum “Kreativ Crowdsourcing“.
“Hast du eine großartige Idee für einen Fernsehspot? Dann beweis es.” Überaus sympathisch das Briefing:
OK, so you want to make the best advert ever? We like your style. Unfortunately, we can’t help you with your idea. Sorry about that. [...] But we can give you an idea of what Doritos stands for as a brand.
Alle eingesandten Spot werden auf www.kingofads.co.uk einem weltweiten Publikum präsentiert.
15 Finalisten dürfen ihre Ideen 20 Minuten vor einer Fachjury präsentieren. Dabei geht es mehr ums Coaching als um Kritik à la Dieter Bohlen. 3 Finalisten stellen sich der abschließenden Online Wahl aus der ein Sieger hervorgeht.
The director with the most votes will win a guaranteed £100k, and an extra £1 for each vote they receive – up to £200k. On top of this, they’ll have their advert watched by millions when it airs across British TV from June 12th – July 11th, all of which looks pretty impressive on a CV.
Mitmachen kann wie immer jeder. Amateure (Amateur = Liebhaber) ebenso wie Profis (Profi = jemand, der im Gegensatz zum Amateur zum Erwerb des eigenen Lebensunterhalts ausübt). Infos und die ersten Einsendungen gibt es unter kingofads.doritos.co.uk. Vorgeschmack gefällig?! Bitteschön:
Tirolissimo 2010 – Die Clique Branche feiert ihre Besten
Was hat Doritos nun aber mit dem Aushängeschild der Tiroler Werbeszene (ist nicht gleich Kreativszene!), dem Werbepreis Tirolissimo gemeinsam? Im Gegensatz zu letzerem habe ich von Doritos noch nie eine 20 seitige entgeltlichte (!) Beilage in Österreichs Werbe-Fachmagazin Nr. 1, der Kronen Zeitung, gesehen.
Meine nachstehend weiter im Detail begründete Conclusio und persönliche Meinung zum Tirolissimo 2010 vorab:
Der Tirolissimo ist was er schon im letzten Jahr war: Der Höhepunkt eines Beweihräucherungsprozesses einiger Weniger einer Branche.
Sein Fokus liegt auf althergebrachten Formen klassischer Werbung. Der Tirolissimo darf m.E. keinen Anspruch auf Innovations-Orientierung erheben, und sich schon gar nicht als treibende Kraft der Weiterentwicklung der Werbung in Tirol sehen.
“Die Ersten sein…”, schreibt sich eine Agentur auf die Fahnen, weil sie seit kurzem das ehemalige Trend-Schlagwort “Web 2.0″ entdeckt hat. Ich erinnere mich daran, noch vor 3 Jahren einem Jurymitglied des Tirolissimo erklärt zu haben was ein banales Blog ist ;-)

Screenshot: www.tirolissimo.at
Nachdem ich schon vor 12 Monaten meine Kritikpunkte hier im Blog (siehe hier) zusammengetragen hatte, erhielt ich einges an Feedback: Von den Veranstaltern des Tirolissimo, aber auch von mehreren Agenturen.
Vor 12 Monaten stand hier auf ANDERS|denken.
Wenn sich Prämierungen in Zeiten in denen auf uns täglich zwischen 3.000 und 5.000 Werbebotschaften einprasseln, und jährlich hunderte Kilo Papier in unseren Postkästen landen, weiterhin auf die kreativste Anzeige, das beste Plakat, den besten Prospekt und den besten Radiospot beschränken, und nicht im Ansatz auf
* integrierte Markenführung,
* Viralmarketing, oder gar
* partizipatives Marketingeingehen, sind Preise wie der Tirolissimo meines Erachtens nicht nur ein lächerlicher Hochgesang einer untergehenden Branche, sondern seine Inhalte auch keinesfalls würdig mit internationalen Kampangen verglichen zu werden – auch wenn das einige Medien (die mit den ausgezeichneten Agenturen natürlich gutes Geld verdienen) gerne so sehen würden.
ANDERS|gedacht hat man in den Kreisen der Verantwortlichen so:
- 2010 wiederholen sich alle klassischen Kategorien,
- wiederholt sich das Fehlen jener Inhalte aus meinem Beitrag von 2009, und
- wiederholt sich der Cover-Wettbewerb
Schon ganz zu Beginn der Teilnahmebedingungen wird klar, dass die eigene Zunft nach bestem Wissen und Gewissen geschützt wird – neben der “Kreativität der Vielen” (an die ein Weltunternehmen wie Doritos glaubt und ihre Erfolge mit Best Practice Beispielen nachgewiesen hat) sogar vor widrigem Wettbewerb aus anderen “Fachgruppen” der Wirtschaftskammer.
Berechtigt zur Teilnahme sind alle Mitglieder der Tiroler Fachgruppe „Werbung und Marktkommunikation”.
