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3D Drucker sind nichts Neues mehr und je weiter die Preise für diese Technologie sinken, die Technik sich weiterentwickelt, und deren Handhabung vereinfacht wird, umso mehr Anbieter gibt es, die es jedem (Hobby-?)Grafiker ermöglichen, seine Kreationen “zum Leben zu erwecken”. Jüngstes Beispiel aus Deutschland: Fabidoo.

Komplexität hat immer weniger Einfluss auf den Preis. Für rund 20 EUR lassen sich auf Basis einer Zeichnung Characters, Comic-Figuren, Imitationen von Haustieren, Verwandten und Freunden fertigen. Vielleicht eine etwas andere Geschenksidee für Weihnachten?

fabidoo.jpg
Screenshot: Fabidoo via Blognation

Fabidoo ist nicht der einzige Mass Customization Anbieter auf diesem Gebiet: In den USA ist Fajectory mit einem ähnlichen Angebot sehr erfolgreich, Online Machine Shop hat sich vor allem Rapid Protyping spezialisiert und von Rapidobject (D) gibt es Unterstützung bei der professionellen Vermarktung eigener Kreationen.

Egal welches Beispiel (und es gibt noch jede Menge weitere) wir ansehen, sie alle stehen für eine weitere Entwicklung in Richtung Demokratisierung von Produktionsmitteln. Was früher vor allem kapitalkräftigen Unternehmen vorbehalten war, wird heute für (fast) jede(n) möglich:

Vom eigenen Wohnzimmer aus Produzent zu sein.

Die Demokratisierung des Vertriebs gibt es längst (Bsp. eBay), und auch die große Herausforderung seine Angebote in den unendlichen Weiten des Internet auch auffindbar zu machen lassen sich mittlerweile lösen (“Web2.0 Bausteine”).

Welche Auswirkungen das für klassische Vertriebsformen und Unternehmen hat, wissen all jene, die sich mit dem Thema (ernsthaft) auseinandersetzen. Allen anderen: Fröhliches Erwachen!

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2 Kommentare zu “Demokratisierung der Produktionsmittel”

  1. Es gibt ja auch schon eine neue Wortschöpfung für diese Entwicklung: aus Konsumenten werden Prosumenten.

    Aber das ist ja noch lange nicht alles – vor allem die großen Firmen müssen sich öffnen, um die Ideenvielfalt und Innovationskraft der vielen Peergruppen zu nutzen. Der letzte Fall ist Apple – nach heftigem Widerstand ist es Tüftlern jetzt gestattet, eigene Programme auf das IPhone zu laden.
    Das deutsche “Flaggschiff” für “Peer – Production” ist die Firma Lego. Sie demonstriert, wie man sogar Kunden intensiv und erfolgreich in den Entwurf und Entwicklung von Produkten miteinbezieht ! Wahrscheinlich denkt man bei Lego in erster Linie an die kleinen, zusammensteckbaren Plastikbausteine. Das Unternehmen konzentriert sich aber immer mehr auf Hightech – Spielzeuge. Mit Lego – Mindstorms beispielweise bauen die Kunden richtige Roboter aus programmierbaren Bausteinen, die zu beweglichen Maschinen mit zwei Beinen zusammengesteckt werden und überhaupt alles, was sich ein Teenager nur vorstellen kann. Als diese Bausteine 1998 auf den Markt kamen, stellten die Marktverantwortlichen überrascht fest, dass Roboterspielzeug nicht nur bei Teenagern beliebt war, sondern auch bei Hobbytüftlern, die sich begeistert an ihre Verbesserung machten.
    Binnen 3 Wochen nach Verkaufsbeginn hatten sich bereits Nutzergruppen gebildet, Bastler hatten die Sensoren, Motoren und Kontrollvorrichtungen im Herzen des Robotersystems von Mindstorms auseinandergenommen und neu programmiert. Die Nutzer schickten ihre Vorschläge an Lego und das Unternehmen reagierte zunächst mit der Androhung von Gerichtsverfahren. Daraufhin rebellierten die Nutzer, Lego gab schließlich nach und berücksichtigte manche Ideen der Nutzer – alle Tüftler hatten die Erlaubnis, ihrer Fantasie Freien Lauf zu lassen.
    Heute fordert Lego über die Website dazu auf, mit seiner Software zu experimentieren. Die Website bietet ein Softwareentwicklungskit zum kostenlosen Download an.
    Lego profitiert sehr von dem, was sein Hobby – Businessweb leistet und hat, als 2005 die neue Version von Mindstorms entwickelt wurde, vier besonders kreative Nutzer fest angestellt.
    Eine Reihe anderer, großer Firmen, wie z.B. BMW laden ihre Kunden ebenfalls ein, sich an Innovationen,Entwicklung und sogar an der Produktion von Produkten zu beteiligen.

  2. Ein interessantes Detail dazu ist die Tatsache, dass der US-Amerikanische Markt, was die Akzeptanz von Rapid Manufacturing, Individual Design und Mass Customization anbelangt bei den Konsumenten/Usern anbelangt, dem zentraleuropäischen wieder einmal um 3 Jahre voraus ist. Bei uns hat man nach wie vor das Gefühl, dass The Long Tail nicht überall (sowohl bei Unternehmen wie auch bei Konsumenten) ernst genommen wird. Zu groß ist oftmals noch die Scheu, sich auf Web 2.0 Anwendungen einzulassen.

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