Warum nicht die Agenturen beim Cover Wettbewerb gegen LeserInnen des “6020 Magazins”, dessen Titelblatt gestaltet werden soll, antreten lassen?! Oder lasst Kreative anderer Branchen mitmachen! Freiberufler die nicht Eurer Fachgruppe anghören.
Auch beim heurigen „6020-Magazin Cover-Wettbewerb“ ist die Konkurrenz derzeit noch sehr überschaubar. Willst du dir die Möglichkeit das Cover der Juni-Ausgabe zu gestalten wirklich entgehen lassen? Oder sind Insertionsvolumina in der Höhe von über 20.000,- Euro (!!!) für die ersten 3 P…lätze etwa zu wenig Anreiz ??? Das können wir uns kaum vorstellen … ;-) [ARGE Tirolissimo via Facebook]
Wer glaubt schon noch an fikitve “Hätte ich gerne Werbewerte” auf Basis von Auflagezahlen? Wieder ein Zeichen von Stillstand und verleugnen jeglicher Realität. Allein dieses Blog erzielt eine ungleich höhere Reichweite als das 6020 Magazin! (Wobei Reichweite ohnehin ein Messkriterium aus dem Marketing des letzten Jahrtausends ist!)
Schafft Anreize zur Teilnahme, schafft Offenheit, erhöht Eure Sympathiewerte und stellt Euch einem “offenen” Dialog, anstatt eine Jury hinter verschlossenen Türen Preise gerecht und gleichmäßig an die “Besten Eurer Branche” verteilen zu lassen – so wie Ihr es vor 2 Jahren selbst formuliert habt!
Qualität und Transparenz der Jury muss über alle Zweifel erhaben sein. (Ziel Nr. 11 ARGE Tirolissimo)
Wäre ich noch an meiner früheren Agentur VOdA beteiligt, würde ich spätestens jetzt tatsächlich ein Projekt initiieren, in dem wir die Kreativcommunity der 4.000 Köpfe zur Teilnahme am Coverwettbewerb motivieren. Wie wärs, Matias, wollen wir das im nächsten Jahr tun ;-) Anfangen könnten wir demnächst, denn auch beim Tirolissimo “grüßt täglich das Murmeltier”.
Eine verpasste Chance
Schon im Sommer 2009 habe ich mit jemanden der ARGE Tirolissimo über Möglichkeiten zum Schaffen von mehr Aufmerksamkeit bei einem breiteren Publikum diskutiert. Dabei ging es vor allem um das Erkennen und Nutzen von Chancen, auch außerhalb der Branche mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen und den Sympathiewert zu erhöhen.
Drei neue Grafiken zu entwerfen, um Menschen über noch drei Kanäle zu berieseln versuchen, hat nichts mit innovativen Ansätzen zu tun! Dass das auch nicht wirklich gelingt zeigt die magere Ausbeute auf Facebook.
Die Anzahl der eingereichten Beiträge (286 von 84 Agenturen) ist beinahe gleich hoch wie die Zahl der “Fans” des Tirolissimo auf der Facebook Fanpage, die derzeit bei 320 liegt. Stellen wir das in Relation zu den Kosten einer 20-seitigen Beilagen in der Kronen Zeitung, so kostet jeder Facebook Fan einige hundert Euro.
Schade, liebes Organisationskomitee! Ich würde sagen wieder ein Jahr der vergebenen Chancen. Dieser Beitrag ist übrigens keine Kritik an der Veranstaltung selbst. Seht es als meinen Input zur Weiterentwicklung, denn diese hat – anders als angekündigt – nicht wirklich stattgefunden. Zur Diskussion steht Euch gerne das Kommentarfeld offen…
Quellen: Doritos King of Ads, Doritos King of Ads, USA Today, SocialNetworkStrategien, Ads of the World, Wikipedia Tirolissimo
Nachtrag zur Diskussion mit der “ARGE Tirolissimo”

Ursprünglich wäre der Beitrag hier zu Ende gewesen, aber eine Diskussion mit der ARGE Tirolissimo (siehe hier) hat mich zu einer Verlängerung “gezwungen”, enthält er doch folgende offene Diskussionspunkte:
Wenn Sie auf eventuell fehlende Kategorien für neue digitale Medien anspielen, so bitten wir Sie auch zu bedenken, dass die FG den regionalen Markt widerspiegeln muss und es im Bereich der digitalen Werbe-Innovationen noch sehr wenige Standards innerhalb der Branche gibt.
Auch Vertreter der selbigen sind in Tirol einstweilen noch relativ rar. Aber seien sie versichert, es ist bereits viel in Bewegung …
Wenn viel “in Bewegung ist” redet darüber! Ihr redet doch sonst auch! Warum sollte ich auf digitale Medien anspielen? Unser Unternehmen ist kein Mitglied der Branche Digitale Medien bzw. IT, auch wenn wir uns nicht in der bezahlten Kronen Zeitungs-Liste die mit “Agenturverzeichnis” titelt wieder finden ;-).
(PS: Wenn es übrigens 84 einreichende Agenturen gibt, warum werden nicht mal diese im “Agenturverzeichnis” angeführt, geschweige denn alle anderen?!? Vertretet Ihr nicht die gesamte Branche mit der bezahlten Einschaltung?)
Der Hauptkritikpunkt ist aber folgender:
Es ist sehr wohl Eure Aufgabe und Verpflichtung, die Qualität der Werbung weiterzuentwickeln, dem könnt Ihr Euch nicht entziehen, auch wenn Ihr mit obigem Statement ganz klar nach Ausreden sucht!
Es ist ein offenes Geheimnis, dass Award-geile Agenturen Kampagnen mit Fokus auf einen Preis planen anstatt im Sinne ihrer Kunden. Genau dieses ethisch falsche Denken, liebe ARGE Tirolissimo, wäre eine Chance, die Wertigkeit des Awards entscheidend anzuheben:
Schafft (das ist bitte nur EIN Beispiel!) eine Kategorie Guerilla Marketing Kampagne (was das ist, lest bitte in den vielen Best Practice Beispielen dieses Blogs nach), und sehr bald werden Agenturen ihren Kunden wie von Zauberhand gelenkt erklären, wie das (mit manchmal kleinen Budgets) funktionieren kann.
Erwartet doch nicht von Unternehmen, dass sie Agenturen um solche Kampagnen bitten! Ihr seid die Kreativen. Also beweist das auch. Seit mutig. Geht neue Wege.
Leistet auch endlich mal Arbeit, anstatt Euch mit den Pionierleistungen anderer goldene Nasen zu >verdienen<!
Damit zwingt Ihr Eure Agenturen ANDERS zu denken, und erspart mir gleichzeitig verzweifelte Anfragen von StudentInnen, die Tiroler Agenturen suchen die Erfahrung mit solchen Kampagnen haben. (Alleine in den letzten 3 Monaten waren es 5, die ich aufgrund fehlender Best Practices hierzulande, an meine KollegInnen in Deutschland weitergeleitet habe.)
2010 dürfen wir (teilweise) die Berufsfotografen begrüßen.
Was für ein toller Fortschritt: Ich möchte nicht in die offene Wunde stechen, dass Österreich so ziemlich das letzte marktwirtschaftlich orientierte Land der Welt ist, in dem es eine Meisterpflicht für Fotografen gibt (Meinungen von Fotografen in Interviews in diesem Blog »).
Menschen mit sehr hohen Qualifikationen aber keiner Meiserausbildung haben hierzulande ohnehin keine Chance, auch nur einen Cent mit ihren Bildern zu verdienen (abgesehen von iStockphoto & Co.).
Wen oder was fördert Ihr also mit Eurer “Öffnung”?
Ganz bestimmt keine Beschleunigung eines Umdenkprozesses!
Ganz sicher nicht Innovation, und schon gar nicht die Weiterentwicklung von Kreativität auf Basis eines gesünderen Konkurrenzdrucks.
Wenn ich mir das eine oder andere Foto auf den Facebook Fanpages von Innsbruck oder Tirol ansehe, stelle ich mir ernsthaft die Frage, warum Ihr nicht diese Menschen zu Eurem “Wettbewerb” einladet?! Aber die Antwort gebt Ihr ohnehin wieder selbst:
Der Tirolissimo ist eine Veranstaltung der Fachgruppe „Werbung und Marktkommunikation“ der Wirtschaftskammer Tirol.
Da er zu einem gewissen Teil auch aus deren Mitteln finanziert wird, werden Sie sicher verstehen, dass der Kreis der Teilnehmer beschränkt sein muss.
Kennt Ihr eigentlich Euer selbst gestecktes Ziel Nummer 1 noch?

Der Tirolissimo soll und darf keine in sich geschlossene Veranstaltung der Tiroler Werbeszene sein. (Ziel Nummer 1 ARGE Tirolissimo)
Wo der Tirolissimo heute steht, erklärt die ARGE Tirolissimo selbst so:
Dennoch bitten wir Sie zu verstehen, dass es grundsätzlich um eine Prämierung der Leistung von Mitgliedern einer speziellen Berufsgruppe geht. Auch wenn der Wettbewerb und die Gala – aufgrund der Exponiertheit unserer Berufsgruppe – viel öffentliche und mediale Aufmerksamkeit bekommt, so ist es doch im Grunde eine „geschlossene“ Gesellschaft … zumindest was die Einschränkung der Wettbewerbsteilnehmer betrifft.
Widersprüche über Widersprüche, ganz so wie es die jeweilige Situation erfordert.
So wie zB bei einer Handwerker-WM, bei der auch nur Handwerker mit Gewerbeschein und nicht ALLE Handwerker mitmachen dürfen (man möge uns verzeihen, sollte der Vergleich inkorrekt sein).
Mir gefällt der Vergleich sogar sehr gut! Ein Tischler wird von seinen Kunden niemals bezahlt werden, wenn dem neu gelieferten Tisch die Tischplatte fehlt oder die Oberfläche falsch behandelt wurde.

Glücklicherweise findet sich bei einer Werbekampagne hierfür immer eine Ausrede – und sei es so etwas banales wie die gern zitierte “Wirtschaftskrise”.

Ziel Nummer 4 ARGE Tirolissimo
Das Gefühl bekommen? Sorry, mir als Unternehmer ist ein Gefühl zu wenig. Ich – und so denken auch alle unsere Kunden! – wollen Resultate sehen, nicht Gefühle haben!
Nebenbemerkung: Leider reden wir hier so oft von schwarzen fleckigen Schafen – es gibt aber auch Agenturen die nicht nur Kampagnen planen, sondern auch die Verantwortung ihrer Auswirkungen im operativen Verkauf übernehmen!
Täglich grüßt das Murmeltier
Das war der (leider) fast schon traditionelle jährliche Beitrag zur Tiroler Werbeshow 2010. Ich freue mich schon jetzt darauf, auch heuer wieder zu konstruktiver Kritik für den nächsten Wettbewerb eingeladen zu werden.
Quelle: Flickr CC, thanks for sharing!
Sorry, aber ich habe leider weder die Zeit, noch das Interesse mich noch intensiver mit dem Tirolissimo auseinanderzusetzen. Bestimmt hilft eine 20-seitige Beilage in der Kronen Zeitung ohnehin besser beim Erreichen der hoch gesteckten Ziele für die Entwicklung der Party weiter, als meine bescheidenen zwei Cent zu einem Preis, den die Besten der Besten Jahr für Jahr unter sich selbst verteilen.
Warum ich mich auch in diesem Jahr dennoch so intensiv mit dem Tirolissimo auseinandergesetzt habe war ein Entgegenkommen meinerseits nach folgender Aufforderung:

Ziel Nr. 9 der ARGE Tirolissimo
Ich habe der ARGE Tirolissimo somit geholfen, ein selbst gestecktes Teilziel zu erreichen ;-)
Die beste Tourismus Werbekampagne aller Zeiten
Vor wenigen Stunden lüftete Tourism Australia das Geheimnis um eine auf 10 Jahre angelegte Marketing-Kampagne.

Was folgt, ist der Aufruf zur authentischsten und gleichzeitig vielleicht günstigsten Australien-Werbung aller Zeiten: Nothing like Australia ist User Generated Advertising pur.

Teil 1: Word of mouth marketing (WOM – Mundpropaganda)
Ab 15. April sind AustralierInnen (und Freunde von Down Under!) dazu aufgerufen, die schönsten Seiten ihres Land einzufangen. Ihre Lieblingsplätze sollen sie in Wort und/oder Bild für andere zugänglich machen.
Federal Tourism Minister Martin Ferguson has invited Australians to become part of the campaign by competing to submit photos and descriptions of favourite Australian destinations. The photos will form part of a searchable online mosaic of Australia that will become word-of-mouth marketing.
Abschließend gibt es noch eine ganz einfache Aufgabe. Den Satz “There is nothing like…” zu Ende zu schreiben. (Was es damit auf sich hat? Antwort siehe unten…)
Teil 2: Das Beste im Kino, Fernsehen, Internet
Some of the pictures submitted by the public will go on to feature as online ads in their own right, while destination suggestions will be farmed for locations for new video ads destined for TV, cinemas and the internet.
Anscheinend hat man in Australien nicht nur die Zeichen der Zeit erkannt um über sie zu reden, sondern ist auch offiziell bereit, “Macht” abzutreten. Sind insgeheim die besten “Werber” im Tourismus nicht ohnehin längst schon jene, die dafür nicht bezahlt werden?!
Treue LeserInnen von ANDERS|denken wissen es längst aus unzähligen Beiträgen über Crowdsourcing: Es gibt tausende und abertausende arbeitswütige Heerscharen freiwilliger, hoch motivierter, nicht bezahlter, fleissiger Ameisen. – Nicht erst seit wir von “sozialen Medien” sprechen.
Diese sind ‘nur’ die Werkzeuge, die wir früher so nicht zur Verfügung hatten, und die uns heute bei der Erfüllung seit langem existenter Wünsche (Anerkennung, Zusammengehörigkeit,…) helfen.
Würdest du für dein Land werben?
Australia Tourism hat diese Frage auch gestellt. In Form einer Studie. Das Ergebnis:
“Australians want to get involved in helping promote their country,” the research report said.
“Respondents indicated they were likely to promote Australia as a holiday destination to people overseas (79 per cent) as well as fellow Australians (74 per cent).”
[...] the latest campaign is expected to try to lure locals to head into social networks and extend an invitation to foreign tourists.
Lassen wir uns überraschen, wie motiviert die Australier und weltweit verstreute Freunde Australiens (!) wirklich sein werden, ihr Land zu bewerben. Apropo Motivation: Was sind die Incentives mit denen Menschen zum Mitmachen bewegt werden sollen?!
Es sind primär ganz sicher nicht die Reisen im Gesamtwert von 65.000 australischen Dollar (EUR 44.000) die es zu gewinnen gibt. Vor allem geht es hier um Freude, Stolz, Ruhm und Ehre. Das diese treibenden Kräfte Menschen zu Höchstleistungen anspornen können wissen wir alle – im positiven wie im negativen Sinn.
Offiziell hat “There is nothing like…” noch gar nicht begonnen, und schon tauchen auf YouTube die ersten Videos auf. Das schöne daran: Die User tragen die Idee des Gemeinsamen weiter:
Re-edit of our new Mount Lofty Campaign to more closely tie in with the new Australian Tourism Campaign “there’s nothing like Australia”. Just need lara bingle to do the voiceover. ;-)
Ein (kritischer) Blick ins eigene (Tourismus-)Land
Weil die Frage spätestens ab nächster Woche in einigen Workshops ohnehin kommen wird, beantworte ich sie gleich hier. Warum gibt es so etwas auf Destinationsbasis bei uns nicht?
In Österreich fehlt m.E. die (politische) Konsequenz zur gemeinsamen Umsetzung ähnlicher Kampagnen – denn Know-How gäbe es hierzulande mehr als genug! 3 Beispiele:
Beispiel 1: Stadt Innsbruck
Im mittlerweile in Auflösung befindlichen Stadtmarketing gab es unter der Leitung der innovativen Ex-Marketingchefin Sigrid Resch die hervorragende Idee, InnsbruckerInnen Fotos ihrer Stadt knipsen zu lassen. Sie sollten das Innsbruck der Gegensätze darstellen.
Leider wurde daraus nichts. Mittlerweile haben das (bildliche) Marketing für die Stadt längst die mittlerweile knapp 10.000 Fans auf Facebook übernommen, die – ohne dafür jemals mit einem Preis belohnt worden zu sein(!) – beeindruckende Bilder “Ihrer” Stadt hochladen (facebook.com/innsbruck).
Reaktion des Innsbruck Tourismus: Bislang keine, dort setzt man weiterhin auf eine kleine inaktive Facebook Gruppe und bis vor kurzem war die wesentlich lebendigere “Schwester Seite” dort überhaupt nicht bekannt.
Beispiel 2: Bundesland-BotschafterInnen Teil 1
Eine Kampagne der Österreich Werbung löst derzeit differenzierte Meinungen unter 9.000 Fans auf der Facebook Fanseite von Tirol aus. Eine Mitarbeiterin der Österreich Werbung postet viele Bilder, die sie auf ihren Reisen durch das Land schießt. Fazit: Zu viele Bilder, zu viele Berichte, keine Einbindung der Fans, abnehmendes Interesse an den Inhalten. Schade.
Beispiel 3: Bundesland-BotschafterInnen Teil 2
Ein soeben gelaunchter Teaser zeigt Menschen aus 9 Bundesländern, die stolz über ihre Heimat berichten.
Die Glaubwürdigkeit leidet unter der viel zu durchsichtigen Werbe-Regie. Und genau hier liegt der große Unterschied zur Kampagne aus Australien, die noch eine weitere ganz wichtige Erfolgs-Zutat aufweist: Langfristigkeit.
Chris Brown, managing director of DDB, and one of the creators of the campaign, said the new strategy should be strong enough to sustain tourism marketing for the next decade.
Vielleicht ist ein Jahrzehnt ein wenig hochgegriffen, aber wer weiß… Die langfristige Planung gefällt mir dennoch besser als eine “schick mir mal 3 Monate lang deine besten Bilder” Kampagne.
Der wichtigste Schritt ist getan: Die politische Entscheidung diesen Weg zu gehen. Verlieren die Verantwortlichen nicht den Fokus aus dem Auge (“IHR übernehmt das Marketing”), kann nicht viel schief gehen, und Australian Tourism wird über Jahre hinaus – auf Basis sich ändernder Rahmenbedingungen – die Strukturen anpassen und weiterentwickeln.
“There is nohting like…”
Ein meiner Meinung nach gelungener Schachzug liegt auch im Slogan “There is nothing like…”
Warum, hier kommt doch nicht mal Australien vor?!
- Eben deshalb!
Damit ist das gesamte Projket beliebig erweiterbar! Es kann auf jede beliebige Branche umgelegt werden, egal ob Fluglinie, Sehenswürdigkeiten, Menschen,…
Ich freue mich schon jetzt auf den offiziellen Start der Australien-Kampagne am 15. April 2010. Natürlich werde ich die Seite auf meine Beobachtungsliste setzen und hier mal wieder über Fortschritte berichten. Um nichts zu verpassen, einfach RSS Feed oder ANDERS|denken per Mail abonnieren!
Link zur Kampagne: www.nothinglikeaustralia.com
Zitate: The Australian
The YouTube Generation: Eric Whitacre’s Virtual Choir
Ein Blog, eine Facebook und eine YouTube Seite. – Das sind die Zutaten, aus denen der amerikanische Komponist und Dirigent Eric Whitacre, einen über die ganze Welt verstreuten Chor castete. Hier das beeindruckende Ergebnis der Musik-Crowdsourcing Projekts.
Die Hintergrundgeschichte
Vor einem Jahr schickte ein Freund Eric einen Link zu einem YouTube Video, in dem eine junge Sängerin einen von ihm komponierten Titel zum Besten gab. Die Performance von Britlin Losee hatte ihn so begeistert, dass er weitere Sängerinnen suchte, die auf iTunes alle den selben Song (“Sleep”) herunterladen, und je nach ihren Stärken (Sopran, Tenor, Bass,…) ihre Parts singen sollten. Die Aufnahmen reihte er aneinander, und so entstand Teil Eins seines virtuellen Chor Projektes. Hier das Ergebnis.
“I was thrilled (it actually sounded like music!), and I wanted to see if we could push the concept to the next level”, schreibt Eric in seinem Blog.
Er konnte das Projekt noch eine Stufe weiter bringen. Dieses mal nahmen die KünstlerInnen ihre Parts nicht separat auf, sondern sangen unter seiner Anleitung gemeinsam und zeitgleich in 12 verschiedenen Ländern. Von Kanada über Amerika, Argentien, Irland, England, Schweden, Deutschland, Österreich, Spanien, Singapur, den Philippinien bis hin nach Neuseeland erstreckt sich sein musikalisches Experiment. Eric über das Ergebnis:
When I saw the finished video for the first time I actually teared up. The intimacy of all the faces, the sound of the singing, the obvious poetic symbolism about our shared humanity and our need to connect; all of it completely overwhelmed me.
Hier noch 3 Beispiele von Einzelperformances mit denen sich “the voices” für den Chor beworben haben: Kyle Redford, Melody Myers, Valeria Pire.
Gibt es wieder ein nächstes Level?
Lastly, I’m hoping that this is just the beginning. My ultimate goal is to write an original piece for the Virtual Choir and have it receive it’s world premiere in cyber-space, hundreds (maybe thousands) of people singing alone, together.
Wish you all the best and can hardly wait to see the outcome, Eric!
Crowdsourcing in der Welt der Musik
Dieses Paradebeispiel für Crowdsourcing für klassische Musik erinnert mich an ein etwas ähnliches Projekt, auf das ich vor einem Jahr, dank Helge gestoßen bin.
Im Unterschied zu Whitacre plant der israelische Künstler Kutiman seine Inszenierungen nicht vorab. Er reiht einfach aneinander, was es in unserer Welt der “YouTube Generation” (siehe hier) zur Genüge gibt: Sounds von Talenten, die ihre Kostenproben auf YouTube gestellt haben.
Helge schrieb damals:
Der Künstler Kutiman benützt nur ein Instrument: Youtube. Und illustriert damit wieder einmal wie wenig das geltende Urheberrecht in diese Welt passt.
Letzteres ist ein anderes Thema (Lesetipp »), über das wir heute in diesem Zusammenhang ausnahmsweise mal nicht diskutieren ;-)
Links zu diesem Beitrag
Eric Whitacre’s Blog “SoaringLeap”
Facebook Fanpage
Eric Whitacre’s Virtual Choir auf YouTube
Eric Whitacre auf Wikipedia
PS: Danke, Astrid, für den Hinweis zu diesem musikalischem Meisterwerk!
IKEA in der U-Bahn

Was für eine tolle (wenn auch aufwändige) Ambient Media Marketing Kampagne von IKEA! Marketer-Herz was willst du mehr, hier ist alles drinnen: Erlebnis, Design, Kreativität und vor allem hohes Mundpropaganda-Potenzial!

In großen, vielfrequentierten Pariser U-Bahnstationen stellt IKEA Einrichtungsgegenstände zum Ausprobieren auf. Gleichzeitig erhöht der Einrichtungsriese damit die Atmosphäre in der Metro der Metropole.

Die Kampagne ist nicht ganz unumstritten, und das nicht nur weil IKEA in Frankreich gerade heftig wegen Stellenstreichungen unter Beschuss steht.
Sie polarisiert.
So wie das erfolgreiche Marken eben tun.
Man mag die Kampagne, oder
man mag sie nicht.
Dazwischen gibt es nichts.
Noch mehr Bilder im Interior Design & Architecture Blog freshome » und in diesem Video.
Danke, Christoph, für diesen Hinweis und das nette Kompliment via Facebook!
Wie produziere ich eine Single ohne Music Label?

Dass MusikerInnen zur Vermarktung ihrer Musik längst nicht mehr auf große Musik-Labels angewiesen sind, wissen LeserInnen von ANDERS|denken längst. Ich habe hier immer wieder Beispiele aufgezeigt, und habe viel mit MusikerInnen und Menschen aus der Musikindustrie diskutiert. Zweiteres meistens mit deutlich geringerer Motivation.
Vor allem die (immer noch) vorhandene Ignoranz der Industrie war es, die uns den Entschluss fassen ließ, zu versuchen der Welt zu beweisen, dass SängerInnen auch in Österreich ohne Label “erfolgreich” sein könn(t)en. – Wie auch immer Erfolg definiert ist.
Mit Music-and-Future haben wir ein Experiment aufgesetzt, bei dem wir Talenten eine Bühne bieten und eine nachhaltige Chance geben wollen, die sie bei “Casting Shows” (hinter denen immer ein großes Label steht) nicht haben.
Kreativität, Unabhängigkeit und künstlerische Freiheit zu erhalten, indem eben kein Label die Kontrolle über Haarschnitt, Freunde und Songs übernimmt.
Die Bühne ist nicht “nur” das Internet – auch wenn Social Media in diesem Projekt unverzichtbar ist. Die Bühne steht in einer mit 3.500 Menschen gefüllten Halle. Vorgeschalten ist ein öffentlicher Wettbewerb.
Der Ablauf in Kürze (Details hier »):
- EinzelkünstlerInnen, egal welchen Genres, reichen ein Demo ein
- Vorab-Voting durch Fans (hilft uns und der Jury beim nächsten Schritt)
- Eine Fachjury (Musikexperten) schickt die 30 besten ins Online Voting, aus dem die 10 FinalistInnen hervorgehen
Diese haben am 14. August 2010 in der Hartberghalle (Steiermark) die Chance, ihr Können vor 3.500 Fans zu beweisen. Unterstützung haben wir uns von einer renommierten Band gewünscht, welche die Talente live musikalisch begleitet, und vielleicht ein wenig Starthilfe geben kann. – Sei es beim Füllen der Halle, der Produktion einer eigenen Single, Coaching, usw…
Fündig wurden wir dank unserer langjährigen Partnerschaft mit “Steirerbluat” schnell, und schon entstanden die nächsten Ideen: Ein 6 Stunden Live-Konzert und ein eigener Song, den die Teilnehmer am Ende des langen Abends gemeinsam mit Steirerbluat performen werden.
Was passiert nach dem Event?
Einmal abgesehen davon dass wir gemeinsam mit dem/der GewinnerIn eine Single produzieren, bei der Entwicklung der Karriere und dem möglichen Vertrieb helfen werden, kann sich noch viel ergeben. Am meisten freuen würden wir uns natürlich, wenn vielleicht mehr als “nur” 1 Gewinner die Rahmenbedingungen des Projektes für etwas Besonderes nützen könnten.
Geschmäcker sind verschieden
Lange haben wir überlegt, ob wir ein bestimmtes Genre für das Projekt vorgeben sollten. Das wäre spätestens nach dem Übereinkommen mit Steirerbluat (“Rockige Volksmusik/Alpenpop”) naheliegend gewesen…

Nein, wir haben es nicht gemacht! Uns ist egal, wer, was, wie und warum singt. Ich habe heute in einem Mail geschrieben:
Wenn du glaubst, du findest dein Glück in der Volksmusik, im Reggae oder Rock, dann geh deinen Weg! Wir wollen dir nichts weiter als eine Chance und eine Bühne bieten, die du anderswo vielleicht noch nicht gefunden hast.
Die Zügel aus der Hand geben
Kreatives Spinnen. Nächtelange Planungen. Schweiß. Über-den-Haufen-Werfen sicher geglaubter Entscheidungen. Es ging hin und her, auf und ab, aber…
Schon in den ersten Gesprächen mit potentiellen Partnern stellten wir fest: So ganz falsch können wir mit unserem Ansatz nicht gelegen sein. Die ersten drei Medienpartner (ORF Steiermark, Kronen Zeitung, Styria Events) mit denen wir gesprochen haben, sagten umgehend ihre Unterstützung zu – weitere werden folgen.
Sponsoren wurden gesucht und gefunden, Verträge unterzeichnet und viele unserer Hotelpartner haben uns schon Preise für Gewinner und Teilnehmer zugesagt. – Danke, dafür!
JA, Music-and-Future ist eine PR Aktion!
Karola fragt mich via Twitter:
Music-and-Future ist eine einzige große PR Kampagne!
Die NutznießerInnen (hoffentlich!): Nachwuchskünstler.
Dass wir Unterstützung einer so namhaften Band ihrer Branche bekommen haben ist hervorragend! Der Mut, das Motto “Wer braucht schon ein Musik Label?” zu unterstützen, ebenso, denn Steirerbluat steht selbst bei einem der Key Player der Branche unter Vertrag.
Und noch einmal JA: Genau aus diesem Grund soll Music-and-Future, für jeden der es unterstützt, positive PR Effekte haben! Schulterklopfer und Idealisten allein helfen uns nicht dabei, eine Halle zu bezahlen, eine Single zu produzieren oder hunderte bis tausende Projektstunden Arbeit zu bezahlen. Entscheidend ist, dass auf den Grundgedanken nicht vergessen wird!
Mögliche vorweg genommene Frage: “Dazu gibt es Musik-Förderstellen?” Viel Erfolg beim Diskutieren der Einreichung, und wir wünschen Euch, dass Ihr schneller seit als Wolfgang Ambros & Co.
Was wir von dem Projekt erwarten
Wollt Ihr es ehrlich wissen? Wir haben keine Ahnung mehr…
Music-and-Future entstand aus einer spontanen Idee heraus, die aber immer konkreter wurde und irgendwann war es zu spät, um die Idee für das Experiment einfach wieder zu verwerfen.

Wir hatten Music-for-Future noch gar nicht offiziell gelauncht, keine Pressemitteilung geschrieben oder die Vermarktung forciert. Nach zwei Tagen hat die Facebook Fanseite 260 Fans, und wir stöbern erstmalig in Hörproben.
Manchem mag Music-and-Future chaotisch vorkommen.
Uns selbst auch! – Und das ist gut so:
Wir lernen, uns innerhalb der gesetzten Rahmenbedingungen treiben zu lassen. Wohin das Projekt führt, bestimmen ab jetzt Teilnehmer und Fans. Selbst wenn das ungewohnt erscheint, und ein gewisses Risiko birgt. Nie hätten wir vor zwei Monaten gedacht, dass wir mittlerweile von einem 6-stelligen Budget sprechen…
Vielleicht geht Music-and-Future total schief. Egal. Solange der Schiffbruch nicht Kopf und Kragen kostet, riskieren wir ihn gerne.
Drückt uns einfach die Daumen, dass wir die Hartberghalle am 14. August 2010 tatsächlich mit 3.500 Menschen füllen. Oder noch besser: Macht uns Vorschläge, wie wir dieses Projekt noch verbessern könnten – wir sind hier sehr offen. Danke, für Eure Zeit!
www.music-and-future.com
facebook.com/musicandfuture
Epilog
Aufmerksame LeserInnen haben bemerkt, dass ich mit diesem Beitrag gegen 2 Prinzipien dieses Blogs gebrochen habe.
1.) Mich kurz zu fassen und
2.) nicht über eigene Projekte zu berichten.
Das soll nur noch einmal unterstreichen, dass ich – so wie mein ganzes Team, bei dem ich mich an dieser Stelle herzlich bedanke – mit Herz und Seele hinter dem Projekt stehen, und die vielen Arbeitsstunden nie und nimmer von Werbe- oder PR-Budgets gedeckt werden könnten ;-)
Foto oben: Flickr CC :: Sara, gracias por la gran fotos!
Carry Home Service im Kaufhaus Tyrol
Seit Monaten ist das traditionsreiche Innsbrucker Innenstadt-Kaufhaus eine Großbaustelle. Morgen öffnet das Kaufhaus Tyrol in neuen, von Stararchitekt David Chipperfield designten, Kleidern.
Eine schöne Service-Innovation (zumindest für Innsbruck) hat man sich einfallen lassen, um seinen Kunden das Schleppen schwerer Taschen zu ersparen.
Die “Tram” bringts
Nach der Bezahlung werden die gekauften Artikel in einer Box gesammelt und sicher verwahrt. Am Abend holt ein Mitarbeiter der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) die Waren ab und liefert sie nach Hause.
Die Kosten der ersten Box belaufen sich auf € 5,- und jede weitere kostet € 2,50. Ab einem gewissen Einkaufswert ist die Zustellung sogar gratis.
Mehr Infos über das Carry Home Service werden wir hoffentlich demnächst auf der Homepage zu lesen bekommen, die leider noch nicht allzu viel über den neuen Shopping-Tempel verrät.
Foto: Pressebereich Kaufhaus Tyrol












































